27.01. – 05.02.24: Queretaro

Nach knapp 3 Wochen in Morelia ging meine Reise weiter Richtung Norden in den Bundesstaat Queretaro. Meine erste Station dort war die Hauptstadt Santiago de Querétaro. Die Reise von Morelia nach Querétaro ist relativ einfach, da man mit dem Bus vom zentralen Busbahnhof direkt nach Querétaro kommt. Für die knapp 3-stündige Reise zahlt man circa 300 Pesos. Wenn man Glück hat, kann man allerdings auch eine Mitfahrgelegenheit finden. Für mich hatte es an diesem Tag leider nicht gepasst, daher ging es für mich mit dem Bus weiter. Mein Plan für Querétaro war hier mindestens eine Woche zu verbringen. In diesem Artikel möchte ich euch die Stadt selbst, sein historisches Zentrum und seine kulinarischen Besonderheiten zeigen.

In zwei weiteren Artikeln über Queretaro werde ich über meine Ausflüge nach San Miguel de Allende, Bernal, Tequisquiapan und Pinal de Amoles berichten.

Über Santiago de Queretaro

Die im Jahr 1531 gegründete Stadt Santiago de Queretaro ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundestaates und hat circa 1.5 Millionen Einwohner. Sie ist damit die 10. größte Stadt Mexikos. Santiago de Queretaro liegt, unter anderem auf Grund des sehr stark ausgeprägten Luftfahrtsektor, gemessen am Bruttoinlandsprodukt auf Platz 6 aller mexikanischen Städte und ist gleichzeitig eine der am schnellsten wachsenden Regionen in ganz Mexiko.

Meine Unterkunft

Es gab zwar einige Hostels in Queretaro, die haben mir allerdings nicht so zugesagt und ich entschied mich daher in einem Airbnb unterzukommen. Es handelte sich hierbei um ein privat vermietetes Gebäude mit insgesamt 2 Etagen und bestimmt über 10 Zimmern. Es gab auch 2 Küchen, aber die waren sehr spärlich ausgerüstet und zum kochen eigentlich eher wenig geeignet. Das Zimmer hingegen war super groß und sehr sauber (fast so wie auf den Bildern und das ist echt selten) und ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Das Internet war auch super schnell und Lärm gab es so gut wie keinen, sodass ich jede Nacht sehr gut schlafen konnte. Zudem lag das Airbnb super zentral und für 22 Euro pro Nacht war das schon fast ein Schnäppchen und das obwohl Queretaro, nicht zuletzt auf Grund seines stark ausgeprägten Tourismussektors, als eine der teuersten Städte in ganz Mexiko zählt. In einem klassischen Hotel bekommt man für 22 Euro definitiv weniger geboten. Von mir also eine klare Empfehlung. Am Tag meiner Ankunft war es bereits spät und ich hatte keine Lust mehr auf einen späten Spaziergang, daher habe ich nur schnell meine Sachen ausgepackt und ging gleich ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.

Das historische Zentrum von Santiago de Queretaro

Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist das riesige Aquädukt, welches mitten durch die Stadt läuft. Neben diesem besitzt Querétaro aber auch ein ganz schickes historischen Zentrum mit diversen Parks und Kirchen, die von vielen Bars und Restaurants umgeben sind. Aber fangen wir vielleicht mal direkt vor meiner Haustür an. Mein Airbnb lag nämlich direkt am Plaza de los Fundadores (Gründerplatz). An dieser Stelle wurde damals im Jahr 1531 die Stadt gegründet. Zum 450. Jubiläum wurden hier Statuen der wichtigsten Protagonisten dieser Zeit, Don Fernando de Tapía (Conín), Don Nicolás de San Luis Montañez, Fray Jacobo Daciano und Don Juan Sánchez de Alaníz, aufgestellt. Hier haben sich auch einige kleine Bars und Restaurants angesiedelt. Morgens zur Frühstückszeit als auch gegen Abend kann man hier entspannt sitzen und sein Frühstück oder Abendessen genießen. Wer eine Tour mit dem Touri-Bus durch die Stadt machen möchte ist hier auch goldrichtig, denn die Busse starten ihre Tour genau hier am Platz.

Der Gründerplatz.

Direkt neben dem Gründerplatz befindet sich der Tempel und das ehemalige Kloster Santuario de la Santa Cruz de Los Milagros. Im 17. Jahrhundert nutzen franziskanische Missionare diese Anlage zur Evangelisierung der Nomadenvölker nachdem das Gebiet von den Spaniern erobert wurde. Interessanter Fakt: Diese Anlage wurde später direkt mit dem Aquädukt verbunden und noch heute findet man die Öffnungen in den Wänden aus denen früher das Wasser des Aquädukts kam. Hier kann man für etwa 50 Pesos eine kleine Besichtigungstour direkt vor Ort buchen. In dem etwa 1-stündigen Rundgang erfährt man alles rund um das Klosterleben. Ich habe leider nicht alles verstehen können was der Guide mir erzählt hat, da sie sehr schnell sprach. Was ich aber verstanden habe ist, dass das Kloster in der ganzen Republik für den Baum der Kreuze bekannt ist, da er Dornen in Form eines Kreuzes hervorbringt wie ihr auf dem Foto unten sehen könnt.

Direkt neben dem Kloster befindet sich der Tempel de la Santa Cruz. Diesen kann man wie jede andere Kirche einfach so betreten.

Nur ein paar Minuten Fußweg vom Kloster entfernt befindet sich ein beliebter Aussichtspunkt; der Mirador de los Arcos. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt und kann auch einen großen Teil des Aquädukt von Querétaro aus der Ferne sehen.

Mirador de los Arcos

Ich hab mir gedacht, wenn ich schon mal hier bin kann ich dann auch gleich runter gehen und mir alles aus der Nähe anschauen und bin von hier aus direkt weiter zum Aquädukt gegangen. An der Straße, die neben dem Aquädukt verläuft, findet man viele Restaurants, Cafés und Bars. Ich zog es allerdings vor erst einmal keine Pause einzulegen, da mir die Atmosphäre direkt an der Straße nicht so gut gefiel wie im historischen Zentrum. Hier unten am Aquädukt verläuft nämlich eine der Hauptverkehrsstraßen der Stadt und dementsprechend herrscht relativ viel Verkehr.

Anschließend bin ich wieder Richtung Stadtzentrum gegangen und habe dort eine große Runde gedreht. Im Zentrum findet man 4 große Parks: Den Plaza de las Armas, den Plaza de la Constitucion, den Jardín Zenea und den Jardin Guerrero. Der Park welcher meinem AirBnB am nächsten war, ist der Plaza de las Armas. Hier findet man etwas gehobenere und dementsprechend auch teurere Restaurants sowie das Regierungsgebäude des Landes. Wenn man abends gemütlich essen gehen möchte ist das hier der perfekte Ort.

Plaza de las Armas

Etwas 100 Meter entfernt findet man den Jardín Zenea mit dem Templo de San Franzisko aus dem Jahr 1640. Zur Zeit als das Kloster noch aktiv genutzt wurde, war dieser Garten Teil der Klosteranlage. Direkt neben dem Kloster befindet sich die berühmte Statue El Danzante Conchero Chichimeca. Sie zeigt einen Einwohner der Chichimeca, die ursprünglichen Bewohner der Region und soll an die Belagerung und anschließende Eroberung durch die Spanier erinnern.

Jardín Zenea

Neben dem Jardín Zenea findet man heute Cafés und andere Geschäfte. Von hier aus startet auch die Straße Andador 5 de Mayo. Das Nachtleben der Stadt findet eigentlich hauptsächlich auf dieser Straße Stadt. Unter der Woche ist hier allerdings nicht so viel los. Man muss schon an einem Freitag oder Samstag unterwegs sein, sonst sind die Bars und Kneipen eigentlich fast immer leer gewesen. Zumindest in der Woche in der ich hier war. Man findet hier viele Restaurants, Bars und Clubs. Tagsüber findet man auf der Passage und in den Seitengassen Märkte mit handgefertigten Sachen.

Etwas abseits vom Zentrum gibt es dann noch den Park Alameda Hildago. Dieser ist der größte Park der Stadt. Direkt vor dem Park befindet sich außerdem die Haupthaltestelle für diverse Busse. Unter anderem fährt hier auch ein Bus ab, der einen direkt zum etwas abseits gelegenen zentralen Autobusbahnhof bringt. Die Fahrt dorthin dauert etwa 25 Minuten und kostet 11 Pesos. Wenn man dort ankommt muss man noch einen Fußweg von 10 Minuten von der Bushaltestelle bis zu den Terminals einberechnen.

Kulinarisches

Ich bin natürlich nicht nur die ganze Zeit herumgelaufen, sondern habe auch diverse Gerichte probiert. Ich muss allerdings sagen, dass die Auswahl hier in Queretaro nicht so vielfältig ist wie beispielsweise in Oaxaca oder in Morelia. Das könnte daran liegen, dass Queretaro sehr sehr touristisch ist und zudem wurde mir schon vor meiner Reise hierhin gesagt, dass Queretaro eigentlich keine richtig eigene Küche hat so wie andere Staaten. Klassiker wie Tacos, Elotes und Tamales findet man auf den Straßen natürlich trotzdem. Ich hatte das Glück, dass sich nicht weit von meinem AirBnb ein kleiner Laden befand der gute mexikanische Küche anbot. Im Santa Cecina habe ich 2 mal zu Abend gegessen, da das Essen hier im Gegensatz zum Zentrum relativ günstig ist. An meinem ersten Abend habe ich mir ein Volcano und dazu ein Teller Cecina bestellt. Mein Volcano bestand aus 2 gerösteten Tortillas, die mit Fleisch, Käse und ein paar Pommes belegt waren.

Volcano

Cecina ist mariniertes, sehr dünn geschnittenes Rinder- oder Schweinefleisch. Dazu gab es ein paar Zwiebeln und Gurken. Natürlich konnte noch zwischen diversen Salsas auswählen. Der Volcano war super lecker zusammen mit der richtigen Salsa. Das Cecina hatte ich mir extra dazu bestellt, da ich mal wieder etwas mehr Proteine gebraucht hatte und war eigentlich gar kein eigenständiges Gericht.

Cecina

Beim zweiten Mal habe ich mir wieder ein Volcano, eine Gordita und ein Costro de Queso bestellt. Den Volcano kennt ihr ja bereits. Ein Costra de Queso ist fast so wie bein Burrito nur dass hier kein Maisfladen sondern Käse zum einrollen verwendet wurde. Meine Costra habe ich mir mit Chorizo bestellt und das hat super lecker geschmeckt. Würde ich auf jeden Fall wieder bestellen, wenn ich die Gelegenheit habe.

Volcano mit Costra de Queso

Bei einer Gringa handelt es sich um 2 Toratillafladen, die übereinandergelegt werden und in diesem Fall mit Käse und Chorizo gefüllt waren. Auch super lecker und empfehlenswert.

Gringa

Während meiner Spaziergänge in der Stadt habe ich öfters mal an einem Creps-Laden halt gemacht. Dieser liegt direkt am Plaza de los Fundadores auch ganz in der Nähe von meinem AirBnB. Leider konnte ich ihn bei google nicht finden, aber er liegt direkt neben einer Reihe Restaurants direkt am Platz. Die Creps waren mit knapp 100 Pesos zwar relativ teuer, aber lecker. Außerdem ist der Standort super. Hier hab ich ein paar Mal halt gemacht und die Atmosphäre genossen. Vor allem am Sonntag ist es schön, wenn hier viele Leute unterwegs sind.

Eines meiner Lieblingslokale zum Frühstücken war das Restaurant San Monero nicht weit entfernt vom Plaza de las Fundadores. Hier bekommt man diverse Frühstücksgerichte ab 72 Pesos. Wenn man möchte kann man sein Frühstück als Paket bestellen und bekommt dann eine Kaffee-Flat, ein wenig Obst und ein bisschen Gebäck dazu (meistens war es ein Donat). Ich habe hier einmal das Desayuno (Frühstück) Tipo Americano bestehend aus Pancakes, Bacon, Rührei und Rindfleisch und einmal die Enchiladas Suizas bestellt. Beides war sehr lecker wobei ich hier die Enchiladas bevorzugen würde, da diese hauseigene Salsa sehr gut war.

Ein etwas schickeres Restaurant zum Frühstücken ist das La Llave. Dieses sehr zentral gelegene Restaurant ist Teil des Hotels Hidalgo, dem ältesten Hotel in Querétaro. Für mich gabs an dem Tag noch einmal Enchiladas mit Kartoffeln, Käse und Salsa. Super lecker!

Andere Restaurants die ich ausprobiert habe, lagen hauptsächlich am Plaza de los Fundadores. Dort habe ich nach meinen Tagesausflügen häufig gefrühstückt und zu Abend gegessen.

Im Café Pluma kann man auch gut frühstücken bzw. zu Abend essen. Wenn man Sushi, Pizza und mexikanische Klassiker wie Chilaquiles mag ist man hier richtig. Außerdem bieten sie auch Wein und Bier von kleinen lokalen Herstellern an.

Chilaquiles vom Café Pluma

Zum Abschluss des kulinarischen Teils möchte ich euch noch ein letztes Lokal vorstellen bzw. genaugenommen sind es 4 Restaurants. Wenn man hier Platz nimmt bekommt man nämlich gleich 3 Speisekarten der umliegenden Restaurants auf den Tisch gelegt. Man hat die Auswahl zwischen veganem Essen von TacoGreen, Küche aus Oaxaca bei Oaxaca Sabe und libanesischem Essen von Rey de Kabab. Ich habe mich für den veganen Burger von Taco Green entschieden, da ich bisher noch kaum veganes Essen hier in Mexiko probiert hatte. Und ja der Burger als auch die Kartoffelecken waren sehr sehr gut. Klare Empfehlung!

Märkte und Street-Art in Querétaro

Auf meinen Spaziergängen durch die Stadt bin ich auf vielen Märkten vorbeigekommen. Besonders cool fand ich einen kleinen Markt der sich in einer Seitengasse der Avenida 5 de Mayo, der Calle Vergara Sur, befand. Hier gabs viele schicke handgefertigte Waren zu ergattern. Auch Künstler haben hier ihre Stücke zum Verkauf angeboten.

Besonders cool fand ich die kleinen plastischen Bilder von Figuren der Ghibli-Filme wie zum Beispiel dem Film “Das wandernde Schloss”.

Ich habe natürlich auch wieder nach coolen Street-Art Malereien Ausschau gehalten und bin auch in Querétaro fündig geworden:

Zum Abschluss dieses Artikels gibt es wie gewohnt noch ein paar Eindrucke der Innenstadt:

Eindrücke der Stadt Santiago de Querétaro

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