Über Guadalajara
Die im Jahr 1542 von den Spaniern gegründete Stadt Guadalajara ist die Hauptstadt des Bundessstaates Jalisko. Mit knapp 5 Millionen Einwohnern (Metropolregion) ist sie hinter Mexiko-City die zweitgrößte Stadt in Mexiko.
Auf Grund ihrer Größe kann man in Guadalajara natürlich super viel entdecken und unternehmen. Es gibt unglaublich viele Museen, Restaurants mit typischem Essen aus Jalisko wie beispielsweise Birria (Eintopf aus Ziegen- und Schweinefleisch), torta ahogada (eine besondere Art Fladenbrot) oder tejuino (ein fermentiertes Getränk aus Mais).
Außerhalb der Stadt befindet sich noch der Chapala-See (Lago de Chapala). Wenn man die Zeit hat, lohnt es sich auf jeden Fall hierhin einen Tagesausflug zu unternehmen, da der See selbst als auch das Dörfchen Chapala, welches direkt am See gelegen ist, wirklich schick sind.
Meine Reise nach Guadalajara
Nachdem ich fast 2 Wochen bei Brendas Familie in Aguascalientes verbrachte, ging meine Reise am 09.03.24 weiter in Richtung Guadalajara. Ich traf mich dort noch ein letztes Mal mit Karen, die genau an dem Wochenende zusammen mit einer Freundin auf ein Konzert gehen wollte. Unser erneutes Treffen war also eher zufällig und nicht vorab so geplant.
Von Aguascalientes aus nahm ich einen Bus des Busunternehmens Futura und fuhr für 431 Pesos (knapp 22 Euro) nach Guadalajara. Die Fahrt dauerte knapp 3.5 Stunden, allerdings musste ich fast 2.5 Stunden auf den Bus warten, da er auf Grund eines Unfalls stark verspätet in Aguascalientes ankam. Dementsprechend spät (16:30 Uhr) kam ich in Guadalajara an.

Ankunft und Konzertbesuch mit Karen
Und vom Busbahnhof musste ich dann erst einmal zu unserem Airbnb in Zapopan kommen und das lag noch einmal knapp 30 Minuten Autofahrt von der Busstation entfernt. Da ich eh schon so spät unterwegs war, sparte ich mir das Fahren mit den Öffis und buchte mir gleich nach Ankunft ein Uber.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht was ich mit “unserem AirBnB” meine. Und ja es war so, dass Karens Freundin kurzfristig absagte und ich somit mit Karen gemeinsam auf das Konzert ging.
Wir mieteten uns deshalb für die erste Nacht ein AirBnB, welches möglichst nah an der Konzerthalle lag, einfach damit wir nicht so viel umherfahren mussten. Guadalajara ist nämlich wirklich sehr groß und die Distanzen dementsprechend weit. Ich war mit der Unterkunft eigentlich ganz zufrieden. Es gab eine relativ saubere Küche, einen Essbereich und das Zimmer war ordentlich, sauber und es fehlte eigentlich an nichts. Für die Nacht zahlten wir knapp 600 Pesos und der Preis ging auch echt in Ordnung.



Kurz nach meiner Ankunft mussten wir uns dann auch schon zügig fertig machen, denn das Konzert begann bereits um 20:00 Uhr und wir wollten vorher noch kurz etwas zu essen besorgen.
Vielleicht noch ein paar Worte zum Konzert bzw. zum Interpreten. Wir schauten uns ein Konzert der Rockband Moderatte an. Diese im Jahr 1999 gegründete Band ist in Mexiko super bekannt und es handelte sich bei der aktuellen Tournee, um ihre letzte Tournee überhaupt. Dementsprechend begehrt waren auch die Karten, da es für viele die letzte Chance war ihre Lieblingsband noch einmal Live zu sehen. Und auch Karen freute sich riesig auf das Konzert, da sie auch ein Fan der Band war. Ich kannte die Musik nicht, aber Teil so eines Konzertes war schon eine ziemlich coole Sache.

Obwohl die Musik nicht ganz so mein Ding war, hat die Atmosphäre im Saal alles wett gemacht. Die Menschen kannten natürlich alle Texte auswendig und der Sänger spickte die Pausen zwischen den Liedern immer wieder mit emotionalen Ansprachen und selbst ich hatte da teilweise schon Gänsehaut. Es war wirklich sehr emotional, da es ja ihr letzter Auftritt war.
Hier ein kleiner Ausschnitt:
Ausflug nach Tequila
Am darauf folgendem Tag dem 10.03.24, packten Karen und ich unser Hab und Gut wieder ein und machten uns auf den Weg in das nicht weit entfernte Städtchen Tequila, der Geburtsstadt des weltweit bekannten Schnaps Tequila. Wir wollten dort eine Nacht verbringen, uns das Dorf selbst mit seinen Destillen und Agaven-Plantagen anschauen und eine geführte Tequila-Tour machen, um aus erster Hand zu erfahren wie die Herstellung hier vor Ort abläuft. Und natürlich wollten wir natürlich auch den Tequila direkt an der Quelle probieren.

Bevor die Reise allerdings losging, begaben wir uns noch für einen kurzen Zwischenstopp zum Plaza de las Americas, welcher ein paar Minuten Fußweg von unserem AirBnB entfernt lag. An diesem Platz befindet sich eine der größten Kirchen in Guadalajara, die Basilica de Nuestra Senora de Zapopan. Zudem suchten wir einen geeigneten Platz zum Frühstücken in einem der diverse Street-Food Restaurants, die sich in unmittelbarer Nähe des Platzes befinden.



Wir fanden dann auch relativ ein gemütliches Plätzchen und nachdem ich über die angeblichen so großen Quesedillas hingewiesen wurde, musste ich diese natürlich gleich probieren. Obwohl mir gesagt wurde, dass sie wirklich groß sind, bestellte ich natürlich gleich zwei und nachdem ich sie sah, bereute ich meine Entscheidung gleich wieder. Die waren nämlich wirklich extrem groß und ich habe nicht mal alles aufessen können (und ich kann schon echt viel futtern).

Anschließend fuhren wir dann mit einem Uber zum Busbahnhof, um uns auf den Weg zu machen. Wenn man nicht über ein eigenes Auto verfügt, kommt man von Guadalajara am einfachsten mit dem Bus nach Tequila. Wenn man sich zum Busbahnhof begibt, sollte man allerdings darauf achten, dass man auch zum richten Bahnhof fährt. Es gibt nämlich insgesamt 2 Busbahnhöfe in Guadalajara, eine alte und eine neue Station. Die Langstrecken-Busse fahren fast ausschließlich von der neuen Station ab und die kürzeren Strecken werden von der alten Station bedient und somit auch die Fahrt nach Tequila.
Das Hin- und Rückticket für die 2-stündige Fahrt kostete knapp 200 Pesos, also etwas mehr als 10 Euro und kann direkt vor Ort gekauft werden. Gegen 16:00 Uhr kamen wir pünktlich an und machten uns gleich auf den Weg in unsere Unterkunft. Wir mieteten uns auch hier ein AirBnB, welches sehr zentral lag und mit 630 Pesos pro Nacht auch einen akzeptablen Preis hatte. Man muss nämlich dazu erwähnen, dass Tequila natürlich super touristisch ist und alles auf Touristen zugeschnitten ist, inklusive der Preise natürlich. Unser Zimmer lag etwas abgelegen in einer Seitenstraße, daher war es sehr ruhig. Es verfügte über ein eigenes Bad und alles war sehr sauber. Daher von mir eine absolute Empfehlung, wenn man in Tequila nach einer schönen und ruhigen Unterkunft Ausschau hält.



Den Rest des Tages nutzen wir dazu in der Stadt bummeln zu gehen und uns alles anzuschauen. Wir begaben uns als erstes zum Marktplatz, dem Plaza Principal. Hier findet man diverse Stände, die Tequila, Micheladas oder Souvenirs anboten.




Ganz typisch für die Region sind die kleinen Tongefäße in denen die Micheladas verkauft werden, die Cantaritos. Diese meist bunt und per Hand verzierten Gefäßen gibt es in unterschiedlichsten Größen von einfachen Bechern bis hin zu riesigen Krügen, die mehrere Liter umfassen. Ich blieb erstmal bei der kleinen Variante.



Am Plaza Principal entdeckten wir dann eine schicke Gasse in sich unter anderem das Casa Cuervo befindet. Hier startete José Antonio de Cuervo im Jahr 1758 die Agaven-Pflanze zur Herstellung von Tequila zu kultivieren. Heutzutage ist die Marke José Cuervo Especial der weltweit meistverkaufte Tequila. Zum Hause Casa Cuervo gehört unter anderem auch der ziemlich bekannte Tequila Don Julio.
Es handelt sich bei diesem Haus also um einen wirklich historischen Ort mit viel Tradition. Wir schauten nur einmal kurz rein und machten ein paar Fotos. Wenn man mag, kann man auch eine Tour buchen und sich die alte Destillations-Anlage anschauen.


Wir schlenderten die Straße einmal bis zum Ende hoch und machten ein paar Fotos.




Mein erster Eindruck von Tequila war sehr positiv. Obwohl hier natürlich sehr viele Touristen unterwegs waren und man an jeder Ecke eine Tequila-Tour angedreht bekam, gefiel mir die Stadt trotzdem irgendwie, da der mexikanische Charme trotzdem erhalten blieb.


Andere Städte wie Cancún oder Sayulita, welches ich im letzten Abschnitt meiner Mexiko-Reise besuchte, gingen vollkommen im Tourismus unter und hatten mit Mexiko eigentlich überhaupt nichts mehr zu tun. Was wirklich schade ist. Das war hier zum Glück anders. Das historische Zentrum von Tequila mit seinem kleinen Marktplatz ist wirklich hübsch und die Atmosphäre zwischen den Ständen mit den schicken bunten Cantaritos und dem ganzen Tequila gefiel mir irgendwie.

Cool fand ich auch die Tourbusse, die hier reihenweise durch die Stadt fahren. Diese gab es in 3 verschiedenen Ausführungen: Tequila-Fässer, Tequila-Flaschen oder Chili-Schoten. Mir persönlich gefielen die Chili-Schoten am besten:

Für den darauffolgenden Tag, buchten wir uns eine Tour. Diese beinhaltete eine kurze Rundfahrt durch das Stadtzentrum, einen Besuch einer Agaven-Farm und zu guter Letzt einen Besuch einer Tequila-Fabrik. Leider fuhren wir nicht mit der coolen Chili-Schote, sondern nur mit einem gewöhnlichen Fass.

Die Tour hatten wir sehr kurzfristig am Abend vorher bei einem der diversen Anbieter gebucht. Ich glaube es waren etwa 200 Pesos pro Person, aber da bin ich mir nicht mehr so sicher.
Unsere Tour startete im Zentrum und begleitet von lauter mexikanischer Musik drehten wir unsere Runde bis wir schließlich nach knapp 15 Minuten an der Agaven-Farm ankamen. Hier konnten wir auf dem Agaven-Feld herumlaufen und ein paar Fotos machen.

Eine wirkliche Erklärung der Agaven-Kultivierung oder ähnliches gabs es hier leider nicht. Dieser Stopp diente lediglich um ein paar Fotos zwischen Agavenpflanzen zu machen, was wir dann auch taten.

Nach einem 20-minüten Aufenthalt ging es im Fass und lauter Musik weiter zur Tequila-Fabrik. Hier erfuhren wir zum Glück etwas mehr über die Tequila Herstellung. Unser Tourguide erklärte uns anhand der verschiedenen Stationen wie aus den Agaven-Pflanzen letztendlich Tequila gewonnen wird.


Am Ende der Tour gabs dann noch eine Tequila-Verköstigung in der Fabrik-eigenen Bar.


Nach der Tour holten wir schnell unsere Sachen aus dem AirBnB ab, die wir netterweise dort noch deponieren durften (Pluspunkt für das AirBnB) und machten uns auf den Weg zurück nach Guadalajara. Dort angekommen bezogen wir unsere dritte und damit letzte Unterkunft für diesen Trip.
Rückkehr nach Guadalajara
Unsere erste Unterkunft in Guadalajara lag etwas weiter nördlich im Stadtteil Zapopan, da wir ja möglichst nahe an der Konzerthalle wohnen wollten.

Dieses Mal sollte es etwas zentraler sein und wir mieteten uns deshalb ein Zimmer in der Zone La Moderna, welche bereits Teil des Zentrums von Guadalajara ist. Moderna ist eine sehr ruhige und schicke Wohngegend und wir fühlten uns hier von Beginn an sehr wohl und sicher. Für das AirBnB zahlten wir pro Nacht 520 Pesos für ein Zimmer mit eigenem Badezimmer und Zugang zu einer Küche.


Für Karen war es das Beste der drei Zimmer, die wir mieteten (natürlich nicht nur wegen der rosa Wandfarbe…) und ich fands eigentlich auch ganz nett. Auch hier war es sehr sauber, ruhig und vor allem sehr sicher, da es mehrere Türen mit Zahlencode gab.


Spaziergang im historischen Zentrum
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ja noch kaum etwas von der Stadt gesehen. Wir nutzten die letzten Stunden also, das Zentrum von Guadalajara kennenzulernen. Wir nahmen ein Uber und fuhren direkt ins Zentrum, zum Plaza de las Armas.




Direkt an Plaza de las Armas befindet sich die Kathedrale von Guadalajara aus dem 16./17. Jahrhundert. Als es dunkel war kamen wir noch einmal hier vorbei und konnten uns die Kathedrale bei Dunkelheit anschauen, die wirklich schön ausgeleuchtet wurde.


Von hier aus gingen wir dann langsam in Richtung Avenida Fray Antonio Alcalde. Das ist so eine kleine Flanier-Meile an der sich zahlreiche Restaurants, Cafés und sonstige Geschäfte befinden. Wir gingen diese Straße einmal und auf und wieder ab und machten zwischendurch ein einem der vielen Eisläden halt. Wir machten ein paar Fotos und kehrten anschließend zum Plaza de las Armas zurück.





Ausflug nach Tlaquepaque
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in den Stadtteil Tlaquepaque. Tlaquepaque ist vor allem bekannt für sein historisches Zentrum mit seinen Parks, Restaurants und schicken kolonialen Straßen.




Vor allem in der Calle Independencia befinden sich viele Cafés und Restaurants. Allgemein die gesamte Straße ist wirklich sehr bunt und man findet diverse kleine Figuren und Statuen entlang dieser Straße, die sich bis hin zum zentralen Park, dem Jardín Hidalgo, zieht.



Anschließend ging es darum einen geeigneten Platz zum Essen zu finden. Das war gar nicht so einfach, da die Auswahl einfach so groß ist. Wir fanden aber schließlich das Restaurant Cielito Lindo inmitten der Calle Independencia. Für 230 Pesos bekamen wir dort ein Mittags-Buffet. Zur Auswahl standen diverse mexikanische Klassiker wie Tacos und Quesedillas, Suppen, Crêpes, Pancakes, Waffeln, Café Säfte, Süßspeisen, Gebäck und einiges mehr. Es gab also fast alles, was man von einen guten mexikanischen Brunch so erwartet und alles war dazu noch sehr lecker. Daher gibt es von mir für dieses Restaurant eine klare Empfehlung. Es lohnt sich definitiv hier das Buffet einmal auszuprobieren.





Nach dem Essen drehten wir noch eine kleine Runde in der Umgebung und beendeten unseren Besuch in Tlaquepaque im Park Jardín Hidalgo, der sich mitten im Zentrum von Tlaquepaque befindet.




Gegen 15:00 Uhr fuhren wir dann gemeinsam zum Hotel Riu Plaza Guadalajara, da wir beide von hier aus unsere Reise fortsetzten. Ich fuhr allerdings weiter nach Puerto Vallarta, eine größere Küstenstadt im Bundesstaat Jalisko und Karen fuhr wieder zurück nach Morelia, da sie am nächsten Tag wieder arbeiten musste und wir daher nicht weiter zusammen reisen konnten.
Mein Fazit von Guadalajara und Tequila
Rückblickend hat mir Guadalajara sehr gut gefallen. Die Stadt ist zwar wirklich sehr groß und man braucht teilweise über 40 Minuten, um von einem Ort zum anderen zu kommen, aber so ist es halt in Großstädten. Zudem ist die Metro in Guadalajara sehr zuverlässig und man kommt eigentlich sehr bequem von A nach B, wenn man nicht immer auf ein Uber bzw. Taxi zurückgreifen möchte.
Das historische Zentrum als auch Tlaquepaque gefielen mir auch sehr gut. Es ist alles sehr sauber und ich habe mich immer sehr wohl und sicher gefühlt. Es gibt unfassbar viele Möglichkeiten essen zu gehen oder entspannt Café zu trinken. Vor allem Tlaquepaque hat hier sehr viel zu bieten und ist zudem noch etwas ruhiger als das Zentrum von Guadalajara. Die vielen kleine Gassen als auch die Hauptstraße, die Calle Independencia sind sehr bunt, hübsch und die Atmosphäre dort ist wirklich sehr angenehm. Ich würde jedem, der nach Guadalajara kommt, einen Rundgang in Tlaquepaque zu machen. Es lohnt sich wirklich. Auch das Zentrum sollte man zumindest einmal gesehen haben.

Tequila hat mir sogar noch etwas besser gefallen. Das kleine Dörfchen ist zwar sehr touristisch, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass hier noch nicht alles kommerzialisiert ist. Der Ort hat auf jeden Fall noch den Charm von einem kleinen Dörfchen, der historisch als auch kulturell was zu bieten hat. Durch seine gute Anbindung ist es sehr einfach von Guadalajara aus einen Ausflug nach Tequila zu machen. Ich würde empfehlen hier vielleicht sogar 2 Nächte zu verbringen, um wirklich alles in Ruhe genießen zu können.

Mein nächstes Reiseziel
Die nächste und vorletzte Station meiner Reise in Mexiko war die Stadt Puerto Vallarta. Diese liegt etwa 5 Stunden Bus- bzw. Autofahrt von Guadalajara entfernt und liegt an der Pazifikküste des Bundesstaates von Jalisko. Mehr zu meinem Aufenthalt in Puerto Vallarta kommt wie immer im nächsten Artikel.

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