08.02 – 10.02.24: San Luis Potosi

Über San Luis Potosi

Mit der Hauptstadt San Luis Potosi erreicht ich am 08.02. meine letzte Station im Bundesstaat San Luis Potosi. Die im Jahr 1592 von Silber- und Goldgräbern gegründete Stadt, dessen Name sich vom französischen König Ludwig IX (San Luis) und der bolivischen Bergbauregion Potosi ableitet, hat circa 850.000 Einwohner und gehört damit zu den mexikanischen Großstädten. Später dann im 17. und 18. Jahrhundert ließen sich hier Franziskaner, Augustiner und Jesuiten nieder und errichteten zahlreiche Kirchen von denen man meisten bis heute erhalten wurden. Heutzutage ist San Luis Potosi eine wichtige Industriestadt in einer reichen Landwirtschafts-, Viehzucht- und Bergbauregion. Im Jahr 2010 wurde das historische Zentrum der Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Meine Anreise und Unterkunft

Nach knapp 4,5 Stunden Autofahrt ließ mich meine Mitfahrgelegenheit im Zentrum der Stadt raus. Es war mittlerweile schon 22:oo Uhr abends und ich begab mich direkt zu meinem sehr zentral gelegenen Hostel, dem Hostel Iturbide500. Als ich ankam war ich erst einmal sehr überrascht: Dieses Hostel ist kein gewöhnliches Hostel. Vielmehr ähnelt es einem alten Anwesen welches zu einem Hostel umfunktioniert wurde. Und nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass das Haus, in dem sich das Iturbide 500 Hostal befindet, früher eine Residenz war. Hier wohnte die Familie Ipiña, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Stadt San Luis Potosí spielte.

Das Hostel Iturbide 500

Sämtliche Räume, einschließlich des Bades, sahen sehr schick aus und es gab sehr viel Platz. Alles war sehr sauber und ordentlich und auch die Leute die hier arbeiteten als auch die anderen Gäste waren sehr entspannt drauf. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und kann dieses Hostel zu 100 % empfehlen, auch wenn es mit 20 Euro pro Nacht etwas mehr kostet als üblich. Aber dafür bekommt man hier auch eine sehr ruhige und chillige Atmosphäre mitten in der Stadt geboten.

Hier verbrachte ich insgesamt 2 Nächte. Mein Plan war den Folgetag, den 09.02. damit zu verbringen, um die Stadt zu besichtigen und am 10.02. dann zurück nach Morelia zu fahren, um mit Karen zusammen ihren Geburtstag zu feiern. Ich wachte früh am morgen den 09.02. auf, um ausreichend Zeit zu haben. Beim Frühstück, welches im Preis mit inbegriffen war, lernte ich Samuel kennen. Er hatte eigentlich genau den gleichen Plan wie ich und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg in die Stadt.

Besichtigung des Stadtzentrums

Als erstes gingen wir zum Plaza de las Armas, welcher sich in unmittelbarer Nähe unseres Hostels befand. Hier befindet sich auch das Kiosko der Stadt in der Mitte des Platzes.

Danach machten wir einen kurzen Schlenker über den Plaza Fundadores. Hier wurde die Stadt am 03. November 1593 nach der Entdeckung mehrerer Gold- und Silbervorkommen gegründet. Direkt an diesem Platz befindet sich auch die Parroquia Sagrario Metropolitano, eine katholische Kirche aus dem Jahr 1679.

Plaza Fundadores mit Parroquia Sagrario Metropolitano

Wir trafen die Entscheidung uns etwas vom historischen Zentrum zu entfernen und uns die Gegend etwas außerhalb anzuschauen. Außerdem erhielt Samuel den Tip, den Mercado Hidalgo zu besuchen. Am Markt angekommen gönnten wir uns ein paar Flautas (das sind eingerollte und dann frittierte Tortillafladen mit Käse und Fleischfüllung. Wenn man günstig mexikanisch essen will, ist man hier auf jeden Fall richtig. Die Flautas waren sehr gut und wurden mit eingelegter Schweinehaut serviert. Das wiederum war überhaupt nicht meins. Die Kosten hier beliefen sich auf knapp 70 Pesos.

Im Mercado Hidalgo

Nach unserem Schlenker machten wir uns wieder in den Weg ins Zentrum und kamen am Plaza del Carmen an. Dieser liegt wieder mitten im historischen Zentrum. Zu den Sehenswürdigkeiten hier zählen die katholische Kirche Nuestra Señora Del Carmen und die Statue El Cofrade, die eine vermummte Person mit Spitzhut zeigt. Ich war erst etwas irritiert als ich sie sah, aber nach einer kurzen Recherche lernte ich dann, dass diese Statue an das Fest der Schweigeprozession erinnern soll.

Besuch des Nationalmuseums für Masken

Direkt neben dem Plaza del Carmen entdeckte Samuel das Mueso National de la Mascara (Nationalmuseum für Masken). Wir entschieden uns reinzugehen und wurden mit dem Blick auf einige sehr coolen Masken belohnt. Der Eintritt hier war zudem noch kostenlos. Euch jetzt näherzubringen wo die Masken alle herkamen würde hier definitiv den Rahmen sprengen und ich verstand die Beschreibungen nicht immer vollständig, da alles auf spanisch geschrieben stand. Es sind aber alles authentische Masken aus verschiedenen Ecken Mexikos, die zu verschiedensten Anlässen verwendet wurden. Wer sich für solche Masken interessiert und hier in der Nähe ist, sollte definitiv einmal vorbeischauen. Es lohnt sich wirklich. Für Samuel war es besonders interessant, da er sich beruflich mit der Erhaltung der Kultur indigener Völker beschäftigt.

Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg zum Hostel. Wir wollten uns etwas frisch machen und dann gemeinsam Essen gehen. Hier ein paar Aufnahmen der Straßen von San Luis:

Gemeinsames Abendessen

Nach einer kurzen Erfrischung ging es dann zu unserer letzten Adresse: Der Cocktailbar/Restaurant Inés Fusion de Sabores. Hier wollten wir das für San Luis Potusi typische Gerichte Enchiladas Potosinas probieren. Das Restaurant sah von außen sehr unscheinbar aus, war im Inneren aber sehr schick eingerichtet und an den Wänden befanden sich diverse coole Malereien.

Die Getränkekarte hier war sehr reichhaltig. Von Mezcal, Rum, Tequila, Bier und Wein konnte man hier alles in guter Qualität bekommen. Wenn man abends etwas trinken gehen möchte, ist dies auf jeden Fall eine gute Adresse. Und auch die Enchiladas waren super. Bei einem Ausflug nach San Luis sollte man die auf jeden Fall mal probiert haben. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt sehen diese gar nicht so richtig wie echte Enchiladas aus, sondern eher wie Tacos, da sie nur zur Hälfte zugeklappt sind. Auf jeden Fall sehr sehr lecker! Preislich lag das Gericht bei ca. 150 Pesos. Also schon etwas gehobeneres Preisniveau aber trotzdem als Backpacker noch gut zu bezahlen.

Enchiladas Potosinas im Inés Fusion de Sabores

Nach dem Essen gingen wir wieder zurück zum Hostel und ich packte meine Sachen für den morgigen Tag. Dann ging es nämlich zurück nach Morelia. Ich hatte auch dieses mal das Glück eine Mitfahrgelegenheit zu finden und konnte für für knapp 18 Euro die 6-stündige Reise antreten.

Mein Fazit der Stadt San Luis Potosi

Rückblickend hat mir die Stadt San Luis Potusi nicht ganz so gut gefallen wie die anderen mexikanischen Städte. Das historische Zentrum der Stadt ist zwar ganz schick, aber sonst hat die Stadt aus rein touristischer Hinsicht nicht viel zu bieten. Das mir die Stadt nicht so gut gefiehl, mag vielleicht daran liegen, dass ich nicht so viel Zeit hatte mir alles genau anzuschauen, aber ich hatte auch das Gefühl, dass ich hier eigentlich alles gesehen hatte. Das bestätigte sich auch im Gespräch mit meinen Mitfahrern nach Morelia, die aus San Luis kamen. Was sie mir allerdings empfahlen war mehr Zeit in Valles bzw. in der Huasteca Potusina zu verbringen. Und das macht auch Sinn, da diese Region wirklich sehr viel zu bieten hat, was ich jetzt hier gar in meinen Artikeln gar nicht aufgeführt habe. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte würde ich mir auf jeden Fall mindestens 3 oder 4 Tage für die Huasteca nehmen und vielleicht nicht unbedingt in der Trockenzeit hierherkommen, da die Hauptattraktionen nun mal viel mit Wasser zu tun haben und in der Regenzeit einfach viel imposanter sind. Aber schön war es trotzdem und ich bin froh diesen Schlenker durch San Luis Potosi gemacht zu haben.

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