28.10.-14.11.23: Heroica Puebla de Zaragoza

Eigentlich wollte ich nach San Cristobal weiter in den Nachbarstaat Oaxaca reisen. Meine Pläne hatten sich aber kurz vor der Abreise geändert. Estefanias Familie, die in Heroica Puebla de Zaragoza (kurz Puebla) wohnt, hat mir angeboten in deren Haus unterzukommen, hier einige Zeit zu wohnen und von hier aus die Umgebung zu erkunden. Die Tagestouren, die ich in dieser Zeit unternommen habe, werden in seperaten Blog-Einträgen erscheinen, da dieser hier sonst viel zu lang wird und keiner von euch Lust hat so viel auf einmal zu lesen.

Das Angebot habe ich natürlich gerne angenommen und zudem stand am 02.11.23 mit dem Dia de los Muertes einer der wichtigsten Feiertag Mexikos vor der Tür. Diese Feiertag mit einer mexikanischen Familie zu feiern ist natürlich echt cool. Und so habe ich Oaxaca erst einmal übersprungen und bin mit einem kurzen Zwischenstop in Tuxtla Guiterres (die Hauptstadt Chiapas) direkt weiter nach Puebla gefahren. Die Tour nach Tuxla mit dem Bus ging fix und hat nur 1,5 Stunden gedauert. Die Busfahrt von Tuxtla war mit 15 Stunden hingegen um einiges länger und anstregender. Wie ihr aber auf der Karte sehen könnt, habe ich auf dieser Fahrt aber auch ordentlich Strecke zurückgelegt.

Meine Reiseroute von San Cristobal über Tuxtla Guiterres nach Puebla.

Heroica Puebla de Zaragoza (kurz einfach nur Puebla) ist mit 1,4 Millionen Einwohern nach Mexiko-City, Guadalajara und Monterrey die 4. größte Stadt in Mexiko und ist Hauptstadt des Bundesstaates Puebla. Nach Merida also nun meine 2. mexikanische Großstadt, die ich besuchen konnte. Leider habe ich die beiden Tage in Tuxtla als auch die ersten Tage in Puebla vollständig im Bett verbringen müssen, da ich Fieber mit allmöglichen Begleiterkrankungen bekommen hatte und somit insgesamt ganze 5 Tage lang nicht in der Lage war irgendetwas zu unternehmen. So habe ich von Tuxla lediglich das Hostelzimmer gesehen und kann euch leider überhaupt gar nichts über diese Stadt berichten und auch meine Erkundungstour in Puebla konnte erst so richtig am Dienstag den 31.10.23 losgehen. Insgesamt habe ich zusammen mit Estefanie während meines Aufenthaltes hier in Puebla 5 Touren in andere Städte unternommen: Nach Cholula, Atlixco, Mexico City, Chignahuapan und Zataclan.

Hier aber erstmal ein Bericht zu Puebla: Rückblickend hat mir Puebla wirklich sehr gut gefallen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier gibt es viel zu entdecken, die Stadt ist wirklich schön und das Essen hier ist auch richtig gut. Vielleicht fange ich erst mal mit meinem ersten Abend im freien an. Am 29.10. war Roberto zu Besuch bei einem Freund hier in Puebla und wir wollten uns noch einmal treffen, bevor er nach Mexico City weiterreist. So haben Estefania, Robert und ich uns für einen Spaziergang im Stadtzentrum getroffen und haben es uns dann zum Abschluss des Abends noch in einer Bar bei einem Bier gemütlich gemacht.

Den nächsten Tag habe ich dann noch im Bett gelegeben bevor ich mich fit genug gefühlt habe auch mal längere Spaziergänge zu unternehmen. Die folgenden Tagen, an denen ich keine Touren mit Estefania unternommen habe, habe ich genutzt um mir die Stadt anzuschauen. Angefangen habe ich mit der römisch-katholischen Kathedrale von Puebla im Herzen der Stadt. Diese ist circa 330 Jahre alt und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes der Stadt Puelba. Ich muss leider zugeben, dass mein Wissen im Bereich Religion ausbaufähig ist, aber ich schaue mir die religiösen Bauten der Städte trotzdem gerne an. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie die Menschen es bereits vor so langer Zeit geschafft haben, solche monumentalen Gebäude zu erreichten und dazu kommen noch diese ganzen detaillierten Verzierungen. Finde ich immer wieder faszinierend.

Wie bereits oben erwähnt feiern die Mexikaner am 02.11. das Fest der Toten (Dia de los Muertes). Aber nicht nur an diesem Tag sondern bereits Tage vorher werden in diesen Tagen die Toten gefeiert und so konnte man in der Stadt bereits viele Opferschreine, die den Toten gewidmet wurden, aber auch diverse Skulpturen mit Bezug auf die Feiertage, entdecken. So wurden im Park um die Kathedrale im Rahmen eines Wettbewerbes Skulpturen ausgestellt, für die man seine Stimme abgeben konnte. Ich habe mich zwar daran nicht beteiligt, habe für euch aber Fotos der meiner Meinung nach besten Skulpturen fotografiert:

An diesem Tag bin ich dann weiter durch die Stadt gezogen, bin durch die Haupt-Einkaufsstraße der Stadt gelaufen und bin zu Mittagessen zum Mercado La Victoria gegangen. Damit ihr euch einen besseren Eindruck von der Stadt machen könnt, habe ich an verschiedenen Stellen Fotos der Straßen gemacht.

Ich bin dann weiter durch die Stadt zum Tempel von Beato Sebastian de Aparicio. Dieser aus Spanien stammende katholische Franziskaner, hat hier viel für die Armen getan, hat eine Schule errichtet welche sich direkt neben dem Tempel befindet. Er wurde hier im Tempel beerdigt.

Auf Empfehlung von Estefanias Vater wollte ich mir dann noch den Templo de Santo Domingo mit der dazugehörigen Rosenkranzkapelle anschauen. Dieser Tempel in mitten der Stadt ist eines der berühmtesten Bauwerke der Stadt und gehört genauso wie die Kathedrale zum UNESCO-Weltkulturerbe der Stadt Puebla. Der Spaziergang hierhin hat sich wirklich gelohnt, der Tempel aber vor allem die Rosenkranzkapelle, die komplett mit Gold verziert ist, waren wirklich erstaunlich. Aber seht selbst:

Natürlich durfte wollte ich mir die Stadt auch am Abend anschauen und so habe ich mich am 02.11. zusammen mit Estefania und ihrem Vater in die Stadt gemacht. Wir haben uns die letzte halbe Stunde eines Konzertes der Angeles Azules mit anschließendem Feuerwerk angeschaut.

Die Musik war zwar nicht so ganz mein Ding, aber dafür war die Stimmung dort umso besser und das Feuerwerk war auch echt cool. Danach wollten wir noch was essen gehen und ich bin mit beiden zu dem angeblich besten Taco-Restaurant in Puebla gegangen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Tacos hier in der Antigua Taqueria La Oriental waren echt richtig gut.

In den Straßen liefen zudem viele Leute in Verkleidungen anlässlich des Feiertages herum und für ein paar Pesos konnte man zusammen mit denen Fotos machen. Es war allerdings so voll, dass wir hier keine gemeinsamen Fotos gemacht haben.

Insgesamt habe ich hier in Puebla 17 Tage verbracht und bin Estefania und ihrer Familie sehr dankbar, dass sie mich aufgenommen haben und mich mit in ihrem Haus haben wohnen lassen. Ich habe in dieser Zeit von ihr, ihrer Schwester Erika und auch vor allem von ihrem Vater viel über mexikanische Kultur, Traditionen und auch über mexikanischen Essen gelernt und habe diese Zeit hier sehr genossen. Ach ich hätte fast Mia, ihren Hund vergessen zu erwähnen. Ich habe noch nie so einen kuschel-bedürftigen Hund getroffen, aber sie ist so lieb und hat sich auch gut um mich gekümmert, vor allem als ich krank war und alleine im Haus war.

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