28.12.23: Córdoba

Über Córdoba

Nachdem Estefania und ich eine Stadttour durch Orizaba gemacht hatten, sind wird mit dem Bus in das nur knapp 14 km entfernte Córdoba gefahren. Die Stadt Córdoba wurde im Jahr 1618 gegründet und hat heutzutage knapp 200.000 Einwohner. Lange spielte die Stadt eine wichtige Rolle als Knotenpunkt der Handelsroute vom Hafen von Veracruz nach Mexiko-City und spielte in der Entstehungsgeschichte des Mexikos wie wir es heute kennen eine entscheidende Rolle. Die letzte Schlacht um die Unabhängigkeit Mexikos fand nämlich hier am 21. Mai im Jahr 1821 statt. Zudem unterzeichneten hier der mexikanische Revolutionär Agustín de Iturbide sowie der spanische Vizekönig Juan O´Donojú hier im selben Jahr die Verträge von Cordoba, welche die Unabhängigkeit Mexikos besiegelten.

Reise und Ankunft in Córdoba

Der Verkehr auf der Strecke von Orizaba nach Córdoba war leider so extrem, dass wir für die doch eigentlich sehr kurze Strecke eine ganze Stunde gebraucht hatten, die uns dann am Ende des Tages gefehlt hatte. Wir konnten leider nicht alles anschauen was wir geplant hatten, da wir eh schon einen knappen Zeitplan hatten und uns die lange Fahrt einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wir kamen also etwa um 16:00 Uhr in Cordoba an und hatten somit knapp 2 Stunden Zeit die Stadt bei Tageslicht zu erkunden. Leider spielte heute auch das Wetter nicht so ganz mit und wir mussten die zweite Hälfte des heutigen Tages mit dem Regenschirm herumlaufen. Aber wir hatten ja schon vorher aufs Regenradar geschaut und waren zum Glück vorbereitet.

Das Busterminal befand sich ähnlich wie das in Orizaba etwas außerhalb des Stadtkerns, aber wir haben hier die Gelegenheit genutzt uns einen ersten Eindruck der Stadt zu verschaffen und sind ein paar Runden durch die Straßen geschlendert und haben auf dem Weg auch ein paar Malereien zu den bereits von mir erwähnten Verträgen von Córdoba entdecken können.

Spaziergang über den Parque 21. de Mayo

Nach einem 15-minüten Spaziergang durch die Straßen von Córdoba erreichten wir schließlich den zentralen Park der Stadt den Park des 21. Mai im Kern der Stadt. Hier befindet sich auf der Nordseite des Parkes der Regierungspalast der Stadt und auf der Südseite kann man die Kathedrale der unbefleckten Empfängnis (spanisch: Catedral de la Inmaculada Concepción) der Stadt bestaunen. Rings um den Park verteilt findet man außerdem diverse Cafés und Restaurants. Mir ist hier aufgefallen, dass die Dichte an schicken Cafés zunahmen und wir hatten uns vorgenommen später gegen Abend ein paar dieser Läden zu besuchen. Der Einfluss des Kaffeeanbaus und der damit einhergehenden stark ausgeprägten Kaffeekultur war hier in Córdoba definitiv spürbar.

Regierungspalast von Córdoba
Parque 21 de Mayo

Begonnen haben wir unseren Rundgang mit der Besichtigung der Kathedrale. Der Bau der Kathedrale begann drei Jahre nach der Gründung der Stadt im Jahr 1618 und wurde erst knapp 100 Jahre später im Jahr 1725 fertiggestellt. Im 20. Jahrhundert wurde der eintürmigen Kathedrale dann ein zweiter Turm hinzugefügt. Meiner Meinung nach gehört die Kathedrale zu einer der schönsten die ich bisher in Mexiko gesehen habe. Vor allem die weißen Wände im Inneren des Gebäudes mit den goldenen Verzierungen sehen wirklich schön aus.

Kathedrale von Córdoba

Am Anschluss an den Kathedralen-Besuch verstauten wir schnell unser Gepäck in unserem sehr zentral gelegenen Hotel, dem Hotel Suites Cordoba. Für knapp 500 Pesos (umgerechnet knapp 28 Euro) haben wir hier eine kleine aber vollkommen ausreichende Suite für uns bekommen und waren beide mit der Unterkunft sehr zufrieden. Jetzt wollten wir uns eines der vielen Cafés ausprobieren und haben uns ein Café in der Nähe des Parque de San Jose, der etwa 10 Minuten Fußweg vom Parque 21 de Mayo entfernt war, ausgesucht. Dort befindet sich auch die Pfarrkirche von San José Obrero.

Nach einem kurzen Rundgang auf dem Parkgelände und einem Besuch der Kirche sind wir in das gegenüberliegende Café Dauzon gegangen. Leider waren wir beide eher enttäuscht vom Kaffee hier, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass es sich hier um eine Gastronomie-Kette gehandelt hat. Das haben wir aber erst nach unserem Besuch dort herausgefunden.

Im Café Dauzon.

Mittlerweile war es auch schon dunkel geworden und wir haben uns entschieden noch einmal zum Parque 21 de Mayo zu gehen und uns dort die Stadt im Schein der Weihnachtsdeko anzuschauen. Und ähnlich wie bereits in Tlaxcala wurden wir nicht enttäuscht. Die Stadt sah bei Nacht noch einmal ganz anders aus als bei Tageslicht.

Córdoba bei Nacht

Nach unserem eher ernüchternden Kaffee hatten wir uns als nächstes das Roccocó Blanco Cultural del Café rausgesucht und sollten diesmal nicht enttäuscht werden. Schon vom ersten Moment an als wir hier reinkamen konnte man eine besondere Atmosphäre spüren. Der gesamte Laden war total gemütlich eingerichtet, mit vielen Lichtern, kleinen Sitzecken und schicker Weihnachtsdeko. Es gab auch einen Bereich im Freien, der mit vielen Lichterketten ausgeschmückt war und super schön aussah. Der Café hier war echt super lecker und man konnte schon auf der Karte erkennen, dass die Besitzer sich hier auskennen. Wir haben hier bestimmt 2 Stunden verbracht und hatten echt einen schönen Abend. Wir haben uns auch ein wenig mit dem Inhaber unterhalten können, der uns ein weniger über sein Geschäft und seinen Kaffee erzählte, den er hier verwendet. Jedem der hier in der Stadt einmal vorbeikommt, kann ich dieses Café nur wärmstens empfehlen. Aber schaut einfach mal selber:

Das Café Rococó Banco Cultural del Café

Bevor wir zurück ins Hotel gegangen sind haben wir noch eine kleine Runde durch die Stadt gedreht.

Am Morgen darauf probierten wir dann noch ein weiteres Café aus bevor wir uns auf die Weiterreise nach Veracruz machten. Leider habe ich mir den Namen nicht gemerkt und auch auf google-maps konnte ich ihn leider nicht wiederfinden, aber auch hier war der Kaffee super lecker. Für die Weiterreise nach Veracruz hatten wir uns dazu entschieden eine Mitfahrgelegenheit über BlaBlaCar zu buchen und konnten so zu einem Schnäppchenpreis von 8 Euro pro Person unsere 1,5-stündige Reise durch den Bundesstaat Veracruz fortsetzen.

Auf Grund unseres engen Zeitplans haben wir natürlich nur einen oberflächlichen Eindruck der Stadt bekommen und sie hat bestimmt noch viel mehr zu bieten als das, was wir in den paar Stunden hier entdecken konnten. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit die Cafetelera San Felipe in der Nähe Cordobas zu besichtigen sich dort den Prozess der Kaffee-Herstellung selbst einmal anzuschauen.

Ein weiteres sehr beliebtes Ausflugsziel ist die Ex Hacienda de San Francisco Toxpan, eine ehemalige Zuckerfabrik in der archäologischen Zone Toxpan. Sie wurde 1692 errichtet und hier wurde bis zum Jahr 1950 Zucker hergestellt. Sie liegt nur etwa 15 Minuten Fußweg nördlich vom Zentrum entfernt.

Ebenfalls nördlich aber etwas außerhalb des Stadtgebietes befindet sich außerdem die Laguna La Redonda, ein kleiner See auf dem man die Landschaft in der Umgebung während einer Bootstour genießen kann.

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