Auf meiner Reise ging es nach einem kurzen Zwischenstop in Campeche auf einer 6-stündigen Fahrt mit dem Nachtbus weiter südlich nach Palenque. Somit hatte ich die Yucatan-Halbinsel entgültig hinter mir gelassen und es ging weiter ins Landinnere und somit hat sich auch das Klima etwas geändert. Es war zwar tagsüber noch relativ warm, aber nicht mehr ganz so schwül und auch nachts haben die Temperaturen etwas abgekühlt. Palenque ist eine Kleinstadt mit ca. 55.000 Einwohnern und liegt im Bundesstaat Chiapas, einer der aermsten Staaten Mexikos.

Palenque ist unter Rucksacktouristen auf Grund seiner grossen Ausgrabungsstaette, die den selben Namen wie die Stadt traegt und seine in der Naehe gelegenen Wasserfaelle eine beliebtes Reiseziel. Auch diese Station meiner Reise habe ich zusammen mit Roberto bestritten. Wir haben uns fuer 2 Naechte im Casa Janaab Palenque einquartiert. Genau wie das das Hostik Hostel in Merida hat mir auch dieses Hostel sehr gut gefallen. Die Angestellten waren sehr freundlich und die ganze Anlage war in einem sehr guten Zustand. Man hat gemerkt, dass hier Wert auf Sauberkeit gelegt wurde. Man hat sich teilweise wie in einem Hotel gefuehlt.



Ich hatte das Glueck, dass ich waehrend der Fahrt mit dem Bus etwas schlafen konnte und war daher relativ fit. Roberto hingegen hatte kaum geschlafen und war dementsprechend muede. Allerdings war ihm das sichtlich egal und er wollte gleich nach der Ankunft zu den Ruinen gehen. Ich muss schon sagen er ist schon ein zaeher Hund. Seit ich mit ihm unterwegs bin hat sich mein Durchschnitt an Schritten pro Tag drastisch erhoeht. Aber mir gefaellt das Reisen mit ihm, er ist ein guter Reisepartner. Wir haben erst einmal versucht selbstaendig herauszufinden wie wir am besten zu den Ruinen gelangen, die etwa 10 km von der eigentlichen Stadt entfernt liegen. Das hat sich gar nicht als so einfach herausgestellt und nachdem wir 5 verschiedene Personen gefragt haben und 20 Minuten durch die Stadt gelaufen sind, hatten wir endlich die Stelle gefunden an dem die passenden Colektivos ankommen sollten. Es hat sich leider wieder gezeigt, dass die Leute einem lieber irgendwo hinschicken bevor sie zugeben, dass sie den Weg nicht kennen. Wir werden in Zukunft lieber im Hostel nachfragen :). Letzendlich haben wir uns dann aber mit einer Frau aus dem Hostel, die wir zufaellig getroffen haben und auch zu den Ruinen fahren wollte, ein Taxi geteilt. Das Taxi faehrt direkt zu der Stelle wo man auch die Tickets fuer die Ruinen kaufen kann. Wie bereits in Tulum zahlt man hier einmal erst einmal ein Ticketpreis, um den Nationalpark zu betreten und dann noch einmal um die Ruinen betreten zu koennen. Zusammen haben beide Tickets etwa 190 Pesos gekostet. Also im Vergleich zu anderen Ruinen wie Chichen Itza mit 530 Pesos eher ein Schnaeppchen. Von hier aus sind wir drei dann zu Fuss weiter. Zuerst geht man circa 15 Minuten auf der Strasse und bekommt hier schon einmal einen kleinen Einblick in die Vegetation die einen erwartet. Die Ruinen liegen naemlich mitten im Dschungel!



Anschliessend ging es dann direkt in den Dschungel von Palenque. Wir haben bereits nach ein paar Sekunden gemerkt, dass man hier definitv Muecken-Spray braucht, da wir direkt zerstochen wurden als wir von der Strasse in den Dschungel abgebogen sind. Aber ich war natuerlich bestens mit Autan-Spray ausgeruestet und habe nicht einen Stich abbekommen. 20 Minuten lang sind wir auf einem kleinen Trampelpfad durch den Dschungel gelaufen und haben verschiedenste Pflanzen und ein paar Wasserfaelle entdecken koennen. Wilde Tiere gabs hier allerdings keine. Ich denke mal es war zu lauf, da wir natuerlich nicht die einzigen Touristen hier waren.






An der Ruinenstaette angekommen haben wir als erstes festgestellt, dass die gesamte Staette im Vergleich zu anderen Ruinen, die wir bisher gesehen haben, viel groesser ist und man sogar auf viele Bauten raufklettern konnte. An den Strassen haben viele Einwohner von Palenque handgefertigte Waren angeboten, aber ich konnte leider nichts kaufen, da mein Rucksack jetzt schon viel zu voll war.






Hier noch einmal ein paar Fotos von der Spitze einer Ruine von der man einen guten Ueberblick ueber die Anlage hatte:




So langsam hat sich die Muedigkeit bei uns bemerkbar gemacht und wir haben uns nach knapp 2 Stunden auf den Rueckweg zum Hostel gemacht. Zurueck ging es dann ganz bequem mit dem Colectivo, welches direkt am Eingang zu den Ruinen abgefahren ist. Rueckblickend hat sich der Ausflug hierher wirklich gelohnt. Es gibt wirklich sehr viel zu sehen und der Ausblick von den Ruinen aus ist echt cool. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass die Anlage an den beiden folgenden Tagen geschlossen war, da der mexikanische Praesident hier mit anderen suedamerikanischen Machthabern zu einem Treffen zum Thema Immigration zusammengekommen ist. Wir hatten also Glueck, dass Roberto etwas Druck gemacht hat, da wir sonst gar nicht erst das Gelaende haetten betreten koennen waehrend unseres Aufenthaltes hier in Palenque.
Nachdem wir kurz im Hostel gechillt haben, sind wir dann in die Stadt gegangen, um uns auch hier die eigentliche Stadt anzuschauen, wo die eigentlichen Einwohner von Palenque wohnen. Palenque teilt sich naemlich in einen Bereich auf, wo sich die ganzen Hostels/Hotels befinden und einen dahintergelegenen Stadtbereich wo man eigentlich nur Palenquianer findet ;). Und da wollten wir hin, da wir an den Touri-Gebieten nicht so interessiert waren. Unser Plan, eine lokale Bar zu finden, stellte sich allerdings als unmoeglich heraus, da in den Tagen an den wir hier waren auf Grund des Besuches des Praesidenten kein Alkohol verkauft bzw. ausgeschenkt wurde. In Mexiko nennt sich sowas ley seca, was so viel bedeutet wie trockenes Gesetzt. Man musste also trocken bleiben ;).



Am naechsten Tag haben Roberto und ich uns dann auf den Weg zu den Wasserfaellen von Agua Azul gemacht. Diese liegen zwar nur 70 km von Palenque entfernt, die Fahrt dorthin hat aber knapp 2.5 Stunden gedauert. Das liegt daran, dass wir auf der Fahrt etwa 2100 Höhenmeter zurückgelegt haben. Die Wasserfälle sind dafür bekannt, dass das Wasser hier auf Grund des Mineralgehaltes eine intensive blaue Farbe hat. Leider hatte es am Vortag geregnet, sodass das Wasser etwas trüber als sonst war und wir die volle Pracht der Wasserfälle nicht ganz mitbekommen haben. Trotzdem waren die Wasserfälle sehr schön und wir haben hier ein paar nette Stunden verbracht. Auf unserer Tour zu den Wasserfällen haben wir noch eine Brasilianerin kennengelernt, die uns auf unserem Ausflug begleitet hat. Wir waren also auch hier wieder in netter weiblicher Begleitung unterwegs :).









An einigen Stellen konnte man sogar im relativ kalten Wasser baden gehen. Roberto konnte ich nicht überreden aber das Mädel aus Brasilien hat sich dann doch noch dazu durchgerungen mit reinzuspringen. Etwas weiter aufwärts haben wir dann Santiago getroffen. Er kommt aus Chiapas und arbeitet in der Nähe als Maisfarmer. Er hat uns eine kleine Stelle gezeigt an dem man sich mit einem Seil in das Wasser schwingen konnte. Nachdem er es vorgemacht hatte bin ich dann auch noch mal ins Wasser:
Er hat mir dann noch gezeigt, wie man zwischen den Wasserfällen hindurchschwimmen konnte sodass man im Endeffekt mitten in dem Wasserfall stehen konnte. Ich bin zwar nicht der beste Schwimmer hab mich dann aber doch getraut ihm zu folgen und es war schon ein cooles Erlebnis mitten in so einem Wasserfall zu stehen.
Ich habe mich dann mit einem Bier bei ihm bedankt und wir haben uns dann auf den Heimweg gemacht. Rückblickend hatten wir auch hier wieder Glück die Wasserfälle gesehen zu haben, da die Straße zu den Wasserfällen in den folgenden Tagen von einer Gruppe protestierender Einwohner des nahegelegenden Ortes Ocosingo blockiert wurde. Wir hatten also Rückblickend Glück die Ruinen als auch die Wasserfälle gesehen zu haben. Carli, die ein paar Tage nach uns hier ankommen wollte, hatte nicht ganz so viel Glück. Am nächsten morgen ging unsere Reise dann weiter nach San Cristobal de las Casas. Auch Roberto wollte weiter dorthin und so haben wir beschlossen auch diese Station gemeinsam zu planen.

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