Über Puerto Escondido
Während meines insgesamt 5-wöchigen Aufenthalt im Bundesstaat Oaxaca, habe ich insgesamt 1 Woche in Puerto Escondido verbracht. Puerto Escondido liegt an der Pazifikküste von Oaxaca circa 300 km von Oaxaca de Juarez entfernt. Lange galt dieser Küstenort auf Grund seiner ruhigen und entspannten Atmosphäre als Geheimtipp und Surferparadies für Rucksacktouristen. Auf Grund der doch sehr stark angestiegenen Popularität der Stadt ist dies mittlerweile nicht mehr der Fall und Puerto Escondido gilt heutzutage als eines der populärsten Reiseziele für Touristen. Trotz des Bau-Booms der in Puerto herrscht sind die Strände dieser Stadt wunderschön und man kann hier atemberaubende Sonnenuntergänge beobachten. Die Temperatur in Puerto ähnlich wie in Cancun sehr hoch (zur Zeit meines Besuches waren es im Schnitt 3o °C tagsüber) und auch die Luftfeuchtigkeit ist mit knapp 85 % hoch.
Anreise nach Puerto von Oaxaca
Von Oaxaca kommt man generell auf 2 verschiedene Arten nach Puerto. Es gibt zum einem ein Colectivo, welches einen in einer 7-stündigen Fahrt durch die Berglandschaft von Oaxaca direkt nach Puerto Escondido bringt und auf der anderen Seite einen Bus, der die Berge etwas umfährt aber dafür auch zwischen 11 und 13 Stunden benötigt. In Zukunft wird man aber in den Genuss einer Schnellstraße zwischen den beiden Orten kommen, da dieser nach einer jahrelangen Bauphase im 1. Quartal 2024 fertiggestellt werden soll und man in Zukunft nur noch knapp 2.5 Stunden benötigt. Ich habe mich für die etwas längere Fahrt mit dem Bus entschieden, da mein Magen auf solchen Zickzack-Reisen durch die Berge nicht immer mitspielt. So habe ich mich am 06.12.23 zusammen mit Romina, einer Berlinerin aus dem Hostel, mittels Nachtbus auf den Weg gemacht.

Ankunft im Hostel Bonita Escondida
Nach knapp 11 Stunden (geplanten 9,5 Stunden) kamen wir dann früh morgens um 8 Uhr in Puerto an, haben uns das erstbeste Taxi geschnappt und haben uns zu unserem Hostel, dem Bonita Escondida, bringen lassen. Ich persönliche finde, dass die Nachfahrten mit den Bussen irgendwie zu anstrengend sind, da ich kaum Schlaf bekomme und die Stunden die ich schlafe von schlechter Qualität sind. Am Folgetag bin ich dann meistens so kaputt von der Busfahrt, dass ich mich gefühlt den halben Tag ausruhen muss. Die 10 Euro, die man sich für die Hostel-Übernachtung spart sind es meiner Meinung nicht wert und in Zukunft wird es für mich keine Nachtfahrten mehr geben, wenn ich es vermeiden kann. Vielleicht noch ein paar Worte zum Hostel: An sich hat mir das Hostel ganz gut gefallen. Die Anlage ist allgemein sehr groß und die meisten Bereiche auch sehr sauber (der Pool wird jeden Tag gereinigt). Die Küche allerdings nicht so prickelnd. Ich habe hier nur einmal reingeschaut und habe sie danach nie wieder betreten. Die Schlafsäle für insgesamt 12 Personen waren groß genug, allerdings wird die Klima erst um 22:00 Uhr angeschaltet, sodass man tagsüber keinen Rückzugsort vor der doch sehr intensiven Hitze hat.
Nach der doch sehr anstrengenden Fahrt im Nachtbus, während der wir beide kaum geschlafen hatten, mussten wir uns erstmal etwas erholen. Allerdings konnten wir erst um 15:00 Uhr einchecken sodass wir knapp 7 Stunden überbrücken mussten, bis wir uns etwas einrichten konnten. Wir haben uns dazu entschieden zum nahegelegenen Strand zu gehen, in der Hoffnung dort vielleicht ein schattiges Plätzchen zu finden. Dort angekommen erwartete uns ein wirklich sehr schöner Strand. Der Sand ist angenehm weich, es weht ein leichtes Lüftchen und das Wasser ist im Gegensatz zu Cancun wirklich einigermaßen frisch (könnte aber auch daran liegen, dass mittlerweile “Winter” herrschte). Wir haben zum Glück ein kleines Fleckchen Schatten unter einigen Palmen finden können und haben hier den Rest unseres ersten Tages verbracht. Das Schwimmen in den Wellen macht echt Spaß und es lässt sich gut auch länger im Wasser aushalten. Nachdem wir erfolgreich im Hostel eingecheckt hatten, sind wir dann noch ein paar Kleinigkeiten im nahegelegenen Kiosk eingekaufen gegangen und konnten hier bereits einen schönen Sonnenuntergang beobachten.



Spaziergang durch Puerto Escondido
Den nächsten Tag habe ich damit verbracht einen ausgiebigen Spaziergang durch unsere nähergelegene Nachbarschaft zu machen und mich mit der Gegend etwas vertrauter zu machen. Genaugenommen die Region Zicatela. Puerto teilt sich so ein wenig in 3 Bereiche auf. Den nördlichen Bereich, wo auch mehr Einheimische wohnen, den mittleren Bereich Zicatela mit mehr Clubs und den eher entspannten südlichen Abschnitt La Punta, wo man auch die ganzen Surfen antrifft. Hier in Zicatela habe ich das erst mal mitbekommen wie stark die Region am wachsen ist. Fast an jeder Straße hat man mindestens eine Baustelle finden können. Hier werden in Zukunft mehrere duzende Hotels entstehen. Ansonsten war die Region rings relativ ruhig. Das hat mir nicht so wirklich gefallen und nimmt der Stadt auf jeden Fall den Flair einer entspannten Küstenstadt. Außerdem habe ich von den Einheimischen erfahren, dass hier sehr viel Vegetation wie Palmen abgeholzt werden, um für die großen Bauten Platz zu machen. Auch nicht so toll… Nach etwa einer Stunde durch die Straßen von Zicatela (das ist der Stadtbezirk in dem sich unser Hostel befand) habe ich dann eine kleine, wirklich nett angelegte Strandbar gefunden, wo ich mich von meinem Spaziergang in der Hitze bei einem Bier erholte.



Abends hatte ich mich dann mit Romina zum Spaziergang zum Strand und anschließendem Abendessen verabredet. Dieser war auch wieder so schön und es ist so entspannt bei der warmen Abendluft im Sand zu liegen und der Sonne beim untergehen zuzuschauen. Nachdem wir gemeinsam den Sonnenuntergang am Strand angeschaut hatten, ging es dann in ein Burgerrestaurant in der Nähe unseres Hostels. Das besondere an diesem Restaurant war die kleine Skate-Anlage in der Mitte des Restaurants. So konnte man seinen Burger genießen und nebenher Skatern bei ihrer Kunst zuschauen. Die Preise hier und allgemein im Touristenbereich von Puerto waren mir allerdings eigentlich viel zu hoch und die Woche in Puerto hat definitiv mein Budget gesprengt, welches ich mir festgelegt hatte, aber man hatte leider keine wirkliche Alternative, wenn man nicht nach Puerto-Downtown fahren wollte, welches nur mit dem Colectivo erreichbar war und kochen kam für mich in diesem Hostel auf gar keinen Fall in Frage.




Schildkröten-Freisetzung am Strand von Bacocho
Am darauf folgenden Tag haben wir uns mit Ricardo zum Frühstück verabredet. Ich habe ihn genauso wie Romina im Maka Hostel in Oaxaca City kennengelernt, ist aber 2 Tage nach uns in Puerto angekommen. Nach ein paar Stunden am Strand habe ich mich dann auf den Weg zum Strand von Bacocho gemacht. Hier kann man nämlich jeden Tag um 17:00 Uhr kleine Baby-Schildkröten ins Meer freilassen. Die Aktion wird von einem Naturschutzbund organisiert, der sich um den Fortbestand verschiedener Schildkröten-Arten hier in Puerto kümmert. Für 100 Pesos kann man hier eine kleine Schildkröte ins Meer freilassen. Nach einer kurzen Einführung über die Organisation und über die verschiedenen Schildkrötenarten, die hier brüten hat man dann ein kleines Schälchen mit seiner Schildkröte bekommen. Vor einer Absperrung konnte man diese dann auf dem Satz absetzen und ihr bei ihrem Marsch ins Meer beobachten. Interessant fand ich, dass Schildkröten den Strand an dem sie das Meer betreten am Geruch wiedererkennen und über nach Jahren im Meer es schaffen auf Grund des Geruches wieder genau an dem selben Strand selbst Eier zu legen. Daher war es extrem wichtig, dass man die Schildkröten nicht berührt, da man sonst den so sensitiven Geruchssinn der Tiere beeinflussen könnte. In Kombination mit dem Sonnenuntergang war es schon ein sehr emotionales Erlebnis für mich mit anzusehen wie die kleinen Tiere ihren Weg in das Weg bestreiten mit dem Wissen, dass sie vielleicht in vielen Jahren wieder hierher zurückkehren.




Tagesausflug nach Chacahua
Für den nächsten Tag hatten Romina und ich geplant einen Ausflug in den etwa 1,5 Stunden entfernten Nationalpark von Chacahua zu machen. Zusammen mit Diego, Ricardo, einem Freund der beiden, dessen Namen ich leider vergessen habe und Marion aus Mexico City haben wir uns zusammen in einem Mietwagen auf den Weg gemacht. Chacahua mit seine großen Seen liegt sehr abgelegen von Puerto und ist nur mit einem Boot von El Zapotalito aus, einem kleinen Örtchen direkt am See von Chacahua, zu erreichen. Der Nationalpark ist für seine noch sehr unberührte Landschaft, seinen Seen bekannt und zudem ist dieser Ort auch für Surfer sehr interessant, da hier wohl die Wellen sehr gut sein sollen. Auch übernachten ist hier in dieser abgelegen Region kein Problem, da man sich eine von vielen direkt am Strand gelegenen Hütten mieten kann. Auf Grund seiner abgeschiedenen Lage ist Chacahua auch noch nicht so überlaufen wie Puerto Escondido. Die Bootsfahrt von El Zapotalito aus dauert etwa eine Stunde und ist mit 3000 Pesos relativ teuer. Wenn man hier allerdings mit einer kleinen Gruppe ankommt und sich den Preis teilt ist es schon in Ordnung, da im Preis auch eine Rückfahrt inklusive ist. In dieser Stunde lotst einen der Kapitän des kleinen Bootes durch die vielen kleinen Inseln vom Nationalpark von Chacahua. Für mich war es ein einzigartiges Erlebnis, welches zusammen mit dieser Truppe noch einmal extra Spaß gemacht hat. In Chacahua angekommen, wurden wir dann an einem kleinen Strand mit ein paar Restaurants rausgelassen und haben wir 6 verschiedene Gerichte von Tintenfisch, Cerviche mit Krabben, Fisch und Muscheln gegessen.






Als es langsam dunkel wurde hat uns unser Guide noch angeboten uns an einen kleinen versteckten Platz am Strand zu führen von wo aus man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Wir haben das natürlich dankend angenommen und konnten hier einen wunderschönen Sonnenuntergang mit schönem Wellengang anschauen.






Als die Sonne dann untergegangen ist, hat uns unser Guide dann mit dem Boot zurück zu unserem Auto gebracht. Auf dem Weg dorthin konnten wir aber noch Biolumineszenz im Wasser beobachten. Dabei fängt das Wasser kurz an zu leuchten, wenn man mit der Hand durch das Wasser fährt. Dies wird durch kleine Organismen im Wasser ermöglicht, die Licht erzeugen können. Sichtbar ist das allerdings nur bei vollständiger Dunkelheit und zudem findet man diese Organismen auch nur an ganz bestimmten Orten. Der Ausflug nach Chacahua hat mir sehr gut gefallen. Unsere Freunde aus Mexiko City waren so lustig drauf und die Landschaft und vor allem die Bootsfahrt durch die Mangroven waren so schön. Es lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall mindestens einen Tag zu verbringen. Wenn man die Zeit hat, kann ich mir vorstellen, dass es auch cool ist hier die Nacht in einer der Hütten zu verbringen.
Tagesausflug nach Mazunte
Am Tag darauf, am 11.12.23, hatten Romina und ich uns vorgenommen einen Tagesausflug in das nahegelegene Mazunte zu machen. Mazunte liegt etwa 1.5 Stunden von Puerto Escondido entfernt und ist für seine Strände und sein entspanntes Flair bekannt. Mazunte ist im Gegensatz zu Puerto ziemlich klein und hat nur circa 650 Einwohner. Wir haben uns dazu entschieden mit dem Scooter dort hinzufahren. Zum einem gibt es keine direkte Verbindung von Puerto nach Mazunte und zum anderen wollte Romina mit dem Scooter fahren üben. So haben wir uns für 300 Pesos einen Scooter ausgeliehen und haben uns auf den Weg nach Mazunte gemacht. Die Fahrt dorthin mit dem Scooter hatte schon was an sich. Durch den Fahrtwind lässt sich die hohe Tagestemperatur gut aushalten und auch die Landschaft, die man auf die doch etwas langsamere Art der Fortbewegung mitbekommt war schön anzusehen.


In Mazunte angekommen sind wir dann gleich runter zum Strand und sind schwimmen gegangen. Die Wellen hier waren auch nicht so hoch wie in Puerto und es war etwas einfach sich im Wasser zu bewegen. Die Strände in Mazunte sind sehr mit denen in Puerto zu vergleichen und haben mir sehr gut gefallen. Es ist hier nur alles viel viel ruhiger und man kann hier noch mehr die Ruhe genießen.



Anschließend bin ich dann noch einmal los und habe einen kleinen Spaziergang durch den Ort gemacht. Es gibt in Mazunte eigentlich eine Hauptstraße in der man viele Restaurants findet aber auch kleine Läden mit handgemachten Gegenständen kann man hier erwerben. Es gibt neben einigen Hostels auch viele kleine Hütten, die man Mieten kann, falls man vorhat hier zu übernachten. Gegen 17:00 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht und sind kurz nach Einbruch der Dunkelheit wieder in Puerto Escondido angekommen. Auch dieser Ausflug nach Mazunte war sehr cool und hat sich echt gelohnt. Zusammen mit Romina hat er noch einmal mehr Spass gemacht. Genauso wie Chacahua kann ich einen Abstecher nach Mazunte wärmstens emfpehlen, wenn man sich in Puerto aufhält. Ich persönlich würde aber nächstes mal eher mit einem Quad fahren oder die Variante mit einem Colectivo wählen, auch wenn das Colectivo etwas länger braucht. Die Verbindung ist nämlich nicht direkt sondern mit einem Umstieg. Aber möglich ist es trotzdem.









Der letzte Tag in Puerto Escondido
Aber was ist ein Urlaub in Puerto Escondido ohne surfen? Richtig, nur ein halber Urlaub. Daher hatte ich mich für den letzten Tag überlegt eine Surfstunde bei einem vom Hostel empfohlenen Surflehrer zu buchen. Zusammen mit Romina haben wir uns daher zu den südlichsten Stränden von Puerto Escondido, La Punta, gemacht und haben dort erst einmal mit dem Surflehrer ein paar Trockenübungen gemacht. Danach sind wir dann raus ins Wasser und ich habe es sogar geschafft ein paar Wellen zu surfen. Natürlich hat uns der Lehrer dabei geholfen den richtigen Zeitpunkt zu finden, aber ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass ich es überhaupt hinbekommen würde. Nach 2 Stunden war es dann leider schon wieder vorbei und wir haben uns auf den Rückweg ins Hostel gemacht und konnten hier ein letztes mal den Sonnenuntergang beobachten. Am nächsten Morgen in der früh habe ich dann zusammen mit Ricardo den Bus zurück nach Oaxaca genommen. Romina hatte schon vorher geplant hier mehr Zeit zu verbringen und ist daher nicht mit uns gekommen. Nach knapp 15 Stunden Busfahrt kamen wir in Oaxaca an und wurden im Maka Hostel bereits erwaretet.
Im großen und ganzen hat mir die Woche rund um Puerto sehr gut gefallen. Das Klima ist zu dieser Jahreszeit auszuhalten und die Strände sowie die Sonnenuntergänge sind einfach nur schön. Was mir nicht so gut gefallen hat ist die Tatsache, dass hier so viel gebaut wird und durch den Touristenboom (meiner Einschätzung sind viele der hier ankommenden Pauschaltouristen mit mehr Geld in der Tasche als wir armen Rucksacktouristen) die Preise teilweise unverschämt teuer sind; teilweise ist ein Restaurantbesuch teurer als in Deutschland und das muss schon was heißen. Wenn ich alles in eine Waagschale legen müsste, würde ich trotzdem sagen, dass sich ein Aufenthalt hier auf jeden Fall lohnt.


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