10.01.24 – 27.01.24: Morelia Teil 1

Meine Reise nach Morelia

In meinem zweiteiligen Bericht möchte ich euch ein wenig über meine Reise nach Morelia erzählen. Im ersten Teil geht es vorwiegend um die Stadt an sich mit all seinen Sehenswürdigkeiten, Parks und seiner für Mexiko einzigartigen Architektur. Im zweiten Teil werde ich euch die kulinarische Seite der Stadt bzw. des Bundesstaates Michoacan zeigen.

Am 10.01.23 verließ ich Puebla und habe meine Reise nach knapp 2 Wochen Aufenthalt fortgesetzt. Als nächstes Reiseziel habe ich mir die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacan, Morelia, herausgesucht. Ich habe mich für eine Busfahrt mit dem Transportunternehmen Futura entschieden. Futura bietet Busreisen in die etwas weiter westlich und nördlich gelegenen Bundesstaaten an und ist etwas teurer als ADO. Die knapp 9 Stunden lange Busfahrt von Puebla, vorbei an Mexiko City bis nach Morelia hat mich etwas mehr als 900 Pesos, also umgerechnet knapp 48 Euro, gekostet. Alternativen gab es hier leider so gut wie keine. Es gab zwar einige Mitfahrgelegenheiten, diese fuhren aber erst viel später in der Woche. Die Reise war sehr ruhig und entspannt, da der Bus hauptsächlich auf einer Bundesstraße unterwegs war. Also kein hoch und runter wie in Oaxaca. Ich kam um 18:00 Uhr am Busbahnhof an und bin dann mit einem Uber weiter in meine erste Unterkunft, die etwas weiter zentral lag.

Meine Reiseroute nach Morelia.

Über Morelia

Morelia ist die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacan, hat etwa 750.000 Einwohner und ist damit die 22. bevölkerungsreichste Stadt Mexikos. Die Stadt wurde im Jahr 1541 im Auftrag des Viezkönigs von Neuspanien gegründet. Der ursprüngliche Stadtname lautete Valladolid zu Ehren der gleichnamigen, spanischen Stadt. Später im Jahr 1828 wurde der Stadtname dann zu Ehren des Unabhängigkeitshelden José Maria Morelos y Pavon in Morelia geändert. Heutzutage hat die Stadt historisch und auch kulturell viel zu bieten. So befinden sich im historischen Zentrum von Morelia zahlreiche historische Bauten wie beispielsweise der Clavijero-Palast, die riesige römisch-katholische Kathedrale und das Aquädukt von Morelia. In Morelia finden außerdem regelmäßig große internationale Festivals wie das im Jahr 1989 ins Leben gerufene Internationale Musikfestival Morelia statt. Auch kulinarisch hat Morelia bzw. der Bundesstaat Michoacan einiges zu bieten. Zu den bekanntesten lokalen Speisen zählen Corundas, Sopa Tarasca, Chongos, Zamoranos, Charrales, Uchepos, Carnitas und Enchiladas Placeras. Ich habe auf meiner Reise in Morelia fast alles probieren können.

Meine Unterkünfte in Morelia

In meinen 17 Tagen in Morelia habe ich mehrmals das Hotel wechseln müssen und konnte somit gleich 3 Unterkünfte in Morelia ausprobieren. Meine ersten 5 Nächste habe ich in der Estancia Maria Bonita Morelia, einer Mischung aus Hostel und Hotel, verbracht. Es gibt ein geteiltes Bad, Küche und Aufenthaltsräume, aber die Zimmer sind alle Privatzimmer jeweils für 1 oder 2 Personen. Die Nacht hier kostet etwa 13 Euro und ist somit echt sehr preiswert. Die Unterkunft ist sehr sauber, gepflegt und die Leute, die hier wohnen sind auch sehr entspannt. Definitiv ein anderes Klientel als in einem klassischen Hostel und zu 100 % empfehlenswert, wenn man es etwas ruhiger haben möchte. Das Internet ist zudem sehr schnell und ist super dafür geeignet um Serien oder Youtube zu schauen, wenn man das möchte. Ich wäre hier gerne die ganze Zeit geblieben, da ich mich echt sehr wohl gefühlt habe, aber leider waren zwischenzeitlich die Zimmer alle belegt, sodass ich für 6 Nächste ausziehen musste. Mein zweites Hotel, das Hotel Posada de Belen hat mir nicht so gefallen. Die Lage direkt am Busbahnhof von Morelia war zwar sehr praktisch für Tagesausflüge, aber das Zimmer war wirklich nicht sehr schön. Ich würde dort nicht noch einmal buchen. Außerdem haben sie mir gesagt, dass das Zimmer welches ich über booking.com gebucht hatte wohl nicht verfügbar ist und somit habe ich am ende 400 Pesos anstelle von 250 pro Nacht zahlen müssen. Später habe ich zudem bei google gelesen, dass die das wohl öfters mal machen. Nach einem weiteren kurzen Aufenthalt für 2 Nächte in einem Airbnb-Zimmer bin ich dann bis zu meinem letzten Tag in Morelia zurück ins Maria Bonita gezogen.

In den ersten zwei Tagen meines Aufenthalts habe ich erst einmal ein paar Spaziergänge durch die Stadt gemacht, um die Stadt kennenzulernen. Ich hatte bereits im Voraus eine Liste mit Sehenswürdigkeiten gemacht, die ich auf jeden Fall sehen wollte und habe mir dies für die ersten Tage vorgenommen. Generell ist mir aufgefallen, dass die Häuser hier in Morelia vor allem im Stadtzentrum, anders aussehen als in allen anderen Städten, die ich bisher besuchte. Das liegt daran, dass viele Gebäuden ein Morelia aus rosafarbenen Steinen erbaut wurden, den Cantera Rosa, wofür die Stadt in ganz Mexiko bekannt ist.

Steinfasseadn aus Cantera Rosa in Morelia.

Insgesamt kann man in Morelia sicher mehr als 10 Kirchen besichtigen und ich bin auch in jede einzelne reingegangen, aber ich erspare euch jetzt an dieser Stelle Fotos von jeder einzelnen und will euch nur diejenigen zeigen, die ich besonders schön fand. Da ist zu aller erst die Kathedrale von Morelia, die im Jahr 1744 fertiggestellt wurde. Bei Tageslicht sowie bei Nacht sieht diese Kirche einfach echt schön aus.

Die Kathedrale von Morelia

Eine weitere echt schöne Kirche ist der Tempel von San Diego, auch Heiligtum von Guadalupe genannt. Von außen erscheint sie in ihrem sehr einfach barocken Baustil zwar sehr schlicht, ist aber von innen echt schick. Hier findet man viele Verzierungen in rosa, rot und Gold.

Der Tempel von San Diego

Die dritte und letzte Kirche, die ich euch zeigen will ist der Tempel von San Agustin nur ein paar Blocks von der Kathedrale von Morelia entfernt. Auch diese Kirche sieht von außen eher schlicht und einfach aus, aber ist von innen sehr schön verziert. Jedem der Morelia besucht, kann ich einen Blick auf und in diese drei Kirchen auf jeden Fall empfehlen. Wie gesagt, es gibt noch viele mehr wie die Parroquia de San José, die Iglesia de la Merced, den Templo Capuchinas, den Templo de Santa Rosa de Lima und den Templo de San Franzisco, die sich alle mehr oder weniger im Stadtzentrum befinden und die ich auch alle besucht habe und auch alle einen Besuch wert sind.

Der Tempel von San Franzisko

Direkt neben der Kathedrale von Morelia befindet sich auch der zentrale Platz der Stadt, der Plaza de Armas. Hier haben sich neben einigen Hotels auch viele Bars, Cafés und Restaurants angesiedelt. Der Platz stellt mehr oder weniger den zentralen Punkt des historischen Zentrums der Stadt dar und ist tagsüber sowie abends und bei Nacht immer gut besucht.

Plaza de Armas

Ein paar Straßen nördlich gelegen vom Plaza de Armas befindet sich der Jardín de las Rosas (Rosengarten). Ein kleiner Park umgeben von historischen Gebäuden wie dem Templo de Santa Rosa de Lima oder dem Palacio Clavijero, ein Gebäude welches heutzutage für Ausstellungen genutzt wird. Hier im Rosengarten findet man auch wieder viele Häuser sowie einen Brunnen aus den typischen rosafarbenen Steinen als auch einige kleine Cafés und Restaurants. Ich bei meinem Rundgang durch die Stadt hier die Gelegenheit genutzt, um meine erste lokale Spezialität, die Corundas, zu probieren. Bei den Corundas handelt es sich um kleine Teiglinge aus Maisteig, eingewickelt und gegart in Maisblättern, welche mit verschiedenen Zutaten wie zum Beispiel Hähnchen gefüllt sein können und zusammen mit einer Sahnesauce, Käse und einer Salsa serviert werden. Sie ähneln sehr den Tamales, die ich bereits in verschiedenen Städten probiert hatte und geschmacklich waren sie ähnlich gut.

Jardín de las Rosas

Nach einer kurzen Pause bin ich dann rüber zum Palacio Clavijero gegangen. Seit seinem Umbau im Jahr 2008 wird diese Anlage als Kulturzentrum für diverse Kunstausstellungen verwendet. Historisch gesehen diente dieser Palast als Unterrichtsstätte für Ordensleute der Jesuiten. Der Eintritt hier war frei und so konnte ich mir hier die Anlage als auch die 5 verschiedenen Ausstellungen kostenlos anschauen.

Palacio Clavijero

Zum Abschluss des Tages habe ich noch einen kleinen Abendspaziergang durch die Stadt gemacht. Zum Glück war ich aber nicht alleine sondern hatte mit Fatima eine nette Begleitung. Sie habe ich direkt am ersten Tag in Morelia kennengelernt. Leider haben wir uns nicht noch ein weiteres Mal treffen können, da sie nächste Zeit nicht mehr in Morelia war. Bei unserer kleinen Tour habe hier unter anderem das Aquädukt von Morelia als auch die Tarasca-Fontäne gesehen, welches ich mir natürlich an einem anderen Tag noch einmal bei Tageslicht anschauen wollte. Zudem befindet sich hier direkt an der Tarasca-Fontäne ein kleiner Platz mit ein paar gemütlichen Restaurants und Bars. Hier habe ich in meiner Zeit in Morelia ein paar Abende bei einem gemütlichen Bier oder Cocktail verbracht.

Morelia bei Nacht.

Die nächsten Tage habe ich damit verbracht die Stadt noch weiter zu erkunden. Im Gegensatz zu anderen Städten wie zum Beispiel Oaxaca findet man außerhalb des Zentrums noch viele andere Zonen, die nicht nur aus Wohnhäusern bestehen. Es gibt viele kleine Parks, die überall in der Stadt verstreut sind und auch mehrere große Straßen mit schicken Bars, Cafés und Restaurants. Als erstes habe ich mich noch einmal auf den Weg zum Aquädukt von Morelia gemacht. Das knapp 2 km lange Aquädukt wurde im JahrJahr 1745 errichtet und versorgte die Stadt bis 1910 mit Wasser aus den umliegenden Bergen. Heutzutage führt das Aquädukt natürlich kein Wasser mehr, ist aber eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mir kam zu Ohren, dass es Glück in der Beziehung bringen soll, wenn man mit seinem Partner das gesamte Aquädukt abläuft und sich über jedem der 253 Bögen einen Kuss gibt. So wie ich es verstanden habe sind dabei leider einige mal Personen vom Aquädukt gefallen und seitdem darf man dort leider nicht mehr spazieren gehen.

Aquädukt von Morelia

Auch die Tarasca-Fontäne habe ich mir noch einmal angeschaut, die sich direkt neben dem Aquädukt befindet. Sie zeigt drei knieende Frauen, die einen Obstkorb halten. Eine ursprüngliche Bedeutung dieser Skulptur existiert nicht wirklich, aber heutzutage steht diese Statue für die Stärke der Frauen in der Gesellschaft und ist neben dem Aquädukt eines der wichtigsten Statuen der Stadt.

Tarasca-Fontäne

Nur ein paar Minuten Fußweg entfernt befindet sich die wohl schönste Straße in Morelia die Callejon del Romance (deutsch: Gasse der Romantik). In dieser im 19. Jahrhundert errichteten Straße wohnten überwiegend Arbeiter einer nahegelegenen Fabrik. Die Häuser der Gasse wurden damals errichtet, damit die Arbeiter schneller zur Arbeit kommen konnten. Außerdem dienten die Häuser dort als Übernachtungsmöglichkeit für diverse Händler, die auf den Straßen ihre Waren anboten. Heutzutage ist die kleine schicke Gasse eine Touristenattraktion. Auf den Fassaden der der Häuser findet man Verse des Gedichtes “Romance de mi Ciudad” des in Morelia geborenen Dichters Don Lucas Ortiz. Auf Grund dessen erhielt die Straße auch ihren Namen.

Callejon del Romance

In den Straßen und vor allem auf den großen Plätzen in Morelia findet man viele kleine Straßenhändler, die ihre handgefertigten Waren anbieten. Natürlich findet man auf diversen Ständen auch Souvenirs, die man als kleine Erinnerung mitnehmen kann. Von Flaschenöffnern, Schmuck, Geldbörsen, kleine Schnapsgläser und handgefertigten Gegenstände aus Kupfer und Holz kann man hier alles bekommen. Die folgenden Aufnahmen habe ich auf einem Markt direkt vor der Kirche San Agustin gemacht. Hier verkaufen die Händler jeden Samstag und Sonntag ihre Waren.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist Bronzestatue von José Maria Morelos y Pavon. Diese Statue findet man ganz in der Nähe des Santuario de Guadalupe im Jardín Morelos. Sie zeigt Morelos auf einem Pferd, dass eines seiner Vorderhufen in die Luft hält. Mir wurde erklärt, dass die Positionierung der Hufen bei solchen Statuen eine Bedeutung haben. Hierbei bedeutet das Heben eines Vorderhufs, dass der Reiter an den Verletzung in einer Schlacht ums leben gekommen ist.

Und hier noch eine Kleinigkeit für alle Katzenliebhaber unter euch: In der Nähe der Statue am Rande des Waldes Cuauhtémoc bin ich auf eine kleine Katzenfamilie gestoßen. Ein Einheimischer war gerade dabei die Katzen zu füttern und hat mir erzählt, dass die Einwohner der Gegend sich hier sehr gut um die herumlaufenden Katzen kümmern. Außerdem konnte ich noch ein kleines dickes Eichhörnchen beobachten. Im Wald selbst gab es noch einen kleinen Teich mit Enten. Im Wald bzw. eher Park waren viele Familien mit ihren Kindern unterwegs. Die Kinder hatten sichtlich Spaß an den Enten.

Katzen, Eichhörnchen und Enten im Wald Cuauhtémoc

Für mich persönlich ist Morelia die bisher schönste Stadt, die ich in Mexiko besucht habe. Vor allem die Häuser im historischen Zentrum, die aus den rosa Steinen errichtet wurden sind wirklich schick. Daher möchte ich auch noch ein paar Impressionen von Morelia zeigen.

In den Straßen von Morelia

Hier in Morelia habe ich auch Karen kennengelernt. Sie hat mir viele ihrer Lieblings-Bars, Restaurants und Clubs gezeigt. Zudem habe ich in meinen 17 Tagen hier in Morelia auch 2 Tagestouren zusammen mit ihr gemacht. Meine Touren außerhalb von Morelia innerhalb von Michoacan werde ich in einem dritten Artikel für euch zusammenfassen. Und seid gespannt, es sind ein paar sehr coole Orte dabei.

Mit ihr zusammen habe ich das erste mal eine Bar besucht, die auch deutsches Bier im Angebot hatte. Diese Bar befindet sich auf einer großen Straße in Morelia, dem Boulevard Garcia de Léon. Auf dieser Straße findet man vor allem Bars und am Wochenende ist hier immer was los. Zwar findet man in der Beer Bank über 200 verschiedene internationale Biermarken aber vor allem durch sein deutsches Eingangsschild mit den Wörtern “Bier Haus” hat man das Gefühl in einer deutschen Bar zu sein.

In der Beer Bank Morelia

Als letzte Station in diesem Bericht möchte ich euch noch ein paar Bilder aus einem großen, modernen Einkaufszentrum zeigen. Wir sind hier abends hingefahren, da man das Einkaufszentrum auf einem kleinem über der Stadt gelegenen Hügel liegt und man von hier einen schönen Blick auf die Stadt hat, welcher vor allem bei Abend sehr schön ist. Hier im Einkaufszentrum Paseo Altozano findet man alles was man auch in einem deutschen Zentrum findet. Schmuckläden, Kleidung, Restaurants, Elektronic etc. Aber halt alles Marken wie man sie auch in Europa kennt wie zum Beispiel Lacoste, Zara, Pandora, Starbucks, Dominos und viele weitere. Wir sind hier aber nicht zum Shoppen hingefahren, sondern eigentlich nur weil sie mir den Blick auf die Stadt zeigen wollte. Hier sind ein paar Aufnahmen unseres kleinen Ausflugs:

Blick auf Morelia

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