30.12.23: Xalapa

Über Xalapa

Die vierte und gleichzeitig letzte Station unserer Tour durch den Bundesstaat Veracruz war die etwa 100 km von Puerto Veracruz entfernte Hauptstadt Xalapa. Die Stadt wurde im Jahr 1791 gegründet und hat circa 500.000 Einwohner. Wir befinden uns in Xalapa mittlerweile wieder auf einer Höhe von 1400 Metern über dem Meeresspiegel, daher war es nicht mehr ganz so warm wie in Puerto Veracruz. Wirtschaftlich spielt in Xalapa der Anbau von Kaffee, Zucker, Mais und tropischen Früchten aber auch die Viehzucht eine wichtige Rolle. Zudem ist Xalapa durch eine Bahnverbindung direkt mit den Städten Veracruz und Puebla sowie Mexiko-City verbunden. Allerdings findet auf den Schienen lediglich Güter- und kein Personenverkehr statt. Interessant ist ebenfalls, dass die mexikanische Chilipflanze Jalapeno nach der Stadt Xalapa benannt wurde, obwohl sie in der Region mittlerweile kommerziell kaum mehr angebaut wird.

Anreise und Ankunft

Für unsere Reise von Veracruz nach Xalapa entschieden wir uns wieder für Mitfahrgelegenheit, die wir über BlaBlaCar gebucht hatten. Für schlappe 5 Euro pro Person nahm uns ein aus Xalapa stammender Vater mit seinem Sohn mit. Nach knapp 1.5 Stunden Fahrt auf einer sehr gut ausgebauten Schnellstraße, auf der jedes Fahrzeug an insgesamt 2 Stellen eine Maut in Höhe von jeweils 70 Pesos zahlen muss, waren wir dann auch schon in Xalapa.

Als erstes führte uns unserer Besichtigungstour in den zum magischen Viertel ernannten Stadtteil Xallitic, welches für seine Kolonialmauern, gepflasterten Gassen und alten Gebäude bekannt ist. Xallitic galt außerdem lange als Zentrum der Entwicklung der Stadt, da sich hier zahlreiche Wasserquellen befinden, welche die Stadt und auch das Gebiet um die Stadt herum mit Wasser versorgte. Heutzutage kann noch man die öffentlichen Waschhäuser besichtigen, die hier im 18. Jahrhundert errichtet wurden. Hätte ich nicht gewusst, dass es sich hier um ein besonderes Viertel handelt, hätte ich es allerdings gar nicht gemerkt. Man hat zwar die alten Waschbereiche der Stadt sehen können und auch die schmalen Gassen und langen Treppen findet man nicht in jeder Stadt in diesem Ausmaß, aber man muss diese Auszeichnung wohl eher historisch betrachten. Aber ein paar coole Wandmalereien konnten wir auch hier entdecken.

Wir sind dann eine kleine Runde durch Xallitic gedreht und haben uns dann auf den Weg ins südlich gelegene Stadtzentrum gemacht. Auf einer Brücke, welches über die Waschhäuser führt, hatte man einen guten Ausblick auf die Stadt. Wie man hier sehen kann, hatten wir leider heute auch nicht so viel Glück mit dem Wetter. Es war die meiste Zeit ziemlich bewölkt und frisch, aber das kannte ich aus meiner Heimat ja schon. Für Estefania hingegen waren die Tage hier in Veracruz schon etwas herausfordernder, da dieses gemäßigte Wetter für Mexikaner bereits ein richtiger Winter darstellt und die Leute anfangen zu frieren. Es war für mich wieder einmal überraschend, wie unterschiedlich Temperaturen wahrgenommen werden.

Das Stadtzentrum von Xalapa

Den Mittelpunkt des Stadtzentrum der Stadt ist der Park Juárez. Hier findet man wichtige Gebäude wie den Regierungspalast des Bundesstaates Veracruz, den Regierungspalast der Stadt, die Kathedrale von Xalapa und auch einige Museen haben sich hier angesiedelt. Wir haben erst einmal eine kleine Runde durch den Park gedreht.

Parque Juárez mit benachbartem Regierungspalast der Stadt.

Wir versuchten anschließend einen Blick in das Gebäude der Landesregierung zu werfen. Auf dem Weg zum Eingang, sind wir an einem kleinem Markt vorbeigekommen, der eher einem kleinen Flohmarkt geähnelt hat. Hier konnten wir ein Snacks und Kaffee probieren und uns handgefertigte Kleidung und Malereien, gefertigt von den Einheimischen, anschauen. Anschließend durften wir einen kurzen Blick in das Regierungsgebäude werfen, allerdings war für uns nur das Erdgeschoss zugänglich. An der Außenfassade des Gebäudes haben wir große Malereien entdecken können, die einige wichtige Ereignisse der Stadtentwicklung zeigten.

Anschließend sind wir dann in die gegenüberliegende Kathedrale von Xalapa (Catedral de la Inmaculada Concepción de Xalapa) gegangen. Diese Kathedrale von Xalapa wurde das erste mal im Jahr 1641 errichtet. Die damalige Holzkonstruktion stürzte jedoch ein und wurde anschließend in der Form wie man sie heute besichtigen kann neu aufgebaut. Sie enthält nach diversen Umbauten im 18. Jahrhundert viele barocke Elemente. Vor allem die riesigen, bunten Fenster fand ich hier besonders beeindruckend. Direkt neben der Kathedrale befindet sich die Parroquia de Veracruz. Bevor wir unsere Besichtigung der Stadt fortsetzten haben wir hier noch einen Milchkaffee (in Veracruz Lechero genannt) getrunken und haben die Atmosphäre in diesem traditionellen Café genossen.

Besichtigung der Kathedrale von Xalapa und Kaffeetrinken in der Parroquia de Veracruz.

Daraufhin ging es weiter südlich zum See “El Lago” der mitten im Stadtgebiet liegt, um eine kleine Runde um den See zu drehen und ein Foto mit dem Stadtnamen zu machen. Hier konnten wir dein Phänomen erleben, von dem ich schon bereits im Vorfeld gelesen hatte. Im Herbst, Winter und Frühling zieht hier jeden Abend ein dichter Nebel auf, der auf das Zusammentreffen von kalt-trockener Berg- und warm-feuchter Meeresluft zurückzuführen ist und verantwortlich für viele Autofälle in der Region ist.

Am See entdeckten wir dann noch ein paar Stände wo Street-Food verkauft wurde. Ich hab hier das erste mal eine Banderilla probiert. Das ist genau genommen ein paniertes und frittiertes Würstchen. Anschließend haben wir uns hier in dem Stadtteil einen Platz zum Abendessen gesucht. Ich habe mich für eine tellergroße Quesedilla entschieden. Die war auch richtig gut.

Weiter ging es jetzt wieder Richtung Zentrum und dann weiter zum Hotel, dem Hotel Citlalli, welches zum Glück sehr zentrumsnah gelegen war. Hier konnten wir für 520 Pesos ein günstiges und sehr sauberes Zimmer bekommen und waren innerhalb von 5 Minuten Fußweg im Parque Juarez. Auf unserem Weg zum Hotel sind wir an diversen echt coolen Street-Art Malereien vorbeigekommen. Es waren so viele, dass ich euch hier nur die meiner Meinung nach besten zeige. Vor allem die legendäre Szene aus dem Film Shining war richtig gut gemacht und auch das kleine verrückte Mädchen, dass ich in Flammen gesetzt hat, fand ich irgendwie cool gemacht. Sie sagt so etwas in der Art wie: Ich habe mich selbst angezündet, damit ich wieder auferstehen kann.

Nachdem wir unsere Sachen im Hotel ablegten, wollten wir noch das Museum Museo Casa de Xalapa besuchen, das wir auf dem Weg entdeckt haben. Hierbei handelt es sich um ein Heimatmusesum, in dem man etwas über die Hauptstadt Xalapa erfahren kann. Neben der Entstehungsgeschichte der Stadt sind hier auch viele Exponate, die im Stadtgebiet gefunden wurden, ausgestellt und man kann einiges über die Vegetation der Region erfahren. Mitten im Museum gab es auch noch einen kleinen Garten.

Besichtigung des Museo Casa de Xalapa

Zum Abschluss es Tages gingen wir noch einmal auf den Parque Juárez und haben die abendliche Atmosphäre hier auf dem Platz eingefangen. Wir haben Fotos mit Pinguinen und dem Grinch gemacht und haben uns noch frittierte Bananen bei einem der vielen kleinen Stände auf dem Park geholt.

Unser Tag endete heute mit einem Besuch einer Filiale der Kaffee-Kette Bola de Oro, welche wir auf Empfehlung unserer Mitfahrgelegenheit aufsuchten. Nach einem weiteren Lechero, der mal wieder richtig gut war, ging es dann zurück ins Hotel. Am nächsten Morgen besuchten wir ein weiteres Mal die Parroquia am Parque Juárez und ließen uns dann per Taxi zur ADO-Busstation fahren. Um 10:oo Uhr verließen wir Xalapa in Richtung Puebla und beendeten damit unsere kleine Tour durch Veracruz.

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