22.10.-26.10.23: San Cristobal de las Casas

Am 22.10.23 sind Roberto und ich von Palenque nach San Cristobal de las Casas gefahren. Wir haben uns gegen einen Nachtbus entschieden und sind dafür die Strecke im Colectivo gefahren, da der Nachtbus 10 Stunden fährt und die Fahrt mit den Colektivo auf dem Papier nur 4 Stunden dauern sollte.

Das erste Colektivo fuhr sollte von Palenque nach Ocosingo fahren, ein kleines Städtchen zwischen Palenque und San Cristobal. Nach circa 2 Stunden fahrt ging es leider nicht mehr weiter, da die Straße auf Grund eines Protestes, welcher am Rande des Zusammenkommen des mexikanischen Präsidenten mit anderen Machthabern anderer südamerikanischer Länder in Palenque, durch abgesägte Bäume blockiert wurde. Zum Glück kannte unser Fahrer einen anderen Weg, der allerdings 1 Stunde länger dauerte als der normale Weg den die Colektivos sonst fahren. Wir kamen dann nach circa 5 Stunden in Ocosingo an und sind hier in unser 2. Colektivo umgestiegen. Wir haben allerdings schnell erfahren, dass auch die Straße zwischen Ocosingo und San Cristobal blockiert war, sodass wir einen weiteren Umweg nehmen mussten, der uns weiter südlich führte. Am Ende des Tages haben wir insgesamt 10 Stunden im Colektivo verbracht. Zu der Tatsache, dass wir in einem vollgepackten und ungemütlichen Colektivo saßen, haben wir auf dieser Reise am eigenen Leib erfahren, wie viele Schlaglöcher Straßen in dieser Region haben, wenn man nicht die Hauptstraßen verwendet. Es war teilweise so anstrengend, dass selbst der sonst so coole Roberto auf der Rückbank angefangen hat sich lauthals auf italienisch über die bescheidenen Straßen zu beschweren. Als es dann dunkel wurde, kam noch erschwerend dazu, dass der Magen des kleinen Mädchen auf der Rückbank keine Lust mehr auf das Herumgeschaukle hatte und der Innenraum des Colectivos 2h vor Ankunft noch eine angenehme Duftmarke verpasst bekam. Sie tat mir aber irgendwie auch Leid. Gegen 22.00 Uhr sind wir dann schließlich in San Cristobal angekommen und unser Plan, den ersten Tag noch für eine kleine Tour durch die Stadt zu nutzen hatte sich erledigt, da wir beide von der doch relativ anstrengenden Autofahrt total erledigt waren. Als kleine Belohnung haben wir uns dann aber noch ein paar Tacos zum Abendessen geholt und sind danach gleich schlafen gegangen.

Unsere Belohnung nach der stressigen Fahrt im Colektivo.

Vielleicht noch ein paar Worte zu unser Unterkunft hier in San Cristobal: Wir haben hier ein kleines, nicht allzu zentral gelegenes Hostel gefunden (Hostal La Casa de Paco), welches uns allerdings nur 5 Euro pro Nacht gekostet hat. Das war bisher unsere günstigste Unterkunft. Roberto hatte nur 2 Nächte gebucht und wollte danach in den Nachbarstaat Oaxaca weiterreisen, dort allerdings nur 3 Tage verbringen. Ich hingegen wollte in Oaxaca mehr Zeit verbringen und ich habem ich daher dazu entschieden, dass es jetzt angebracht ist, dass Roberto und ich getrennt weiterreissen sollten. Er hatte generell einen engeren Zeitplan, da er im März bereits in Rio zum Karneval sein wollte, davor allerdings ganz Südamerika bereisen wollte. Er musste sich also etwas ins Zeug legen. Ich habe mich daher dazu entschieden es jetzt wieder etwas langsamer anzugehen und habe hier 4 Nächte gebucht. Zu Beginn war ich etwas skeptisch was das Hostel angeht, da die Betten ziemlich ungemütlich waren und ich mir nicht sicher war, ob ich mich hier erholen konnte. Allerdings waren die Betreiber und auch die Bewohner des Hostels so freundlich, dass ich mich hier schnell sehr Wohl gefühlt habe.

Am 23.10. haben wir uns als erstes Reiseziel, das etwa 20 Minuten mit dem Colektivo entfernte Dörfchen Chamula herausgesucht.

Dieses kleine Dorf ist dafür bekannt, dass viele der Bewohner Nachfahren der Maya sind und hier noch alte Traditionen der Maya zelebriert werden. Wir wollten uns einen Eindruck der Ortschaft machen und haben hier bestimmt 1,5 Stunden verbracht. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten hier ist die Katedrale aber auch die vielen kleinen Märkte auf denen lokale Produkte der Bauern verkauft werden, waren für uns beide beeindruckend. Zudem kam, dass die Menschen hier sehr freundlich waren, auch wenn wir nicht immer alles verstanden haben, da die Menschen hier kaum Spanisch sondern mehrheitlich die indigne Sprache der Tzotzil sprechen.

Wir sind dann weiter in die kleinen Gassen des Dorfes vorgedrungen und haben uns angeschaut wie die Leute hier leben und haben ein paar Aufnahmen der Häuser hier in dieser abgelegenen Region machen können.

Wir haben uns dann wieder auf den Rückweg nach San Cristobal gemacht und haben uns in der Stadt umgeschaut und sind durch die Straßen und kleineren Gassen geschlendert. San Cristobal hat mir wirklich gut gefallen. Die Stadt ist wirklich schön und es gibt viele kleine Cafés wo teilweise der lokal angebaute Kaffee angeboten wurde. Es gibt zudem einige echt schicke Restaurants in denen lokales Essen zu guten Preisen angeboten wurde. Wie in vielen anderen Städten in den ich bisher war, findet man im Zentrum der Stadt einen Park und ein paar Regierungsgebäude. Von hier aus verlaufen die Hauptstraßen mit den vielen Geschäften, Bars und Restaurants in alle Himmelsrichtungen und ich muss sagen, dass es hier in San Cristobal wirklich viel zu entdecken gab und auch Roberto hat es gut gefallen. Das einzige Manko hier ist, dass der Verkehr wirklich anstrengend sein kann. Ich habe versucht Fotos aufzunehmen, auf denen möglichst wenig Autos zu sehen sind, daher können meine Aufnahmen die Realität etwas verfälschen.

Am Tag darauf haben wir uns dann noch zu einem Spaziergang zum Markt in San Cristobal aufgemacht. Roberto hatte die letzte Nacht leider kaum schlafen können und somit war er relativ erledigt und konnte sich nicht meiner zu einer längeren Tagestour durchringen. Ausserdem fuhr sein Bus heute gegen Nachmittag ab und so haben wir uns entschieden es bei einem kleinen Rundgang durch den Markt zu belassen. Dort angekommen hat es dann ziemlich stark angefangen zu regenen, aber wir hatten uns zum Glück gerade Gastro-Bereich des Marktes ein paar Tacos bestellt, sodass wir hier den Schauer, der bestimmt eine Stunde anhielt, aussitzen konnten. Im Gegensatz zum Markt in Chamula konnte man hier neben einer Vielfalt von frischen Gewürzen, Obst, Gemüse und Fleisch auch haufenweise Klamotten und sonstiges Zubehör zum Beispiel für Handys oder ähnliches erwerben. Wir haben es trotzdem bei Tacos belassen.

Hier noch ein kleines Video vom Markt:

Zurück am Hotel haben Roberto und ich uns dann voneinander verabschiedet, da er ja heute weiter nach Oaxaca gefahren ist. Ich wollte hier noch 2 weitere Tage verbringen, um noch etwas das Umland von San Cristobal zu erkunden.

Am nächsten Tag hatte ich dann Geburtstag und habe eigentlich den ganzen Tag damit verbracht mit meiner Familie und Freunden zu telefonieren solang es die Zeitverschiebung zugelassen hat. Für die Leute im Hostel habe ich eine kleine Torte gekauft und sie haben für mich ein Geburtstagslied gesungen. Es war etwas ungewohnt meinen Geburtstag auf einer Reise zu feiern, trotz alldem hatte ich wirklich einen schönen Tag und habe mich über alle Nachrichten von den Personen, die an mich gedacht haben sehr gefreut. Danke hier noch einmal an der Stelle.

Am letzten Tag in San Cristobal habe ich einen Ausflug in den Arcotete-Park gemacht, welcher bekannt für seine Höhlen und Kieferwälder ist. Dieser liegt etwa 20 Minuten Autofahrt entfernt, aber ich habe mich entschieden den ersten Teil der Strecke zu Fuß zu gehen, da ich den Bereich der Stadt der zu dem Waldgebiet lag noch kaum gesehen hatte. Nach einer Stunde wurde es mir dann zu warm und habe mich in ein vorbeikommendes Colectivo gesetzt. Man wird direkt am Wanderweg rausgeworfen und so hab ich mich direkt auf den Weg in den Wald gemacht. Nach circa 20 Minuten habe ich dann die Höhlen erreicht, die man für 2o Pesos betreten kann. Die Höhlen sind nicht besonderes riesig, aber die kleinen Tunnel mit der niedrigen Deckee haben mir gut gefallen.

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