14.11.23 – 23.12.23: Oaxaca Teil 1

Die Reise nach Oaxaca

Am 14.11.23 verließ ich Puebla in Richtung Oaxaca de Juarez. Ich hatte im Vorfeld viel über die Stadt und den gleichnamigen Bundesstaat gehört und freute mich auf diese nächste Station meiner Reise. Wie immer startete ich morgens früh, um nicht allzu spät anzukommen. Die Reise im ADO-Bus war entspannt und dauerte insgesamt 6 Stunden. Schon während meiner Busfahrt konnte ich einen Eindruck von der atemberaubenden Landschaft in Oaxaca gewinnen.

Über Oaxaca

Oaxaca de Juarez hat etwa 255.000 Einwohner und liegt mit 1500 Metern über dem Meeresspiegel etwas niedriger als Puebla. Seit 1987 gehört das historische Zentrum von Oaxaca de Juarez zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es gibt diverse Märkte, Kathedralen, Kirchen und nahezu täglich finden in den Straßen der Stadt Feierlichkeiten statt. Kulinarisch ist Oaxaca interessant mit einer Vielfalt an Mole, Schokolade und anderen Spezialitäten. Aber vor allem ist der Staat Oaxaca für seinen Mezcal berühmt. Mezcal wird wie Tequila aus der Agave hergestellt, hat jedoch aufgrund seiner speziellen Herstellung einen einzigartigen Geschmack. Aufgrund der Höhenlage der Stadt ist es tagsüber relativ warm und nachts angenehm kühl.

Meine Unterkunft in Oaxaca de Juarez: Das Maka Hostel

Ich wählte das Maka Hostel für meinen Aufenthalt, da es zentrumsnah gelegen war und viele Aktivitäten anbot. Ursprünglich plante ich nur eine Woche dort zu bleiben, aber die angenehme Atmosphäre im Hostel veranlasste mich, meinen Aufenthalt auf 4 Wochen zu verlängern. Das Hostel war gut organisiert, sauber und gut ausgestattet. Außerdem gab es den süßen Hostelhund Luca, mit dem ich mich sofort anfreundete.

Rundgang durch die Stadt

Meine erste Aktivität in Oaxaca war ein vom Hostel organisierter Rundgang durch den Mercado 20 de Noviembre, einem der größten Märkte im Stadtzentrum. Hier findet man Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Chilis, Mole, Schokolade, Gewürze, Mezcal, Fleisch, Fisch und vieles mehr. Natürlich kann man hier auch gut essen. Besonders erwähnenswert sind Tlayudas, riesige Tacos in der Größe einer Pizza, und Chapulines, Insekten, die in diversen Gerichten verwendet werden. Ich habe sie ein paar mal probiert und fand ihren Geschmack interessant, auch wenn ich sie nicht wirklich mit einem anderen Lebensmittel vergleichen kann.

Ein Besuch des Stadtzentrums durfte natürlich nicht fehlen. Nach dem Marktspaziergang schloss ich mich mit ein paar Leuten aus dem Hostel zusammen und wir erkundeten die Stadt. Wir besuchten die Kathedrale der Stadt am Zocalo (dem Park im Zentrum) und gingen dann ins Stadtviertel Xochimilco im Norden, bekannt für seine Street-Art und farbenfrohe Atmosphäre.

Tagestour nach Hierve el Agua

Mein nächster Tagesausflug hat mich dann nach Hierve el Agua (zu deutsch etwa: kochende Wasser) geführt. Hierve el Agua liegt etwa 70 km von Oaxaca City entfernt, ist eine Steinformation, die auf Grund ihrer weißen Färbung wie ein Wasserfall aussieht und durch sehr kalkhaltige Frischwasserquellen geformt wurde. Auf der Spitze kann man sogar in dem Wasser baden gehen. Mit einer kleinen Gruppe aus dem Hostel ging es zuerst auf einer 1-stündigen Busfahrt zur nahegelegenen Stadt Mitla. Von hier aus ging es dann mit dem Colectivo weiter nach Hierve el Agua. Dort angekommen konnte man sich erst einmal in einem der vielen Restaurants mit Tacos und Mezcal auftanken.

Der Ausblick von hier aus auf die Berglandschaft von Oaxaca war sehr beeindruckend und meiner Meinung nach war es den Ausflug schon deswegen wert. Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, machten wir einen kleinen Rundgang um die riesige Steinformation. Es war mittlerweile mit 28 Grad Celsius echt heiß geworden und das anschließende Bad in den kalten Quellen von Hierve el Agua haben wir alle dann dankend angenommen. Nach dem Bad gab es dann noch einmal Mezcal bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben. Gegen 19.00 Uhr waren wir dann wieder zurück im Hostel.

Mehr Eindrucke aus dem Stadtzentrum Oaxaca de Juarez

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir bereits überlegt hier etwas länger zu bleiben und habe das Reisetempo etwas heruntergeschraubt. Ich habe mehr Tage damit verbracht die Stadt genauer zu erkunden und Restaurants auszuprobieren. Auf meinen Spaziergängen habe ich mehr Märkte entdecken können und habe hier viele lokale Spezialitäten ausprobiert. Neben kleinen Märkten für Alebrijes (Oaxaca ist übrigens Geburtsort der kleinen bunten Holzfiguren), bin ich über viele kleine Verkaufsstände in der Stadt geschlendert, habe kleine Kunstausstellungen in den Straßen entdeckt und habe diverse Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Paraden in den Straßen der Stadt gesehen.

Besuch der Ruinen von Monte Alban

Ich verbrachte aber auch mehr Zeit im Hostel und habe hier viele coole Leute kennengelernt. Neben den Volunteers, habe ich mich viel mit den Hostelgästen unterhalten. An einem Abend habe ich Giulia aus Deutschland kennengelernt und mit ihr zusammen bin ich am 19.11.23 zu den Ruinen von Monte Alban gefahren. Monte Alban ist eine archäologische Stätte, die etwa 20 Minuten mit dem Bus von Oaxaca entfernt liegt. Monte Alban war die Hauptstadt der Zapoteken, einer der zahlenmäßig größten indigenen Völker Mexikos, die im Bundesstaat Oaxaca lebten. Hier lebten zur Blütezeit des Volkes um 900 vor Christus etwa 35.000 Menschen. Monte Alban gehört zusammen mit dem historischen Stadtzentrum von Oaxaca de Juarez zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Ausflug mit Giulia hat mir sehr gut gefallen. Zum einen war die Anlage von Monte Alban echt riesig und man konnte auf fast alle Ruinen raufklettern und zum einen ist Giulia ein sehr cooler Reisebegleiter gewesen. Sie hatte immer gute Laune und wir haben uns die ganze Zeit sehr gut verstanden. Sie ist allerdings ein paar Tage später nach Puerto Escondido weitergereist und daher haben sich unsere Wege schon nach ein paar Tagen wieder getrennt, sonst hätte ich bestimmt noch mehr Touren mit ihr unternommen.

Besichtigung der Mezcal-Fabrik Don Agave

Wie ich ja bereits erwähnt hatte ist Oaxaca berühmt für seinen Mezcal. Über 50 % der Mezcalproduktion Mexikos findet im Bundesstaat Oaxaca und hier vor allem in kleinen bäuerlichen Betrieben statt, wird aber auch kommerziell von großen Betrieben hergestellt. Mezcal wird aus dem Fruchtfleisch der Agavenpflanze hergestellt und muss im Endprodukt mindestens 36 % Alkohol enthalten. Um etwas mehr über die Herstellung von Mezcal zu erfahren bin ich am 24.11.23 mit einer Gruppe aus dem Hostel in den kleinen Mezcal-Betrieb Mezcal Don Agave gefahren. Dieser liegt etwa 30 Minuten Busfahrt von Oaxaca entfernt zwischen Oaxaca und Mitla. Hier wird der Mezcal noch auf traditionelle Art hergestellt. Für die Herstellung des Mezcals werden verschiedene Agavensorten verwendet, die dem Getränk später ihren charakteristischen Geschmack verleihen. Dabei wird von den Pflanzen lediglich die ananasförmige Frucht verwendet, die etwa 7 bis 10 Jahre Wachstumszeit benötigt. Die Blätter der Pflanze werden abgeschlagen und die Frucht wird dann in kleinen Erdlöchern, die mit heißen Steinen ausgelegt sind, für einige Tage gekocht. Dieser Schritt verleiht dem Mezcal unter anderem seinen rauchigen Geschmack. Danach wird die Frucht zu einer Masse zermalmt und unter der Zugabe von Hefe wird alles fermentiert und anschließend 2 mal destilliert. Je nach Lagerungszeit ändert sich die Farbe und der Geschmack des Mezcals. Ein Mezcal der nicht gelagert wird heißt Joven, Reposado wird 2 bis 11 Monate gelagert und der Anejo verbringt mindestens 12 Monate im Fass. Bei einigen Mezcal sorten wird dann noch die Gusano-Raupe, die auf der Agavenpflanze wächst hinzugegeben. Sie soll dem Mezcal einen besonderes Geschmack verleihen. Häufig wird eine dieser Raupen dann noch in die fertig abgefüllte Flasche gegeben.

Der dickste Baum der Welt: El Árbol del Tule

Am Folgetag, dem 30.11.23, habe ich einen Ausflug nach Santa Maria del Tule gemacht. Diese Ortschaft liegt etwa 30 Minuten von Oaxaca City entfernt und ist einfach mit einem Linienbus zu erreichen der einen auch nach Mitla bringt. In dieser kleinen Ortschaft östlich gelegen von Oaxaca findet man den dicksten Baum der Welt: El Árbol del Tule (Der Baum von Tule). Der knapp 2000 Jahre alte Baum gehört zur Gattung der Sumpfcypressen (Taxodium mucronatum), ist etwa 41 Meter hoch, wiegt ca. 636 Tonnen und hat einen Durchmesser von 14 Metern. Ich habe versucht ein paar Fotos aufzunehmen, aber auf Grund der Größe des Baumes war es eine echte Herausforderung alles draufzubekommen. Der Baum ist wirklich groß und in Echt schaut er noch mal massiver aus als auf dem Foto.

Jetzt wo ich schon mal hier war, hatte ich mir überlegt einen kleinen Spaziergang durch Santa Maria del Tule und dem nahegelegenen Dorf Santo Domingo Tomaltopec zu machen. Beide Dörfer sind mit 8000 bzw. 2000 Einwohnern relativ klein. Das Zentrum von Santa Maria lag praktischerweise direkt am Baum von Tule. Nach knapp 30 Minuten durch die kleinen Gassen von Santa Maria und Santo Domingo kam ich am Marktplatz von Santo Domingo an. An diesem Tag versammelten sich die Einwohner des Dorfes um eine Wanderung nach Oaxaca zu unternehmen. Ich konnte nicht ganz verstehen, um was für eine Tradition es sich genau handelt, aber es hatte auf jeden Fall einen religiösen Hintergrund.

Wenn ihr mehr über meinen weiteren Aufenthalt in Oaxaca de Juarez lesen wollt, könnt ihr euch den Teil 2 durchlesen, der in nächster Zeit erscheinen wird.

4 responses to “14.11.23 – 23.12.23: Oaxaca Teil 1”

  1. Ooooh die Bilder von Oaxaca gefallen mir richtig richtig gut!! 🫶🏻 Dort ist alles so bunt unter fröhlich 🙂 Den Baum finde ich auch mega beeindruckend.
    Ich kann gut verstehen, dass du so lange dort geblieben bist! 🙂

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    1. es ist wirklich sehr bunt in der stadt. es war so schön dort 🙂

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  2. Ich kann mich Pia nur anschließen. Alles sieht so beeindruckend aus. Das wirst du in deinem Leben wohl nie vergessen. Sie Gegenden sehen wunderschön aus.

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    1. ja ich denke auch. bisher hat mir oaxaca am besten gefallen. aber es kommen ja auch noch ein paar mehr städte und länder

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