01.02.24 + 05.02.24: Tequisquiapan und Pinal de Amoles

Ausflug nach Tequisquiapan und Besuch des Weingutes Freixenet

Mein dritter Ausflug von Santiago de Querétaro aus führte mich in das nahegelegene Pueblo Magico Tequisquiapan. Diese 30.000 Einwohner große Ortschaft liegt etwa 1.5 Stunden Busfahrt von Santiago de Querétaro entfernt und liegt mitten in den Weinanbaugebieten von Querétaro. Ich wollte heute in der ersten Hälfte des Tages einen Rundgang durch die Stadt machen und im Anschluss ein Weingut der Firma Freixenet, welches unweit von Tequisquiapan liegt, besichtigen. Die Hauptsehenswürdigkeiten hier in Tequisquiapan sind das koloniale Stadtzentrum, die Kunsthandwerksmärkte, die vielfältige Käse- und Weintradition sowie eine Opalmine. In der Nähe von Tequisquiapan befinden sich außerdem einige Thermalbäder und Wasserparks wie z.B. das Balneario La Vega oder das Termas del Rey, welches auf jeden Fall einen Besuch wert sind, wenn man die Zeit hat. Für mich war ein Ausflug zu einem Thermalbad nicht so interessant, da ich ja die ganze Zeit hier alleine unterwegs war und ich sowas lieber mit jemand anderen zusammen gemacht hätte.

Meine Reise startete wieder einmal am Busbahnhof von Querétaro. Von hier aus ging es morgens um 10:00 Uhr mit dem Bus los nach Tequisquiapan. Das Ticket habe ich beim Busunternehmen Flecha Amarilla für circa 85 Pesos gekauft. Nach 1.5 Stunden war ich dann auch schon da und habe mich auf den Weg ins Zentrum gemacht. Auf dem Weg dorthin stößt man bereits auf die erste Sehenswürdigkeit hier in Tequisquiapan und zwar befindet sich hier der geographische Mittelpunkt Mexikos. Die Ermittlung dieses Punktes ist allerdings gar nicht so einfach, da es keine eindeutige Definition gibt, wie man den Mittelpunkt denn genau bestimmt. Daher ist dieser Titel auch nichts offizielles.

Der geographische Mittelpunkt Mexikos

Nach ein paar weiteren Minuten durch die Gegend schlendern war ich dann auch schon im Zentrum angekommen. Dieses besteht aus einem großen Platz umgeben von vielen Geschäften, einigen Restaurants und der Kirche. Eigentlich ganz schick hier.

Das historische Zentrum von Tequisquiapan

Ich habe noch einen kurzen Stopp in Tequis Art Galeria, einem kleinen Kunsthandel direkt im Zentrum eingelegt, da dieser ganz interessante Metallfiguren und andere Dinge ausgestellt hatte.

Ich plauderte etwas mit der Verkäuferin und fragte sie was ich mir denn noch so anschauen könnte und sie empfahl mir daraufhin den Mercado de Artesanias, was soviel bedeutet wie Markt des Kunsthandwerkes. Im nahegelegenen Mercado Guadalupano Minicipal soll es außerdem günstiges Essen geben.

Nach einem schnellen Kaffee ging ich dann direkt zum Mercado de Artesanias. Die Auswahl an Sachen, die hier angeboten wurden war riesig und es waren super viele schöne Dinge dabei. Wenn ich Platz in meinem Rucksack gehabt hätte, wären sicher einige Souvenirs dort gelandet. Platz im Rucksack ist bei mir allerdings Mangelware, daher blieb mir auch hier nichts anderes übrig als freundlich nachzufragen, ob ich denn ein paar Fotos der ausgestellten Waren machen konnte. Hier ist eine Auswahl der schönsten Sachen:

Danach bin ich noch kurz in den anderen Markt geflitzt, um mir ein wenig was zu essen zu holen. Mittlerweile war es schon circa 13:00 Uhr und ich wollte mich auf den Weg zum Weingut Freixenet machen. Dieses lag allerdings etwas außerhalb von Tequisquiapan in der Nähe der Ortschaft Ezequiel Montes und ich habe etwas herumgefragt, wie man denn am besten dort hinkommt. Die komfortabelste Lösung ist natürlich das Taxi, aber das war mir mit 150 Pesos doch irgendwie zu teuer. Also ging ich zur Hauptverkehrsstraße in Tequisquiapan und habe dort eine Bushaltestelle gefunden. Die Menschen dort meinten das ein Bus der Linie Flecha Roja (vielleicht war es auch Amarilla) direkt dorthin fährt. Nach kurzer Wartezeit kam dann schon der Bus und für 20 Pesos ging es dann direkt zum Weingut.

Hier werden stündlich Besichtigungstouren angeboten wobei um 16:00 Uhr die letzte Führung stattfindet. Ich wollte nicht unbedingt die letzte nehmen und war daher schon um 14:30 dort.

Eingangsbereich des Weinguts Freixenet

Das Ticket für die Führung bekommt man direkt am Eingangsbereich und kostet 240 Pesos. Diese beinhaltet eine kurze Besichtigung der Anlage (wirklich nur ein paar Blicke) und ein Rundgang durch den Weinkeller sowie eine kleine Sekt-Probe am Ende des Rundgangs. Kurz bevor es losging bekamen wir aus Hygienegründen noch so schicke Haarnetze aufgesetzt und dann ging es auch schon los.

Zu Beginn konnten wir einen kurzen Blick auf die Produktionshalle werfen. Dann ging es in den 25 Meter tiefen Weinkeller. Unser Guide führte uns durch den Keller und an mehreren Stellen waren Monitore aufgehängt auf denen kleine Erklär-Filme abgespielt wurden und die waren wirklich sehr gut gemacht und sehr verständlich. An Hand dieser Videos erklärte uns der Guide die Entstehungsgeschichte vom Freixenet Mexico und im späteren Verlauf lernen wir die Schritte der Sektherstellung. Angefangen von der Wahl der Trauben bis hin zu den Fermentations- und Lagerungsschritten.

Nach einer Stunde war der Rundgang vorüber und wir beendeten unsere Tour in einem kleinen Laden in dem man die Möglichkeit hatte sich seinen Lieblingssekt zu besorgen. Insgesamt muss ich sagen, dass die Besichtigung sehr cool war, ich hätte aber gerne noch die Felder mit den Pflanzen gesehen. Allerdings war ich zu einer ungeeigneten Zeit hier, da die Saison noch nicht gestartet hatte und daher besichtigten wir die Felder nicht. Nach einem kleinen Kaffee im dazugehörigen Bistro machte ich mich dann wieder auf den Rückweg. Ich wartete circa 20 Minuten auf den Bus und entschied mich dann doch lieber ein Taxi zu nehmen, um zurück zu fahren. Das Gute hierbei war, dass ich nicht ganz nach Tequisquiapan fahren musste, sondern nur in das nahegelegene Ezquiel Montes. Von dort aus fuhren nämlich auch Busse der Linie Flecha Amarilla zurück nach Querétaro (hier an dieser Stelle). Nach 1.5 Stunden war ich dann wieder zurück in Querétaro (das Rückticket von hier kostete wie auf der Hinfahrt nach Tequisquiapan auch 85 Pesos).

Reise nach Pinal de Amoles in die Sierra Gorda

Am 05.02. verließ ich nach circa einer Woche Aufenthalt Santiago de Querétaro Richtung Osten, um in den Nachbarstaat San Luis Potusi zu reisen. Auf meiner Reise dorthin verbrachte ich allerdings noch eine Weile in meiner letzten Station in Querétaro: Pinal de Amoles. Diese kleine Ortschaft liegt mitten in der Sierra Gorda (große Gebirgsregion im Osten von Querétaro). Von hier aus kann man viele Ausflugsziele in der Sierra Gorda erreichen und ich wollte hier 2 Nächte verbringen. Die Reise dorthin bestritt ich wie gehabt wieder mit dem Bus. Die direkte Busfahrt von Querétaro nach Pinal dauerte etwa 4.5 Stunden und startete wie gehabt am Busbahnhof von Querétaro.

Über Pinal de Amoles

Pinal de Amoles liegt auf einer Höhe von etwa 2300 Metern über dem Meeresspiegel, besteht aus vielen kleinen gewunden und teilweise sehr steilen Straßen. Hier wohnen etwa 2000 Einwohner. Pinal de Amoles wurde im 17. Jahrhundert als Camp für die in der Nähe arbeitenden Minenarbeiter gegründet. Heutzutage ist der allerdings Minenbetrieb eingestellt und die Region ist eine der ärmsten Municipios in Mexiko. Trotz seiner sehr abgelegenen Lage findet man hier sehr viele Hütten für Touristen, die die Region besuchen wollen und es werden an mehreren Stellen Touren für Touristen angeboten. Ich hatte mir bereits im Voraus ein AirBnB gemietet und für den Folgetag, den 06.02., eine Tagestour zu den beliebtesten Ausflugszielen hier in der Sierra Gorda gebucht.

Meine Unterkunft

Ich kam etwa um 18:00 Uhr in Pinal an und stand schon vorher in Kontakt mit der Eigentümerin des AirBnBs Cabanas Las Mageritas; Marichuy und ihrem Bruder. Ihr Bruder bot mir an mich direkt von der Bushaltestelle abzuholen und zur Unterkunft zu fahren. Hierbei handelte es sich um ein komplettes Haus, welches ich ganz für mich alleine hatte, da ich zur Nebensaison hier war. Insgesamt haben im Haus etwa 8 Leute Platz, da es über drei separate Schlafzimmer verfügte. Wenn man direkt anruft bekommt man sogar noch einen besseren Preis als bei AirBnB. Kontaktieren kann man sie über WhatsApp. Die Nummer findet ihr hier auf ihrer Facebook-Page. Ich war auf jeden Fall total begeistert von dieser Unterkunft und hätte so etwas in dieser doch sehr abgeschiedenen Region nicht erwartet. Die Küche war super gut ausgestattet, es gab TV mit Netflix und weiteren Streaming-Diensten, eine sehr gute Dusche und die Betten waren auch total gemütlich. Allgemein war dieses Haus einfach super geräumig und das alles für nur 400 Pesos die Nacht. Der einzige Negativ-Punkt war, dass man etwa 20 Minuten zum Zentrum gehen musste. Das liegt aberneinfach an der Lage des Dorfes mitten in den Bergen. Die meisten zu vermieteten Hütten habe ich außerhalb des Zentrums angefunden. Aber seht selbst:

Cabana Las Mageritas

Aber genug von meiner Unterkunft und kommen wir zu den Sachen, die ich hier gemacht habe. Nach meiner Ankunft bin ich relativ zeitig ins Bett gegangen, da ich am nächsten morgen um 3:45 aufstehen musste. Ich hatte mir nämlich eine Tour gebucht, um mir den Sonnenaufgang am Aussichtspunkt Cuatro Palos anzuschauen. Wir trafen uns um 4:30 Uhr im Zentrum von Pinal direkt vor deren Büro und haben uns auf die halbstündige Autofahrt gemacht. Nach unserer Ankunft mussten wir noch etwa einen 30-minütigen Spaziergang zu unserem eigentlichen Ziel, dem Mirador Cuatro Palos, machen. Dort angekommen konnten wir dann einen spektakulären Sonnenaufgang genießen:

Sonnenaufgang am Aussichtspunkt Cuatro Palos

Mittlerweile war es knapp 8:00 Uhr und es ging wieder zurück nach Pinal zu einer kurzen Pause. Hier oben war es am morgen übrigens sehr kalt. Also dicke Sachen sind hier absolut notwendig.

Um 10:30 Uhr ging unsere Tour weiter zu unserer nächsten Station dem Puente de Dios. Unsere Wanderung begann am Fluss Escanela, dessen Verlauf wir für 30 Minuten folgten. Wir überquerten mehrere kleine Brücken und konnten hier die Natur genießen. Die Region hier ist wirklich extrem schön.

Kurz darauf erreichten wir den Canon de Angostura. Hier folgten wir einem schmalen Pfad entlang der Steinmauern.

Etwa 30 Minuten später erreichten wir dann unser Ziel: den Puente de Dios. Hierbei handelt es sich um eine kleine Höhle mit Stalaktiten aus denen Wasser tropft. Wenn man mag kann man hier auch baden, das Wasser ist allerdings eiskalt. Dieser Platz war wirklich sehr atemberaubend und wir haben dort eine weitere halbe Stunde verbracht. Zufälligerweise traf ich eine sehr nette Familie, die schon auf meiner morgendlichen Tour dabei waren. und mit denen ich bereits gemeinsam zu Mittag gegessen hatte, bevor die Tour am Vormittag losging. Sie waren allerdings privat und ohne Tourguide unterwegs. Daher war unser erneutes Zusammentreffen wirklich reiner Zufall.

Danach ging es zu unserem letzten Ausflugsziel im Biosphärenreservat Sierra Gorda: dem Wasserfall Chuveje. Dieser ist mit 30 Metern der größte Wasserfall von Queretaro. Mit dem Auto waren es noch einmal knapp weitere 40 Minuten durch die Berge bis wir an unserem letzten Startpunkt für heute ankamen. Am Anfang des Wanderwegs zum Wasserfall gibt es einige Möglichkeiten zu Essen und zu trinken sowie einige Shops mit Souveniers.

Am Fuße des Wanderwegs zum Wasserfall El Chuveje

Die Wanderung zum Wasserfall ist mit 20 Minuten relativ kurz. Man spaziert hier genauso wie bei der Tour zum Puente de Dios entlang des Flusses Escanela.

Am Ziel angekommen konnten wir dann diesen wunderschönen Wasserfall bestaunen. Ich muss hier noch anmerken, dass der Wasserfall mehr Wasser führt, wenn man zur Regenzeit hier ist. Zum Zeitpunkt meines Besuches herrschte allerdings keine Regenzeit, daher war der Wasserfall etwas kleiner. Dafür konnte man aber etwas näher ran als sonst.

Ich möchte an dieser Stelle unseren Guide Sebastian vom Tourenanbieter Recorridos Turisticos Puerta del Cielo hervorheben. Er hat uns von morgens bis zum Ende des Tages begleitet und hatte ein unfassbar breites Wissen über die Region egal ob es um die Namen der Ortschaften, Pflanzen und Tiere in der Region oder sonstiges war. Er hatte immer eine coole Geschichte für uns auf Lager. Also falls ihr hier eine Tour machen wollt, kann ich diesen Anbieter und vor allem Sebastian wirklich sehr empfehlen. Er war zudem den ganzen Tag über super freundlich und gut gelaunt, obwohl wir fast 12 Stunden unterwegs waren. Die Gesamte Tour hat 1000 Pesos gekostet und man musste eine Vorabzahlung von 500 Pesos leisten. Finde ich für eine Tages-Tour von morgens bis abends mit einem super Guide wirklich einen sehr fairen Preis, da in dem Preis auch sämtliche Eintrittsgelder zu den jeweiligen Orten inkludiert sind.

Ich will euch natürlich noch ein paar Bilder vom Dorf selbst zeigen. Wie bereits erwähnt ist Pinal de Amoles wirklich sehr klein und das Zentrum besteht aus einem sehr überschaubaren Platz mit einer Kirche und einigen Restaurants. Man findet hier aber auch einige Hotels und die Büros der Tourenanbieter.

Am Abend war ich dann natürlich super müde und habe mir noch etwas essen aufs Haus bestellt (ja auch das ist hier möglich) und bin schlafen gegangen. Am morgen sollte es dann weiter in Richtung des Bundesstaates San Luis Potusi gehen. Dazu aber mehr im nächsten Artikel. Ich habe außerdem noch versucht ein paar Fotos der Landschaft vom Bus aus zu machen. Bin zwar nicht 100 % mit dem Ergebnis zufrieden aber ich will die Fotos trotzdem mit euch teilen:

Die Sierra Gorda in Querétaro

Mein Fazit zur Sierra Gorda: Diese Gebirgsregion ist wirklich sehr sehr schön und die Tour war auf jeden Fall jeden Peso wert. Es ist hier sehr ruhig und die Menschen in Pinal sind alle sehr lieb und freundlich. Auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Pinal zu Hauf. Ich bin an diversen mietbaren Hütten vorbeigekommen. Um Touren in der Sierra Gorda zu unternehmen kann ich nur empfehlen eine Unterkunft in Pinal de Amoles zu suchen, da dies der zentral gelegenste Ort in der Sierra Gorda ist und die meisten Touren starten auch von hier. Man kann natürlich auch mit seinem eigenen Auto anreisen, dann ist man nicht so abhängig von den Touren. Man sollte sich allerdings vorher einen Plan machen wo man langfährt, da man in den Bergen kein Internet hat, es sei denn man ist in seiner Unterkunft. Im großen und ganzen hat mir dieser Ausflug wirklich sehr sehr gut gefallen und wenn man sein eigenes Auto und ein paar Freunde dabei hat, kann man hier locker auch ein paar Tage mehr verbringen und alles etwas entspannter angehen, als ich es getan habe.

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