17./19.01.24: Angangueo und Uruapan

Taggesausflug in das Biosphärenreservat Mariposa Monarca

Am 17.01.24 habe ich einen Tagesausflug in das Schmetterlings-Reservat Mariposa Monarca Sierra Chincua gemacht. Dieses liegt im östlichen Rand von Michoacan und grenzt an den Bundesstaat Mexiko. Jedes Jahr zwischen November und März wird das knapp 55.000 Hektar große Gebiet von mehreren 100 Millionen von Monarchfaltern besucht. Sie kommen zum Nisten hierher bevor sie sich dann wieder auf den weiten Weg nach Nordamerika machen. Vielleicht noch ein paar Worte zum Monarchfalter: Bei diesem schwarz und orange farbigen Schmetterling handelt es sich um den besterforschtesten Wanderfalters Nordamerika. Auf ihrer jährlichen Tour zwischen Nordamerika und dem Reservat in Michoacan legen sie im Schnitt knapp 3600 km zurück.

Meine Tour habe ich direkt hier in Morelia gebucht und habe es vermieden irgendwelche Tour-Apps wie GetYourGuide oder TripAdvisor zu verwenden, da diese häufig um ein vielfaches teurer sind als die Variante Vor-Ort. Ich hab meine Tour über den Tour-Veranstalter Disfruta Michoacan gebucht und habe für die gesamt Tour, welche den Hin- und Rückweg, Eintritt und Frühstück beinhaltete 1000 Pesos gezahlt. Eine vergleichbare Tour kostet bei oben genannten Apps knapp 2500 Pesos, also das 2,5x fache mehr. Disfruta Michoacan bietet Touren in fast alle interessanten Orte in Michoacan zu meiner Meinung nach sehr guten Preisen an. Außerdem hatten wir mit José einen super netten und gut ausgebildeten Tour-Guide, der uns alles mögliche rund um unseren Tagesausflug erklärt hat.

Um 8:00 Uhr morgens habe ich mich vor der Kathedrale von Morelia mit meiner 7-köpfigen Reisegruppe getroffen. Vorher gabs aber natürlich erstmal ein Frühstück, da ich nicht sicher war, wann es denn das nächste Mal was zu essen gibt und bei solchen Tagestouren kann das manchmal etwas dauern. Daher wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe mir im La Tarasca, welches direkt neben der Kathedrale in Morelia liegt, eine Portion Chilaquiles mit Hähnchenfleisch und Bohnenpaste sowie einen Orangensaft und einen Kaffee bestellt. Der Preis ist natürlich an solchen zentralen Plätzen immer etwas höher (ich glaube alles zusammen hat knapp 250 Pesos gekostet) aber lecker war es trotzdem.

Chilaquiles im La Tarasca

Danach ging es dann auch schon los zu den Schmetterlingen. Die Fahrtzeit von Morelia ins Biosphärenreservat dauert knapp 3,5 Stunden. Nach etwa der Hälfte der Strecke haben wir eine kleine Pause in einem Örtchen gemacht und haben hier unser Frühstück bekommen. Und was gab es natürlich: Na klar, Tacos! Das besondere hier war, dass man sich seine Tacos mit diversen Zutaten selbst “belegen” konnte. Ich war noch etwas satt vom ersten Frühstück, aber für ein paar Tacos hatte es dann doch noch gereicht (sie waren ja immerhin im Preis der Tour inbegriffen).

Auf dem ersten Teil der Strecke waren wir hauptsächlich auf einer Art Bundesstraße unterwegs. Im Anschluss ans Frühstück ging es dann rein in die Berge. Und ab hier war es dann auch wirklich hilfreich, wenn man jemanden dabei hat, der weiß wo es langgeht, da teilweise sehr viele Abzweigungen gab und es nicht immer ersichtlich war wo es denn nun weitergeht. Wenn man sich also selbstständig auf den Weg macht sollte man die Route sorgfältig vorbereiten, da man auch spätestens ab dem Beginn der Berge keine Internetverbindung mehr hat und man nicht mal schnell auf der Karte auf dem Handy nachschauen kann, wenn man sie nicht im Vorfeld heruntergeladen hat. Nach knapp 3,5 Stunden waren wir also endlich angekommen. Am Eingang des Reservats findet man diverse Souvenier-Shops, Restaurants und für knapp 70 Pesos kann man auch eine kleine Seilbahnfart machen.

Vom Eingang aus geht es dann in einer knapp 30-minüten Wanderungen durch die Wälder zu dem Platz an dem man die Schmetterlinge beobachten kann. Für knapp 150 Pesos kann man sich hier aber auch ein Pferd mieten, das einen dann (natürlich unter Führung) zu den Monarchfaltern bringt.

Die kleine Wanderung durch den Wald war dann teilweise sehr steil und zum Glück hatte ich hier passendes Schuhwerk dabei. Man konnte hier schon ein paar Falter sehen, wenn auch nur vereinzelnd. Wir sind auch an einem Aussichtspunkt vorbeigekommen von wo aus man einen schönen Ausblick auf die Berglandschaft hatte.

Nach knapp 30 Minuten waren wir dann an unserem Ziel angekommen: Eine kleine Lichtung, wo sich sehr viele Schmetterlinge aufgehalten haben. Auch wichtig zu wissen, wenn es bewölkt oder etwas kühler ist, kann man hier leider kaum Schmetterlinge sehen, da sie dann eigentlich nur an den Bäumen hängen und nicht durch die Gegend fliegen. Wir hatten heute Glück, denn es war relativ warm und kaum bewölkt. Auf dieser Lichtung verbrachten wir dann etwa eine halbe Stunde bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Da die Schmetterlinge so klein sind, sieht man sie auf Entfernung natürlich kaum, daher kann ich mit Fotos nicht zeigen wie viele Schmetterlinge hier unterwegs waren, aber ich kann euch sagen es waren Tausende, die hier herumgeflattert sind. Ich habe aber ein paar Nahaufnahmen gemacht, um euch die Schmetterlinge zumindest aus der Nähe etwas zu zeigen. Auf den Videos sieht bekommt man dann einen etwas besseren Eindruck von den Schmetterlingen. Es war wirklich ein schönes Erlebnis für mich, so ein Naturspektakel live mitzuerleben. Ich habe noch nie so viele Schmetterlings auf einem Haufen gesehen. Eine Tour zu diesem wunderschönen Ort kann ich nur jedem Empfehlen, der in Michoacan vorbeikommt.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp im Pueblo Magico Anganguego gemacht. Dieses liegt direkt auf dem Weg ins Santuario, wenn man von Morelia aus kommt. Wir hatten hier knapp 20 Minuten Zeit, um das knapp 4000 Einwohner bewohnende Örtchen zu besichtigen. Auf meinem kleinen Rundgang habe ich einen netten, alten Herren getroffen, der mir ein paar Ajolotes (zu deutsch: Axolotl) zeigen wollte. Ajolotes sind rein aquatisch lebende Schwanzlurche, die man in freier Wildbahn eigentlich nur in Zentralmexiko findet. Der Name dieses Tieres stammt aus stammt aus der aztekischen Sprache Nahualt und bedeutet Wassermonster. Das besondere an diesem Tier ist, dass es nicht wie bei anderen Amphibien üblich, eine Metamorphose durchläuft, sondern sein ganzes Leben im Larvenstadium verbringt. Eine weitere Besonderheit dieses Tieres ist, dass es eine enorme Regenerationsfähigkeit besitzt. Es ist in der Lage Gliedmaßen, Organe und sogar Teile seines Gehirns wiederherzustellen und das sogar mehrere Male. Zudem finde ich, sehen sie eigentlich ganz niedlich aus. Sogar auf einigen 50 Peso scheinen ist dieser kleine Fratz abgebildet. Er hatte insgesamt 4 Stück und ich durfte sie sogar einmal in die Hand nehmen.

Nach unserem kurzen Besuch bei den Ajolotes haben wir dann unseren kleinen Rundgang fortgesetzt und bis auf das Zentrum dieses Ortes und ein paar Malereien gab es hier auch kaum etwas zu sehen. Wir hatten natürlich auch nicht wirklich viel Zeit, um uns alles genau anzuschauen, geschweige denn mit den Leute hier etwas zu plaudern.

Zu guter Letzt noch ein Gruppenfoto meiner Reisegruppe. Am Ende muss ich sagen, dass sich diese Tour auf jeden fall gelohnt hat und vor allem auch, weil meine Gruppe super cool war und wir zusammen eine sehr schöne Zeit hatten. Ich hatte mir im Vorfeld vorgestellt, dass man vielleicht noch etwas mehr von den Schmetterlingen sieht bzw. noch etwas weiter in das Gebiet eindringt, aber auch so mit dem halbstündigen Aufenthalt auf der Lichtung war es eine tolle Tour.

Uruapan

Mein letzter Ausflug in Michoacan führte mich nach Uruapan, eine der ältesten Städte in ganz Mexiko. Die 250.000 Einwohner große Stadt liegt etwa 2.5 Stunden von Morelia entfernt und ist mit dem Bus sehr gut erreichbar. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen das historische Zentrum der Stadt mit seinen zahlreichen Cafés und Bars. Direkt in der Stadt gelegen findet man außerdem den Nationalpark Barranca del Cupatitzio mit seinen unzähligen Quellen, die die Stadt und die umliegenden Stadtgebiete mit Wasser versorgen. Etwas weiter südlich, außerhalb der Stadt, findet man zudem den Wasserfall La Tzararacua. Mein Plan vor meiner Reise war einen Rundgang durch die Stadt und den Nationalpark zu machen und zum Wasserfall zu fahren. Ich kann euch an dieser Stelle schon verraten, dass ich es leider nicht bis zum Wasserfall geschafft habe, da ich schlichtweg zu viel Zeit im Nationalpark verbracht und ich am Ende des Tages keine Zeit mehr hatte zum Wasserfall zu fahren.

Los ging es am Freitag morgen um 8:00 Uhr vom Busterminal in Morelia. Für 320 Pesos habe ich hier mein Hin- und Rückticket nach Uruapan gekauft und mich auf meinen Weg gemacht. In Uruapan angekommen gings dann weiter mit dem Linienbus ins Stadtzentrum, der direkt vor dem Terminal hielt.

Plaza Morelos in Uruapan

Auf Empfehlung einer Freundin wollte ich auf jeden Fall den Kaffee im Café La Lucha probieren. Dieses Café hat mehrere Filialen in der Stadt verteilt und eines davon befindet sich direkt am zentralen Park dem Plaza Morelos. Und ja sie hatte recht, der Kaffee war extrem gut.

Kaffee im La Lucha

Bevor ich allerdings zu meiner ersten Station ging, habe ich noch ein Restaurant gesucht in dem ich noch lokales mexikanisches Essen bekommen konnte und bin auch relativ schnell mit dem ein paar Blocks vom Zentrum entfernten Restaurant La Pérgola fündig geworden. Hier habe ich mir Aporreadillo, einem Gericht aus Rührei, dünn geschnittenem Fleisch, Reis und Bohnen bestellt.

Nach der kleinen Stärkung ging ich dann direkt weiter zum Nationalpark Barranca del Cupatitzio. In diesem Park entspringt der Fluss Cupatitzio, der den gesamten Park in vielen kleinen Strömen durchfließt.

Der Fluss Cupatitzio

Das Becken an der der Fluss entspringt wird auch Knie des Teufels genannt. Der Legende nach kniete der Teufel hier nieder, in Ehrfurcht vor den Bewohnern von Michoacán und ihrem Willen trotz einer Trockenperiode auszuharren. An diese Stelle gelangt man allerdings erst zum Schluss des Parkrundgangs.

Das Knie des Teufels

Der Park beherbergt etwa 400 Pflanzen- und Tierarten. Leider habe ich auf meinem knapp 2 Stündigen Rundgang keine Tiere sehen können (dafür waren aber auch zu viele Leute im Park unterwegs), dafür habe ich aber ein paar schöne Aufnahmen der Pflanzenvielfalt gemacht.

Im Park verteilt befinden sich viele kleine Wasserfälle, die aus dem Wasser des Cupatitzio entstehen. Insgesamt sind es knapp 10. Hier sind ein paar Aufnahmen der Wasserfälle für euch:

Wie bereits erwähnt wollte ich mir eigentlich noch einen Wasserfall etwas außerhalb der Stadt anschauen, aber als es schon etwas später geworden war und ich herausfand, dass kein Bus oder ähnliches in dort hin fuhr entschied ich mich dazu mir die Stadt noch etwas genauer anzuschauen und bin noch etwas durch die Straßen geschlendert.

In den Straßen von Uruapan

Und auch etwas Street-Art konnte ich in den Straßen entdecken. Zwar kann die Stadt mit Oaxaca nicht mithalten, aber ein paar coole Malereien waren schon dabei.

Mein Gesamteindruck der Stadt war eigentlich ganz positiv. Die Stadt hat ein schickes Stadtzentrum mit vielen Cafés und Restaurants wo man die Atmosphäre der Stadt etwas aufnehmen kann. Ich war natürlich nur kurze Zeit hier und habe nur einen oberflächlichen Eindruck bekommen, aber der war durchaus positiv. Die Menschen im Park und auch in den Cafés waren sehr gesprächig und sehr freundlich zu mir. Und der Park war natürlich auch echt cool. Das Gelände wird sehr gut gepflegt und man kann hier locker ein paar Stunden verbringen.

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