07./08.02.24: Ciudad Valles

Meine Reise nach Ciudad Valles

Am 07.02. reiste ich von Xilitla aus mit dem Bus nach Ciudad Valles. Der Bus von Xilitla fährt direkt an der Hauptstraße von Xilitla ab. Auch diese Strecke wird vom Busunternehmen Flecha Amarilla angeboten. Das Ticket nach Valles von Xilitla kostet 210 Pesos. In Xilitla gibt es lediglich eine Bushaltestelle, von der aus alle Busse in die umliegende Region abfahren.

Die Reise war sehr ruhig und verlief hauptsächlich auf gut ausgebauten Straßen mit wenigen Kurven und kaum Steigung, da ich mittlerweile die Gebirgsregion Sierra Gorda verlassen hatte. Nach 2.5 Stunden Fahrt war ich auch schon in Ciudad Valles.

Über Ciudad Valles

Ciudad Valles liegt nördlich von Xilita und hat circa 180.000 Einwohner. Valles ist ein wichtiger Knotenpunkt für Handel, Vieh- und Landwirtschaft in der Region. Seine einmalige Lage in der Region Huasteca Potusina macht Valles außerdem jedes Jahr zu einem beliebten Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. Von hier aus starten viele organisierte Touren zu den schönsten Ausflugszielen der Huasteca Potusina.

Aber was genau ist die Huasteca Potusina? Bei der Huasteca handelt es sich um eine Region die ursprünglich von den Huastec Kulturen bewohnt war. Diese Region verteilt sich über die Bundesstaaten Veracruz, das nördliche Puebla, das östliche Hidalgo, kleine Bereiche von Querétaro und eben auch San Luis Potusi. Der Bereich, der in San Luis Potusi liegt wird deshalb auch Huasteca Potusina genannt.

Über die Huasteca Potosina

Die Huasteca Potusina ist eines der größten Touristengebiete des Bundesstaates. Zu den wichtigsten Touristenattraktionen zählen der Wasserfall von Tamul, die Tamasopo-Wasserfälle, die Wasserfälle von Micos, der Garten von Edwards James und viele weitere. Das Gebiet in San Luis Potusi verläuft hauptsächlich zwischen den Bergketten der Sierra Madre Oriental und besteht daher aus vielen Klüften, Wasserfällen, Tälern und Ebenen. Außerdem wird hier sehr viel Zuckerrohr angebaut. Daher spielt Ciudad Valles auch eine große Rolle in der Zuckerindustrie des Landes.

Ankunft und Rundgang in Ciudad Valles

Nach meiner Ankunft bezog ich als erstes meine Unterkunft, das Hotel Quinta San Juan. Ich hatte mir hier ein Zimmer für eine Nacht für knapp 400 Pesos reserviert. Das Zimmer war ganz in Ordnung und die Angestellten waren auch sehr freundlich zu mir. Ich denke daher, dass die 400 Pesos schon in Ordnung gehen. Genauso wie in Xilitla gibt es hier auch kaum günstigere Alternativen, da es keine Hostels gibt. Den heutigen Tag wollte ich nutzen mir Ciudad Valles anzuschauen und mir eine Tour für den morgigen Tag zu organisieren. Nachdem ich ein wenig herumlief fiel mir auf, das sich Ciudad Valles sehr von den bisherigen Städten unterschied, die ich während meiner Reise in Mexiko gesehen habe. Es gibt hier eigentlich nur eine große Straße mit kommerziellen Geschäften, die wie ein U durch die Stadt verläuft. Ein Zentrum gibt es nicht wirklich und der größte Teil der Stadt sind Wohngebiete. Ich habe mich hier nicht wirklich wohl gefühlt und hatte kein Interesse viel Zeit in der Stadt selbst zu verbringen. Ich hab nicht mal Fotos von der Stadt gemacht…

Wasserfälle von Micos

Als Tourist gibt es hier eigentlich nichts zu sehen und so war ich schon relativ schnell mit meinem Rundgang zu Ende. Zum Glück lernte ich hier Janny kennen, die mir anbot mich noch am selben Tag zum nahegelegenen Wasserfall von Micos mitzunehmen. Wir stiegen als ihr Auto und machten uns auf den Weg. Nach knapp 25 Minuten waren wir dann dort und spazierten durch die Anlage bis hin zum Schiffsanleger in der Nähe des Wasserfalls.

Auf dem Weg zum Wasserfall

Für 120 Pesos konnte man sich hier ein ein kleines Boot samt Kapitän mieten, der einen etwas näher zum Wasserfall bringt. Ähnlich wie in der Sierra Gorda war hier keine Regenzeit und der Wasserfall führte nicht so viel Wasser wie zur Regenzeit. Aber es war trotzdem eine nette kleine Tour. Und vor allem sehr spontan. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so kurzfristig noch die Chance bekommen würde hier herzukommen. Es gibt nämlich keinen öffentlichen Verkehr zu diesem Wasserfall und man ist eigentlich auf Touren angewiesen, wenn man kein eigenes Auto besitzt.

Wasserfälle von Micos

Nachdem uns unser lieber Kapitän am Wasserfall vorbeiführte, drehten wir noch eine eine Runde im See.

30 Minuten später waren wir wieder am Land und Janny, die das Gebiet hier ganz gut kannte, führte mich noch etwas herum. Sie erzählte mir, dass man hier in der Hauptsaison sich eine Hütte mieten kann und die Atmosphäre am See super cool wäre. Nur jetzt gerade wäre halt nicht so viel los, da halt keine Hauptsaison ist. Wir stießen dann noch auf einen lieben Hund, der uns auf unserem Spaziergang begleitete und uns immer einen kleinen Schritt voraus war. Es fühlte sich so ein wenig so an, als wenn er uns durch das Gebiet lotsen wollte. Er wartete immer wieder auf uns und lief dann wieder ein Stück voraus. Ganz liebes Kerlchen!

Danach ging es dann langsam wieder zurück in die Stadt. Ich denke ein Ausflug hier zu diesem Gebiet rund um die Wasserfälle von Micos lohnt sich auf jeden Fall. Wenn man etwas mehr Zeit hat und man in der Hauptsaison ist kann man hier bestimmt eine gute Zeit verbringen.

Mittlerweile war es auch schon spät und Janny wollte mir noch ihren Lieblings-Taco Laden zeigen. Hier gab es Tacos für 25 Pesos und die hatten es in sich. Mehr als 3 von denen konnte ich auch kaum essen. Die haben da fast ein ganzes Steak in einen Taco gelegt.

Zum Abschluss des Tages lud mich Janny dann noch auf ein Eis von La Michoacana ein. Wir quatschten noch ein wenig und dann fuhr sie mich netterweise zurück zu meinem Hotel.

Am nächsten morgen aßen wir dann noch gemeinsam Frühstück bevor ich mich auf den Weg zu meiner Tour machte. Und zwar gab es Zacahuil im Restaurant El Mejor Zacahuil. Zacahuil ist das traditionelle Essen hier in Ciudad Valles und es ist eine Mischung aus einem relativ flüssigen Maisteig mit Salsa und Hähnchenfleisch. Dieses Gericht wird in einem speziellen Ofen zubereitet was auch der Grund ist, warum ich es bisher in keinem anderen Bundesstaat gesehen hatte. Ich habe leider vergessen ein Foto für euch zu machen, aber es war sehr lecker. Janny brachte mich zurück zu meinem Hotel und sie fuhr darauf hin zur Arbeit.

Ausflug zum Wasserfall von Tamul

Danach ging es dann los mit meiner Tour. Ich hatte mir am Vortag eine Tour zum Wasserfall von Tamul gebucht. Diese Tagestour kostete mich insgesamt 1200 Pesos. Der Preis ist normaler etwas niedriger aber wir waren nur eine kleine Gruppe von 3 Personen, daher war der Preis etwas höher und ich war froh, dass ich überhaupt eine Tour fand. Es stellte sich nämlich heraus, dass viele Veranstalter momentan nur ein sehr begrenztes Angebot hatten, da halt Nebensaison war. Ich buchte meine Tour bei Ruta Huasteca Experiences.

Pünktlich um 8:00 Uhr holten mich die Guides in ihrem Kombi direkt bei meinem Hotel ab. Vorab gab es für mich schon ein paar Informationen, was mich auf der heutigen Tour erwarten sollte und dementsprechend konnte ich mich gut auf alles vorbereiten. Es sollte nämlich mit einem Paddelboot in Richtung des Wasserfalls gehen. Daher war ausreichend Sonnenschutz und geeignete Kleidung notwendig.

Nach etwa 1 Stunde kamen wir an unserer Anlegestelle an und bereiteten uns auf die Bootstour vor.

Dann ging es auch schon aufs Wasser und wir machten uns auf den Weg zum Wasserfall von Tamul. Der Weg führte uns durch einige Schluchten und an einigen Stellen mussten wir auf Grund der starken Strömung umtragen. Die Landschaft hier war wunderschön und ich habe auch ein paar Schildkröten sehen können, habe aber leider keine Fotos machen können, da wir etwas zu schnell unterwegs waren.

Kurz vor dem Wasserfall machten wir das Boot dann fest und schwammen weiter.

Der Wasserfall von Tamul

In der Hochsaison wäre das nicht möglich, da der Wasserfall dann viel viel größer ist und es einfach zu gefährlich wäre sich zu nähern. Wir hatten sozusagen auch etwas Glück heute, da wir direkt zum Wasserfall schwimmen konnten.

Unser Guide zeigte uns dann noch einen Pfad wir wir auf einen großen Felsen gegenüber vom Wasserfall klettern konnten. Hier machten wir noch ein paar Aufnahmen und durften von hier dann runter ins Wasser springen. Ich denke mit einer größeren Gruppe wäre das so nicht möglich, daher war ich froh, dass wir nur 3 Personen waren.

Auf dem Weg zurück machten wir dann noch einen kleinen Stopp in einer Cenote und schwammen hier eine kleine Runde bevor es dann zurück zum Anleger ging.

Zurück in Valles holte mich Janny dann samt aller meiner Sachen vom Hotel ab da es für mich direkt weiter in die Hauptstadt San Luis Potusi ging. Ich hatte eine Mitfahrgelegenheit über BlaBlaCar gefunden, die mich direkt von Valles nach San Luis brachte. Ich verabschiedete mich von Janny und bin sehr froh sie kennengelernt zu haben. Wir haben hier zusammen eine kurze aber doch sehr schöne Zeit verbracht und ich bin für alles was sie für mich gemacht hab sehr dankbar.

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