14./15.01.24: Pátzcuaro und Ziráhuen

Während meiner 17 Tage in Morelia war ich natürlich nicht nur in Morelia selbst, sondern habe auch andere Orte in Michoacan besucht. Schon vor meiner Reise habe ich mit Victor (einem Freund von mir aus Wien, der in Morelia studiert hatte) geredet und ihn gefragt, welche Orte er mir empfehlen kann. Er meinte, dass die Kleinstadt Patzcuaro, die etwa 60 Minuten Autofahrt von Morelia entfernt liegt, einer der schönsten bzw. interessantesten Orte in Michoacan wäre. Außerdem hat er mir einen Auslug in das Biosphärenreservat Mariposa Monarca empfohlen. Einem Ort an dem jedes Jahr Millionen von Monarchfaltern nisten. Ich habe natürlich auch selber noch etwas Recherche betrieben und habe mich etwas über die Pueblos Magicos und die anderen Städte in Michoacan informiert. In Michoacan kann man insgesamt stolze 10 Pueblos Magicos finden. Natürlich war es für mich nicht möglich alle 10 zu besuchen, da einige teilweise sehr weit von Morelia entfernt liegen, aber mit Patzcuaro und dem Biosphärenreservat Mariposa Monarca nahegelegene Angangueo befanden sich bereits zwei Pueblos Magicos auf meiner Liste. Außerdem wollte ich die zweitgrößte Stadt in Michoacan, Uruapan, besuchen. Neben dem historischen Zentrum von Uruapan kann man hier den Nationalpark von Uruapan, welcher sich mitten in der Stadt befindet, als auch einen etwas außerhalb gelegenen Wasserfall besichtigen.

Patzcuaro

Am 14.01.24 unternahm ich zusammen mit Karen, die ich in Morelia kennengelernt habe, meinen ersten Ausflug in Michoacan. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Freundin sind wir zu 4. im Auto nach Patzcuaro gefahren. Dieses 60.000 Einwohner große Pueblo Magico liegt etwa 1 Stunde Autofahrt von Morelia entfernt. Nicht nur sein historisches Zentrum, sondern vor allem seine Nähe zur Insel Janitzio macht Pátzcuaro zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen. Wir hatten uns für diesen Tag vorgenommen die Insel Janitzio zu besuchen und am Nachmittag/Abend dann einen Rundgang durch die Stadt zu machen. Karen war schon sehr häufig hier und und kennt das Städtchen bzw. alle schönen Ecken der Stadt daher sehr gut. Ich musste mich daher dieses mal nicht wirklich vorbereiten auf das, was wir heute unternehmen würden und war sehr glücklich darüber.

Nach unser Ankunft gingen Karen und ich direkt zu der Anlegestelle von wo aus die Boote nach Janitzio ablegten.

Ankunft in Patzcuaro

Ihre Mutter und ihre Freundin verbrachten den Rest des Tages unter sich und wir trafen sie erst am Ende des Tages wieder. Am Hafen angekommen gab es als Stärkung erst einmal Micheladas (viel besser kann ein Tag eigentlich gar nicht starten). Dazu gabs eine kleine Portion Charales. Charales sind ca 10 cm kleine Süßwasserfische die sehr typisch für die Region um Pátzcuaro sind. Diese werden getrocknet und dann anschließend frittiert. Wenn man vor Ort ist, sollte man sie zumindest einmal probiert haben, da sie super lecker sind.

Micheladas und Charales in Pátzcuaro

Für etwa 110 Pesos pro Person kann man sich direkt vor Ort das Ticket für das kleine Boot nach Janitzio kaufen. Vorab noch ein paar Worte zur Insel selbst: Janitzio befindet sich im See von Pátzcuaro. Die Menschen, die auf der Insel leben, finanzieren sich hauptsächlich durch den Tourismus. Die Insel ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, da sich in der Mitte der Insel eine 48 m große Statue des Nationalhelden José Maria Morelos y Pavón befindet. Im Inneren der Statue befinden sich Treppen, die bis hin zur Spitze (der erhobenen Hand von Morelos) führen. Von hier hat man einen tollen Ausblick über den Pátzcuaro See und die umliegenden Gebiete.

Die Bootsfahrt nach Janitzio dauert etwa 30 Minuten und man bekommt sogar Live-Musik geboten.

Auf der Insel angekommen begannen wir auch gleich mit unserem Fußmarsch zur Statue. Der knapp 20-minütige Fußweg führt einen dabei durch viele kleine Gassen, in denen die Einheimischen ihre handgefertigte Waren anbieten. Auch eine kleine Husky Welpe kreuzte unseren Weg.

Oben angekommen sieht man erst einmal wie groß die Statue wirklich ist. Für 10 Pesos kann man in die Statue reingehen und die Stufen hinaufgehen, was wir dann auch gemacht haben.

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Statue ging es dann auch schon wieder nach unten. Auf unserem Rückweg machten wir dann noch an einem kleinen Aussichtspunkt Stopp von dem man einen guten Blick über den Friedhof der Insel hatte.

Unten an der Anlegestelle angekommen, konnten wir uns noch eine Aufführung eines traditionellen Tanzes, dem Tanz der Alten (Baile de los Viejitos), anschauen. Die Tänzer tragen dabei Masken lachender, alter Männer und Frauen und machen mit ihren Holzschuhe im Rhythmus der Musik Klappergeräusche. Es ist einer der bekanntesten Tänze der indigenen Völker Mexikos und hat seinen Ursprung hier in Pátzcuaro.

Im zweiten Teil des Tages besichtigen wir dann Pátzcuaro selbst. Vor unserem Spaziergang gab es aber erst einmal eine Stärkung im Stadtzentrum im Restaurant La Surtidora. Als Vorspeise bestellten wir uns beide eine Sopa Tarasca, eine Spezialität aus Michoacan, und als Hauptspeise gab es dann zwei verschiedene Arten von Enchilladas. Beides war super lecker.

Direkt im Anschluss drehten wir eine kleine runde im zentralen Park, dem Plaza Vasco de Quiroga.

Anschließend sind wir dann etwas um die Häuser gezogen bevor es dunkel geworden ist und ich habe ein paar Aufnahmen der Stadt gemacht. Was hier auffällt, dass der Großteil der Fassen in weiß und rot gefärbt ist wobei der untere Teil immer rot und der obere Teil immer weiß ist. Auffällig ist auch, dass der Anfangsbuchstabe eines jeden Geschäftes mit einem roten Buchstaben beginnt. Pátzcuaro ist wirklich ein kleines hübsches Städtchen und mir hat der Ausflug hierher wirklich gut gefallen.

Karen holte sich dann in einem Eisladen direkt am Zentrum noch ein Eis. Beim Warten sind mir hier einige coole Bilder aufgefallen, die hier in dem Eisladen aufgehängt wurden und die ich noch mit euch teilen wollte.

Auch kulinarisch bekommt man hier viele traditionelle mexikanische Gerichte serviert, obwohl der Ort sehr touristisch ist was meiner bisherigen Erfahrung meist mit höheren Aufkommen internationaler Küche verbunden ist. Das ist hier definitiv noch nicht der Fall. Auch noch interessant: Die Feierlichkeiten rund um den Feiertag Tag der Toten werden hier sehr ausgiebig und intensiv gefeiert. Die Insel Janitzio zum Beispiel versinkt in diesen Tag fast vollständig in den für diese Feiertage typischen orangen Blumen Cempasúchil.

In den Straßen von Pátzcuaro

Gegen 19:00 Uhr wurde es dann dunkel und wir machten uns zusammen mit den anderen beiden auf den Heimeet nach Morelia.

Ausflug in den Abenteuerpark Zirahuen

Am Folgetag dem 15.01.24 sind Karen und ich zusammen mit ihrem Auto in den kleinen Abenteuerpark Zirahuen gefahren. Dieser liegt auf der selben Strecke nach Pátzcuaro ist allerdings noch etwas weiter von Morelia entfernt, sodass wir circa 1.5 h unterwegs waren. Dieser kleine Park liegt direkt am See von Zirahuen und liegt etwas außerhalb des gleichnamigen Dorfes. Mitten in einem wunderschönen Waldgebiet hat man die Möglichkeit sich eine kleine Hütte zu mieten und die Natur zu genießen. Außerdem werden diverse Freizeitaktivitäten auf dem Gelände wie z.B. Seilbahnfahren, Paintball, Kajak-Fahren, Quad-Touren und Pferdereiten angeboten.

Bevor wir aber zum Park fuhren, machten wir noch einen kurzen Stopp in Zirahuen, um zu Frühstücken. Karen kannte sich hier bereits aus und wusste genau wo man hier am besten was essen konnte. Wir folgten einer Straße bis hin zum See wo sich am Ende der Straße diverse Restaurants angesiedelt hatten. Hier gab es natürlich viel frischen Fisch, aber so früh am morgen wollte ich dann doch noch kein Fisch essen. So blieb es vorerst bei Quesedillas (hab leider kein Foto gemacht). Vom Steg des Restaurants aus, hatte man einen schönen Blick auf den Zirahuen-See.

Nach dem Essen gings dann direkt weiter in den nicht weit entfernten Park. Wir hatten leider nicht die Möglichkeit bzw. Zeit uns eine Hütte zu mieten und hier etwas mehr als einen Tag zu verbringen, aber wenn man die Gelegenheit kann ich das wirklich nur empfehlen, da die Gegend hier wirklich extrem schön, ruhig und ab von jeglicher Zivilisation ist. Karen war bereits schon einmal mit ihrer Familie hier und hatte leider nicht die Möglichkeit die Aktivitäten zu machen, auf die sie Lust hatte, umso mehr hat es mich gefreut, dass ich das heute mit ihr zusammen erleben durfte. Wir entschieden uns für das Seilbahnfahren und das Kajak. Die Preise hier waren auch voll in Ordnung. Ich glaube für die Seilbahn haben wir pro Person knapp 300 Pesos gezahlt und für das Kajak noch einmal 150 oder 200 Pesos.

Die Mitarbeiter dort waren auch alle sehr nett und haben uns eine kurze Einweisung über die Benutzung der Seilbahn gegeben. Es war allerdings auch immer ein Guide dabei. Es war nämlich nicht nur eine Seilbahn sondern gleich 3, die alle über den See gingen. Zwischen diesen waren noch kleine Parkours und Wackelhängebrücken eingebaut. Die ganze Tour hat denke ich etwa eine Stunde gedauert und hat echt Spaß gemacht, da die Seilbahnen wirklich lang und hoch waren.

Danach ging es dann direkt ins Kajak. Wir durften zwar nicht im gesamten See herumfahren, sondern waren auf einen Teil des Sees beschränkt, aber das war nicht so schlimm. Auch hier waren die Mitarbeiter am Steg super nett und haben uns eine kleine Einführung gegeben. Vom Wasser aus hatte man noch einmal einen anderen Blick auf das Gebiet und die kleine Tour auf dem Wasser war wirklich sehr schön und Karen hatte noch einmal die Gelegenheit ihre Navigierfähigkeiten im Boot zu verbessern und sie hat es am Ende wirklich ganz gut gemacht. Wir haben ein paar Runden in der Bucht gedreht und haben den Blick auf die Landschaft genossen.

Kajak-Fahren im See von Zirahuen

Nach der Kajak-Tour haben wir uns dann zurück auf den Weg nach Morelia gemacht, da es auch schon etwas dunkel wurde. Insgesamt hat mir dieser Ausflug wirklich sehr gut gefallen und ich bin Karen sehr dankbar, dass sie mich hierher mitgenommen hat und mit mir den Tag hier verbracht hat.

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