30./31.01.24: Bernal und San Miguel de Allende

Insgesamt 4 Tagesausflüge habe ich während meines Aufenthalts in Santiago de Querétaro unternommen wobei ein Ausflugsziel, San Miguel de Allende, nicht im Bundesstaat Querétaro sondern im Staat Guanajuato liegt.

Bernal

Als erstes ging es für mich am 30.01.24 in das Pueblo Magico Santiago de Bernal. Bernal ist ein sehr kleines Örtchen und das Highlight in Bernal ist der Monolith Pena de Bernal. Mit 360 Metern ist er nach dem Felsen von Gibraltar in Spanien und dem Zuckerhut in Brasilien der drittgrößte Monolith der Welt. Da ich es vorher auch nicht wusste: Das Wort Monolith kommt aus dem altgriechischem und bedeutet soviel wie “einheitlicher Stein” und beschreibt einen nur aus einer Gesteinsart bestehenden Felsbrocken.

Santiago de Bernal liegt etwa 1.5 Stunden Busfahrt Richtung Osten von Santiago de Querétaro entfernt. Die Busse nach Bernal fahren vom zentralen Busbahnhof in Querétaro ab und das Ticket des Busunternehmens Flecha Amarilla (gelber Feil) kostet knapp 80 Pesos. Bernal selbst hat keinen Busbahnhof, daher wird man einfach an der Hauptverkehrsstraße rausgelassen. An genau der selben Stelle, natürlich auf der anderen Straßenseite, fahren dann die Busse nach Queretaro ab. Der letzte Bus fährt um 18:00 Uhr ab und ich wollte kurz vor 5 hier zu sein, da ich es vermeide die letzte Reiseoption des Tages zu nehmen.

Bereits wenn man aussteigt kann man den Monolithen in der Ferne erkennen.

Pena de Bernal

Mein Plan für heute war natürlich auf den Berg zu steigen. Da er relativ klein ist, dauert der Aufstieg auch nur circa 1 Stunde. Man kommt auch nicht ganz nach oben, denn nach 2/3 des Berges kommt man zu Fuß nicht mehr weiter. Man kann sich glaub ich einen Guide nehmen und mit speziellem Equipment weiter nach oben klettern, aber da hatte ich heute keine Lust zu. Der Eingang des Gebietes liegt etwa 20 Minuten Fußweg von der Bushaltestelle entfernt und der Weg dorthin ist relativ steil. Wenn man möchte kann man sich auch so ein kleines Minitaxi in Form eines Golfcaddys nehmen. Diese fahren vom Dorfzentrum rauf zum Eingang und ich bin glaub ich an 10 Stück vorbeigekommen. Kurz vor dem Eingang kann man sich dann an diversen Gelegenheiten noch etwas zu Essen oder zu Trinken besorgen.

Der Weg durch Bernal zum Eingang des Monolithen

Der Eintritt zum Aufstieg des Berges kostet circa 80 Pesos und bereits während des Aufstiegs hat man eine schöne Sicht auf Bernal. Ich würde hier auf jeden Fall festes Schuhwerk empfehlen, da der Pfad eigentlich kaum befestigt ist und man auf vielen Felsbrocken herumlaufen muss. Ich hatte zum Glück meine relativ festen Wanderschuhe dabei.

Etwas weiter oben kurz vor der höchsten Stelle des Berges, die man zu Fuß erreichen kann, sind dann noch ein paar Seile an den Steinen befestigt, da es doch relativ steil ist und man diese extra Hilfe wirklich braucht. Nach etwa einer Stunde war ich dann oben und hatte eine super Aussicht auf Bernal und die umliegenden Ortschaften. Eine nette Frau aus den USA, die ebenfalls mit mir hier oben war, hat mir dann noch beim Aufnehmen einiger Fotos geholfen.

Nach knapp 20 Minuten sind wir beide dann wieder runter, da ich noch etwas Zeit haben wollte, um mir die Stadt Bernal noch etwas anzuschauen. Da ich heute etwas später losgekommen bin als geplant, hatte ich leider nicht mehr so viel Zeit mir alles in Ruhe anzuschauen, aber wie gesagt, Bernal ist auch wirklich sehr klein und bis auf das Zentrum gibt es hier kaum etwas zu sehen.

Im Zentrum der Stadt, welches sich rund um das Kiosko befindet und eigentlich sehr gemütlich und schick ist, gibt es einige Restaurants, eine kleine Kirche und ein paar Souvenierläden für uns Touristen. Man kann hier sicherlich abends noch eine schöne Zeit in einem der Restaurants haben, aber ich muss ja nun zeitig auch schon wieder weg, da ich hier nicht übernachten wollte.

Das Stadtzentrum von Bernal

Zum Abschluss des Tages fand ich noch eine nette Familie, die ein Foto von mir beim Schriftzug von Bernal gemacht hat.

Der Bus nach Querétaro kam dann auch erstaunlich pünktlich (17:10 Uhr), sodass ich nicht wirklich lange warten musste. Nach einer ruhigen Busfahrt war ich dann gegen 19:00 Uhr wieder zurück in Querétaro. Insgesamt ein netter Ausflug den man auf jeden Fall mal machen kann, wenn man in Querétaro ist. Der Pena de Bernal ist zwar nicht besonders hoch, aber eine schöne Aussicht hat man von dort oben trotzdem. Wenn man etwas früher unterwegs ist als ich kann man den Besuch in Bernal mit einer Tour in das nur 20 Minuten entfernte Pueblo Magico Tequisquiapan kombinieren. Ich hatte mir für Tequisquiapan jedoch einen anderen Tag ausgesucht.

San Miguel de Allende

Am Folgetag, dem 31.01.24 bin ich in das nicht weit entfernte San Miguel de Allende gefahren. Obwohl San Miguel nur etwa 2 Stunden Busfahrt von Santiago de Querétaro entfernt ist, liegt es bereits nicht mehr im Bundesstaat Querétaro, sondern im Staat Guanajuato. Ich wollte hier nur einen Tagesausflug machen, da mir gesagt wurde, dass ein Tag ausreicht, um die Stadt ausgiebig zu erkunden. Ich wollte daher das Zentrum anschauen, Märkte besuchen, etwas durch die schicken Gassen der Stadt spazieren und gegen Ende zu einem Aussichtspunkt gehen.

San Miguel de Allende ist eine etwa 80.000 Einwohner große Stadt und eine der beliebtesten Anlaufstellen für Touristen. Die Stadt wurde im Jahr 1542 von einem Franziskanermönch gegründet und ist auf Grund seiner kolonialzeitlichen Architektur, seiner zahlreichen katholischen Kirchen sowie seiner historischen Bedeutung während des Kampfes um die Unabhängigkeit Mexikos seit 2008 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Zuvor erhielt es im Jahr 2002 die Auszeichnung als Pueblo Magicos. Dieser Titel wurde ihr allerdings im Jahr 2008 nach der Ernennung durch die UNESCO wieder entzogen.

Dass San Miguel heutzutage ein beliebtes Ziel für Touristen ist, fiel mir auch bei meinem Spaziergang durch die Stadt sofort auf. Ich habe fast nur amerikanisches Englisch gehört und das fast ausschließlich von Rentnern. Die scheinen sich hier anscheinend sehr wohl zu fühlen. Dementsprechend hoch sind allerdings auch die Preise in der Stadt.

Eine der Hauptattraktionen und gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt ist die Parroquia San Miguel Arcángel. Diese Kirche wurde im Jahr 1709 errichtet. Die Hauptfassade im gotischen Stil wurde allerdings erst später in den Jahren zwischen 1880 und 1890 errichtet. Ich habe auf meiner Reise bisher noch keine Kirche in den Stil gelesen und für mich ist sie bisher eine der schönsten Kirchen in Mexiko.

Parroquia de San Miguel Arcángel

Direkt vor der Parroquia befindet sich der Hauptplatz der Stadt, der Jardín Allende. Hier kann man entspannt ein bisschen Zeit bei einem Kaffee oder Restaurantbesuch verbringen. Der Platz ist wirklich schick und gut gepflegt und sehr belebt. Das gilt auch für den Rest der Stadt. San Miguel ist meiner Wahrnehmung nach wirklich sehr schick. Es liegt kaum Müll herum und die Grünanlagen sind sehr liebevoll gestaltet.

Jardín Allende

Ich verbrachte hier eine Weile und suchte mir dann ein gemütliches Café, um mich mit meinem Kaffee für meine Tour in der Stadt zu stärken.

Nach ein paar Minuten wurde ich dann auch schon fündig. In einer Seitenstraße nicht weit ab vom Zentrum fand ich das Café La Sirena Gorda was so viel bedeutet wie die dicke Sirene. Ganz im Sinne des Namens des Lokals fand man hier an den Wänden die entsprechenden Bilder.

Generell war das Café super schick und gemütlich eingerichtet und die Bedienung war sehr freundlich und zuvorkommend. Ich habe mir hier 2 Kaffee bestellt und habe mir meine Laufroute für meinen Tag zurechtgelegt.

Anschließend machte ich mich auf den Weg zum Mercado Ignacio Ramirez und habe auf dem Weg dorthin ein paar Fotos gemacht. Die Stadt ist ja unter anderem für vielen kleinen Gassen und sein historisches Zentrum bekannt und das kann ich auf jeden Fall bestätigen. Die Stadt ist wirklich sehr schick und vor allem sehr sauber. Es ist außerdem sehr ruhig und wenig hektisch hier. Auch verkehrstechnisch ist hier nicht so viel los. Es ergibt schon Sinn warum hier so viele US-Amerikaner zu leben herkommen. Allerdings hat dies auch zur Folge, dass es sich gar nicht so richtig wie eine mexikanische Stadt anfühlt. Es gibt viele Zonen mit sehr schicken und großen Häusern und ich würde mal davon ausgehen, dass die meisten dieser Anlagen im US-Amerikanischen Besitz sind. Im späteren Verlauf werdet ihr noch mehr Fotos der Stadt sehen.

Am Markt angekommen unterhielt ich mich eine Weile mit einem sehr netten Ladenbesitzer, der mir unter anderem erklärt hat wie und wo ich hier in San Miguel am besten an authentisches und günstiges mexikanisches Essen komme. Im Zentrum findet man nämlich hauptsächlich internationale Restaurants, die sehr teuer sind. Ich habe auf meinem Spaziergang zum Bespiel sehr viele Pizzerien entdeckt. Die scheinen hier wohl gut zu laufen.

Um allerdings etwas günstiger zu essen, lohnt es sich eine Runde auf dem Mercado zu drehen. Hier gehen viele Mexikaner zum Essen hin und man sieht auch deutlich weniger Touristen. Der Markt besteht aus zwei Bereichen: Auf der einen Hälfte des Marktes werden Souvenirs und handgefertigter Schmuck, Küchenutensilien sowie Lebensmittel verkauft.

Die andere Hälfte des Marktes besteht aus kleinen Lokalen in denen man sich diverse Getränke und Speisen zu einem richtig guten Preis holen konnte. Ich habe mir hier für 100 Pesos so ein riesiges Sandwich geholt und musste die nächsten Stunden dann auch erstmal nichts weiter essen.

Vom Markt aus habe ich mich dann auf den Weg in den etwas südlich gelegeneren Parque Benito Huarez, dem größten Park in San Miguel, gemacht. Ich bin dieses mal nicht direkt durch das Zentrum marschiert, sondern habe einen großen Bogen gemacht, um noch mehr von der Stadt zu sehen. Hier bin ich an vielen schönen Ecken vorbeigekommen. Es gibt hier sehr viele Grünflächen und schick angelegte Gärten. Auch einige Kirchen haben ich entdeckt, allerdings waren die fast alle geschlossen und ich hatte keine Möglichkeit sie mir von Innen anzuschauen.

Nach etwa einer Stunde kam ich dann am Parque Benito Juarez an. Hier war ordentlich was los, was daran gelegen haben konnte, dass ein riesiger Blumenmarkt stattfand. Es gab außerdem noch viele Kinderspielplätze und diversere Möglichkeiten etwas zur Ruhe zu kommen. Die Vielfalt an Pflanzen die angeboten wurden war schon sehr erstaunlich. Besonders cool fand ich die Bonsai-Bäume und die Pflanzen deren Blätter aussahen wie kleine weiße Steine. Hier ein paar Aufnahmen:

Vom Park aus ging ich dann weiter zu meiner letzten Station für heute und zwar dem Aussichtspunkt, El Mirador, der östlich vom Parque Benito Juarez liegt. Der Weg dorthin war allerdings war dann doch schon ziemlich steil. Und auch hier habe ich ein paar schöne Ecken entdecken können.

Oben angekommen hatte man dann wirklich eine schöne Aussicht auf die Stadt. Von hier aus konnte man viele Gebäude der Stadt aus der Ferne wiedererkennen. Ein netter Herr half mir noch ein paar Aufnahmen von mir zu machen. Und auch auf dem Weg nach unten half mir eine nette Familie ein Foto zu machen.

Ich machte mich anschließend auf den Weg zurück zum Busbahnhof. Den erreicht man am besten direkt vom Stadtzentrum aus. Und zwar halten die Busse Richtung Busbahnhof an der Straße Insurgentes, die am Jardín Zaragoza startet. Von hier aus dauert die Busfahrt zum Busbahnhof circa 20 Minuten. Genauso wie in Querétaro fahren die Busse im Stundentakt vom Busbahnhof in Richtung Querétaro ab. Ich habe das immer so gemacht, dass ich mir bei Ankunft am Bahnhof erstmal Fotos der gesamten Fahrpläne gemacht habe, um später zu wissen wann die Busse genau fahren und wann der letzte Bus abfährt.

Um 18:00 Uhr fuhr ich dann wieder zurück nach Santiago de Querétaro. Ich muss schon sagen, dass San Miguel wirklich sehr sehr schick ist und der Ausflug hierhin sich definitiv gelohnt hat. Mehr als 1 Tag braucht mal allerdings nicht, wenn man sich alles anschauen möchte. Wenn man etwas früher hier ist als ich, hat man sogar noch Zeit sich das ein oder andere Museum anzuschauen und dann hat man aber auch alles gesehen. Wenn man in der Nähe wohnt, ist ein Ausflug am Wochenende hierher bestimmt schön. Allein schon wegen der schönen Innenstadt und der vielen schicken Cafés.

Im kommenden Artikel wird es dann um meine Ausflüge nach Tequisquiapan und Pinal de Amoles gehen. In Tequisquiapan besuchte ich ein Weinanlage und in Pinal de Amoles, welches sich mitten in den Gebirgen von Querétaro befindet, konnte ich einen super schönen Sonnenaufgang in den Bergen genießen. Aber mehr dazu im nächsten Artikel.

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