Über Orizaba
Nach unserer Tour nach Tlaxcala am 26.12.23 haben Estefania und ich uns erstmal einen Tag Ruhe gegönnt bis wir zu unserem nächsten Trip aufgebrochen sind. Da ich die Gelegenheit nutzen wollte von Puebla aus, wo ich die Zeit von Weihnachten bis Neujahr verbracht habe, noch mehr Staaten rings um Puebla zu besuchen, haben wir uns dazu entschieden eine kleine Rundtour durch den Bundesstaat Veracruz zu machen. Dieser liegt westlich von Puebla und hat eine 1000 km lange Küste am Golf von Mexiko. Insgesamt wollten wir in 3 Tagen die Städte Orizaba, Córdoba, Veracruz und Xalapa besuchen. Die Städte Orizaba und Cordoba wollten wir an einem Tag besuchen, da sie so nach beieinander liegen. Für Veracruz und Xalapa planten wir jeweils einem Tag ein.
Das zum Pueblo Magico ernannte Orizaba liegt circa 2.5 Stunden Busfahrt von Puebla entfernt und hat circa 120.000 Einwohner. Die Stadt liegt in einem Tal umgeben von diversen Bergen und dem Vulkan Citlaltépetl, der mit seinen 5636 Metern gleichzeitig der größte Berg Mexikos ist. Orizaba ist eine der Städte Mexikos mit den meisten Flussläufen. Die Landschaft rund um Orizaba und allgemein im Bundesstaat Veracruz ist daher sehr fruchtbar und eignet sich unteren sehr gut für den Anbau von Kaffee. Nicht verwunderlich ist es daher, dass wir in allen Städten, die wir besucht hatten eine Vielzahl von Cafés mit echt richtig gutem Kaffee gefunden haben. Für Kaffeeliebhaber kann ich diese Region absolut empfehlen.

Spaziergang auf dem Paseo del Rio
Vom Busbahnhof in Orizaba haben wir uns wie immer erst einmal in die Stadtmitte begeben. Auf unserem Weg dorthin sind wir am Rio Orizaba vorbeigekommen. Dieser ist ein Nebenfluss des Blanco River, durchquert das Stadtzentrum, passiert dabei auch den Stadtpalast von Orizaba und kann mittels mehrerer in der Stadt verteilter Brücken überquert werden. Man kann aber auch beidseitig am Ufer des Flusses, am Paseo del Rio, spazieren gehen. Hier am Flussufer findet man außerdem das Orizaba River Animal Reserve. In mehreren Gehegen kann man entlang des Flusses geschützte Tierarten vorfinden. Auf unserem Spaziergang am Paseo del Rio ins Stadtzentrum haben wir neben Koyoten, Affen und diversen Vogelarten auch Löwen und Krokodile sehen können und haben uns auf einige doch sehr wackelige Brücken gewagt. Auch den großen, bunten Stadtnamen haben wir hier finden können







Auf unserem Weg sind wir auch an der Bodenstation der Seilbahn von Orizaba vorbeigekommen, die einen während einer 5-minüten Fahrt zum über der Stadt gelegenen Nationalpark Cerro del Borego bringt. Leider waren die Tickets für den Zeitraum, den wir für Orizaba vorgesehen hatten bereits ausverkauft und somit mussten wir auf diese Fahrt leider verzichten. Jedem der vor hat hier die Seilbahn zu nutzen würde ich empfehlen so früh wie möglich vor Ort zu sein und sein Ticket für seine gewünschte Uhrzeit zu besorgen.
Stadtpark mit Eisenpalast und Kathedrale von Orizaba
Auf dem Weg ins Zentrum sind wir noch durch eine kleine Einkaufsstraße geschlendert und sind dann am Parque Castillo, dem zentralen Platz in Orizaba angekommen. Hier gabs erstmal ein ausgiebiges Frühstück im Restaurant Tortas Pavitos. Für alle die es nicht wissen, Tortas sind in Mexikos ganz gewöhnliche Sandwiches nur halt im mexikanischen Style.






Unsere erste Station hier im Zentrum war der Eisenpalast von Orizaba (spanisch: Palacio del Hierro de Orizaba). Das besondere an diesem Palast ist, dass er vollständig aus Eisen und ein paar Holzkonstruktionen besteht. Im Jahr 1891 gab die Stadt Orizaba den Bau dieses Palastes bei der die belgischen Société Anonyme des Forges d’Aiseau in Auftrag. Der vollständig zerlegbare Palast wurde vom Belgier Joesph Danly konzipiert und die insgesamt 3369 Pakete plus Metallkonstruktion wurden per Schiff vom Hafen von Antwerpen in 3 Ladungen nach Veracruz verschifft. 1894, also 3 Jahre nach Anlieferung, wurde die Konstruktion fertiggestellt und gemeinsam mit den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit Mexikos am 16. September eingeweiht. Der Palast diente fast 100 Jahre lang als Gemeindesitz der Stadt und wird heutzutage als Gebäude für 6 verschiedene Museen und als Tourismusbüro verwendet.
Man kann den Palast kostenlos betreten, allerdings die Bereiche der Museen nicht betreten, wenn man keinen Eintritt zahlen möchte. Wir haben uns den Eintritt gespart und haben einen kleinen Rundgang durch das zweistöckige Gebäude gemacht.





Eigentlich direkt gegenüber vom Eisenpalast befindet sich die Kathedrale von Orizaba direkt am Parque Castillo. Der Bau dieser Kathedrale wurde im 17. Jahrhundert begonnen, wurde im Jahr 1720 vollendet. Die Kathedrale befindet sich auf einem Platz auf dem vorher mehrere Tempel der dort ansässigen indigenen Völker standen und war unsere zweite Station für heute. Wir konnten in Orizaba leider nicht alles anschauen was es hier zu sehen gibt, da wir nur knapp 4 Stunden Aufenthalt in Orizaba geplant hatten. Gegen 15:00 Uhr wollten wir dann weiter in das nur 14 km entfernte Córdoba fahren. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in Orizaba zählen unter anderem das ehemalige Kloster San Jose de Garcia, der Palast von Orizaba, der botanische Garten und das Poliforium Mier y Pesado. Diese Orte konnten wir leider nicht besichtigen, sind aber auf jeden Fall einen Abstecher wert.



Paseo de los 500 Escalones
Unsere letzte Station für heute in Orizaba war der Wanderweg der 500 Stufen (Paseo de los 500 Escalones), welcher etwas außerhalb der Stadt gelegen ist. Hierbei handelt es sich um kleinen Wanderweg mit einer großen Treppe, die aber eigentlich nur 250 Stufen hat. Da man sie aber in den meisten fällen einmal runter und wieder raufgehen wird, kam sie so zu ihrem Namen. Wir wollten den Weg zu den Treppen nutzen, um die Stadt noch weiter zu besichtigen und sind auf Weg dorthin unter anderem am Mercado Melchor Ocampo vorbeigekommen und konnten hier Pinatas in unterschiedlichsten Formen und Farben bestaunen. Von Minions über Captain Amerika, dem Grinch bis hin zu Tequila-Flaschen war hier alles mögliche zu finden.






Um euch einen weiteren Eindruck der Stadt geben zu können, habe ich noch ein paar Fotos vom Stadt gemacht. Mir hat die Stadt Orizaba sehr gut gefallen. Neben seinen touristischen Sehenswürdigkeiten, über die wir heute leider nicht hinausgekommen sind, kann man in und auch in der näheren Umgebung von Orizaba vieles entdecken. Wie in fast allen Städten hatte ich auch hier das Gefühl, dass man hier sehr viel Wert auf die Sauberkeit der Stadt legt.


Nach knapp 20 Minuten zu Fuß haben wir gemerkt, dass unser Ziel doch etwas zu weit entfernt ist, um die gesamte Strecke zu Fuß zurückzulegen und sind daher spontan in einen Bus gesprungen, welcher uns etwas näher an unser Ziel gebracht hat. Nach einem weiteren kurzem Fußmarsch durch einen etwas abgelegeneren Stadtteil der Stadt waren wir dann endlich da. Hier merkten wir, dass wir bereits am oberen Ende der Treppe angekommen sind und jetzt schon einen tollen Ausblick auf die Berge bekommen konnten. Wir haben uns hier kurz aufgehalten und sind anschließend die 250 Stufen heruntergestiegen. Uns ist in dem Moment klar geworden, dass er Aufstieg zurück ziemlich hart werden wird, da die Stufen doch sehr steil waren.






Wir mussten leider feststellen, dass wir eine der Haupt-Attraktionen dieses kurzen Wanderweges nicht beobachten konnten. Der dort anzufindende Wasserfall dessen Form dem Kopf eines Elefantenkopfs ähnelt und daher auch Elefantenwasserfall genannt wird, führte nämlich auf Grund des fehlenden Regens der letzten Tage kein Wasser. Somit sind wir die Stufen hinuntergestiegen, haben einen kleinen Bogen am Fuß des Wasserfalls gedreht und sind anschließend wieder hinaufgestiegen. Danach haben wir uns auf den Rückweg in die Stadt gemacht und haben den Linienbus in die Nachbarstadt Córdoba genommen.




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