Nachdem ich zwei Tage in der Küstenstadt Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisko verbrachte, führte mich meine Reise zu meiner letzten Station meiner Mexiko-Reise, dem Küstenort San Pancho. In San Pancho verbrachte ich die letzten 4 Tage, die mir noch verblieben, bis mein 6 Monate gültiges Touristenvisum in Mexiko ablief. Für die letzten beiden Tage kehrte ich schließlich nach Guadalajara zurück, um noch einmal ein paar ruhige Stunden in der Stadt zu verbringen, bevor ich meinen Flug nach Bogotá in Kolumbien antrat.
Meine Reise nach San Pancho
San Francisco, auch San Pancho genannt, befindet sich etwas nördlich gelegen von Puerto Vallarta an der Pazifikküste des Bundesstaates Nayarit. Praktischerweise lag die Ortschaft direkt auf der Reiseroute nach Guadalajara, sodass ich von dort aus dann später einfach nur in einen Reisebus springen musste, um zurück nach Guadalajara zu gelangen.
Meine Reise begann am 12.03.24 früh morgens am zentralen Busbahnhof in Puerto Vallarta. Nur von hier aus fahren die Busse direkt nach San Pancho. Ich hätte auch einen günstigeren Linienbus von der Stadt aus nehmen können, dieser hätte mich allerdings lediglich nach Sayulita gebracht und von da aus hätte ich noch einmal umsteigen müssen, um an mein Ziel zu gelangen. Mit meinem großen Reiserucksack hatte ich da aber keine Lust zu und entschied mich für die bequemere, dafür aber auch etwas teurere Variante. Während der Linienbus 25 Pesos kostete, zahlte ich für mein Ticket mit dem Reisebus 80 Pesos.

Die Fahrt nach San Pancho dauert circa eine Stunde und der Busfahrer lässt einen direkt an der Hauptverkehrsstraße raus. Eine richtige Bushaltestelle gibt es nicht, was daran liegt, dass San Pancho wirklich sehr klein ist. Genau genommen spielt sich das Leben nur auf einer Straße ab, die direkt zum Strand führt. Aber dazu später mehr.
Meine Unterkunft in San Pancho
Auf Grund der Größe des Ortes war die Auswahl an Unterkünften sehr begrenzt. AirBnBs gab es eigentlich so gut wie keine und ich hatte die Auswahl zwischen Hotel oder Hostel. Da mir die Hotelpreise viel zu hoch waren, entschied ich mich daher für ein Bett im Hostel San Pancho.

Für mein Bett zahlte ich pro Nach 200 Pesos. Allerdings rief ich direkt im Hostel an und konnte mir somit einen guten Preis ergattern. In meiner Erfahrung war es nämlich in den meisten Fällen um einiges günstiger direkt anzurufen anstatt das Zimmer über Apps wie Hostelworld zu mieten.

In diesem Fall sparte ich pro Nacht ganze 6 Euro. Ich kann diese Vorgehensweise jedem Rucksackreisenden nur empfehlen. Das bisschen extra Mühe zahlt sich häufig wirklich aus. Allgemein war ich mit dem Hostel eigentlich sehr zufrieden. Die Zimmer waren geräumig und die Betten gemütlich.


Es gab eine große Küche sowie einen Essenssaal. Im Preis mit inbegriffen war außerdem ein kleines Frühstück. Dieses beinhaltete ein Stück selbstgebackenes Brot, Mango, Papaya, Melone und Kaffee. Es war zwar nicht besonders viel, aber besser als nichts und ich fand es eigentlich ganz nett ein paar geschnittene Früchte zu haben, da ich häufig zu faul war mir selbst Obst zuzubereiten. Ich nahm das Angebot daher dankend an.


Die sanitären Anlagen wurden täglich gereinigt und das Personal war meistens freundlich. Das Internet war schnell und eignet sich definitiv, um Video-Anrufe zu tätigen oder YouTube und Serien zu schauen, wenn man das denn möchte. Allerdings war das Signal in den Zimmern relativ schwach. Oben in der Küche ging es dann meistens ohne Probleme.
Mein erster Tag in San Pancho
Nachdem ich meine Sachen auspackte und mit meinem Zimmerkollegen aus Israel den Tequila, den mir Luciano als Abschiedsgeschenk aus Aguascalientes mitgab, verköstigte, machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Rundgang in San Pancho. Wie bereits erwähnt befinden sich eigentlich alle Supermärkte, Hotels, Restaurants, Cafés und Bars ein einer großen Straße, die bis runter zum Strand führt (die professionell eingefügte rote Linie auf der Karte).

Im küstenfernen Teil des Ortes, wo sich auch mein Hostel befand, gab es relativ viele kleine mexikanische Restaurants und Street-Food Stände, wo ich häufig zusammen mit den Einwohnern des Dorfes zu Abend aß. Je näher man dem Strand kommt, umso schicker und auch teurer werden die Restaurants.


Entlang der Straße findet man aber auch alles andere, was man so für das alltägliche Leben braucht. Es gibt Wäscherein, Autowerkstätten, kleine Supermärkte, Apotheken, einen Bankautomaten und so weiter.

Allgemein war die Ortschaft eigentlich ganz hübsch. Es waren zwar auch hier viele Touristen vor Ort, aber es war um ein Vielfaches ruhiger als in Puerto Vallarta. Es herrschte eher eine entspannte, ruhige Strandatmosphäre. Mir gefiel es hier auf Anhieb besser als in Puerto Vallarta.



Nach circa 15 Minuten durch die Straße schlendern, kam ich unten am Strand an. Direkt am Strand befindet auch sich eine Strandbar und ein Restaurant mit vielen Sitzgelegenheiten. Dort kann man ganz entspannt am Strand chillen und bei einer kleinen Brise den Strand genießen.

Mir hat dieser Strand wirklich sehr gut gefallen. Das lag zum einen daran, dass der Strand riesig groß und nicht überfüllt war, zum anderen waren die Leute hier alle super entspannt und man wurde nicht von lauter Musik belästigt. Außerdem gefiel mir auch die Strandbar sehr gut. Wenn man Lust auf etwas zu trinken hatte, musste man nur ein paar Meter gehen und konnte sich ein Bier oder sonst was besorgen.



Auch die kleinen Hütten mit den Strohdächten fand ich ganz schick und passten irgendwie total gut in diese verschlafene Strandatmosphäre.

Es gab außerdem die Möglichkeit Surf-Stunden zu nehmen oder sich einfach nur das Equipment auszuleihen. Ich kann euch leider nicht sagen wieviel es kostet, da ich selbst keine Stunden genommen habe. Es waren fast zu jeder Zeit Surfer im Wasser und meiner Wahrnehmung nach waren die Wellen auch relativ hoch (zumindest an einigen Stellen), daher gehe ich davon aus, dass sich dieser Strand zum Surfen gut eignet.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Wetter vor Ort. Für mich war die Temperatur super angenehm. Es war mit knapp 28 bis 30 Grad im Schatten zwar relativ warm, aber im Gegensatz zu Cancún oder Puerto Escondido war die Luftfeuchtigkeit um einiges niedriger. Zudem wehte immer eine kleine Brise und es ließ sich tagsüber am Strand wirklich sehr gut aushalten. Zur Mittagszeit würde ich allerdings empfehlen einen Platz im Schatten zu suchen, da die Intensität der Sonnenstrahlung dann doch sehr hoch ist. Sobald die Sonne weg war, wurde es am Strand sogar ein wenig frisch und natürlich kommen dann auch die ganzen Mücken raus. Man sollte also dementsprechend vorbereitet sein, wenn man vorhat bis spät in die Nacht am Strand zu bleiben.
Es war mittlerweile fast 19:00 Uhr und ich suchte mir ein gemütliches Plätzchen, um mir den Sonnenuntergang anzuschauen.



Ich verbrachte die letzten Stunden des Tages am Strand bis zum Einbruch der Dunkelheit und machte mich anschließend auf den Weg zurück zum Hostel.
Ausflug nach Sayulita und zum Cerro del Mono
Am Tag darauf machte ich mich auf den Weg zu einer kleinen Wanderung. Und zwar wollte ich auf den Cerro del Mono (Affenhügel) wandern. Das ist ein Hügel, von dem aus man eine tolle Aussicht auf die Riviera Nayarit hat. Armando und andere Reisende aus dem Hostel gaben mir diesen Tipp und sagten, dass es sich auf jeden Fall lohnt, dort einmal hinaufzusteigen. Die Wanderung auf diesen Hügel dauert circa 1,5 Stunden und startet im nahegelegenen Dorf Higuera Blanca. Von San Pancho fährt allerdings kein Bus direkt nach Higuera Blanca. Daher musste ich zuerst einen Bus in das Nachbardorf Sayulita nehmen und von dort aus am selben Busbahnhof in den nächsten Bus nach Higuera Blanca steigen. Den Namen Sayulita hatte ich bereits während meiner Mexiko-Reise schon ein paar Mal gehört und nutzte daher heute die Gelegenheit eine kleine Runde zu drehen, bevor ich weiter nach Higuera Blanca fuhr. Mir wurde zwar davon abgeraten nach Sayulita zu fahren, da die Stadt mittlerweile völlig von Touristen überlaufen sein soll, aber ich wollte meine eigenen Erfahrungen machen.

Ich wartete also früh am Morgen ganz brav an der großen Hauptverkehrsstraße auf meinen Bus. Nach nur 10 Minuten warten kam dann auch schon der erste Bus nach Sayulita (steht meistens dick und fett auf der Windschutzscheibe). und nach nur 15 Minuten Busfahrt befand ich mich dann schon am Busbahnhof von Sayulita.

Bevor ich mich auf meinen Rundgang machte, informierte ich mich vorab erst einmal, wann und wo ich welchen Bus nehmen muss, um nach Higuera Blanca zu gelangen. In der Tat war das ganz vorteilhaft, da sich herausstellte, dass die Busse im 60 bzw. 90 Minuten Takt fahren. Der Bus, den ich nehmen musste, fuhr übrigens nach Punta de Mita, ein weiterer Küstenort mit schönen Stränden. Ich füge euch hier einfach mal den Fahrplan ein.

Ich entschloss mich, den Bus um 13:30 Uhr zu nehmen und mit dem letzten Bus um 19:00 Uhr zurückzufahren. Normalerweise vermied ich es den letzten Bus zu nehmen, aber heute wollte ich etwas mehr Zeit haben und außerdem befinden sich am Fuß des Berges einige Hütten, die man sich zur Not hätte mieten können.

Dann gings also los ins Zentrum von Sayulita. Es ging vorbei an diversen Souvenier-Shops über eine kleine Brücke direkt ins Zentrum. Diese Shops und Straßenstände findet man zwar in jeder mexikanischen Stadt bzw. vor allem in den Pueblos Magicos, aber ich habe bisher noch nie so viele auf einmal gesehen. Das war schon bemerkenswert.



Was mir direkt auffiel war die schiere Masse an ausländischen Touristen auf den Straßen. Mexikaner konnte ich hier, mit Ausnahme der Mitarbeiter in den Restaurants und Cafés, kaum entdecken. Ich ließ mich aber noch nicht direkt abschrecken und drehte fleißig meine Runde durchs Dorf vorbei an zahlreichen Promo-Ständen und Souvenir-Shops, aber auch einige Geschäfte mit handgefertigten, wirklich schönen Sachen wie Decken, Kopfkissen, Alebrijes, Teppiche und Kleidung, konnte ich entdecken.



Nach etwa 20 Minuten im Dorf hatte ich dann auch schon genug gesehen. Leider bewahrheiteten sich die Geschichten von Sofia und Anderen, dass Sayulita mittlerweile zu einem völlig überlaufenen Touristenort geworden ist. Dazu Preise in Dollar, laute Musik und zahlreiche Agenturen, die einem Touren überteuerte Touren andrehen. Mich erinnerte das sehr stark an Puerto Vallarta.




Ich gab die Hoffnung aber noch nicht ganz auf und ging runter zum Strand. Vielleicht war der ja der Hoffnungsträger. Leider wurde ich auch hier enttäuscht. Der Strand war komplett überfüllt mit Menschen auf ihren Liegen. Von überall schallte laute Musik und Platz zum Entspannen gab es keinen.


Ich fands leider überhaupt nicht schön, da es einfach so voll war. Versteht mich nicht falsch, das Dorf an sich ist eigentlich total schick mit seinen zahlreichen Verzierungen und auch die Restaurants sehen ganz nett aus. Es ist einfach zu überlaufen. Ich würde daher jedem, der nach einem netten Strand sucht, abraten nach Sayulita zu fahren und anstelle dessen nach San Pancho zu kommen. Dort es ist um einiges entspannter und der Strand ist zudem noch viel schöner (das ist natürlich nur meine eigene Meinung).
Pünktlich um 13:30 Uhr war ich dann zurück am Busbahnhof und nahm den Bus nach Punta Mita. Nach etwa 20 Minuten kamen wir in Higuera Blanca an. Der Bus dreht eine kleine Runde im Dorf und lässt einen direkt am kleinen zentralen Platz raus. Von hier aus geht es dann auch direkt zum sehr unscheinbaren Wanderweg. Man läuft nämlich zuerst ein wenig in einem Wohngebiet herum. Davon sollte man sich aber nicht irritieren lassen. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, fragt man einfach die Einwohner des Dorfes und man erfährt sehr unkompliziert wo es lang geht.

Von nun an muss man nur noch die Augen nach weißen Markierungen offenhalten, die überall an Bäume oder Steine geschmiert sind. Dies sind die Markierungen des Wanderwegs.

Auf google Maps konnte ich mich nämlich nicht immer verlassen. Diese Stelle hier zum Beispiel (Bild oben) war als Sackgasse eingezeichnet, war aber der richtige Weg. Der Wanderweg führte durch einen schon Dschungel-ähnlichen Wald, der nach und nach immer steiler wurde.




Gegen Ende hin wurde es dann wirklich anstrengend. Den letzten Kilometer geht es wirklich steil bergauf und man sollte sich auf jeden Fall ausreichend Wasser und auch einen Snack einpacken bzw. sich das im Dorf besorgen, da man später nirgends etwas bekommt. Nach gut 90 Minuten war ich dann oben und genoss von hier die Aussicht auf die Riviera Nayarit.



Was ich etwas komisch fand, war, dass ich auf meiner gesamten Wanderungen nach oben als auch nach unten nicht eine Person getroffen habe, da die Bedingungen für eine Wanderung doch sehr gut waren. Nur ein Geier, der sich von meiner Anwesenheit überhaupt nicht hat stören lassen, leistete mir ein wenig Gesellschaft.

Die Abwesenheit anderer Menschen könnte aber dazu geführt haben, dass die Tiere aus der Umgebung nicht aufgescheucht wurden. Ich konnte nämlich in der Nähe des Gipfels lautes Ästekrachen und Geraschel hören und zwar ziemlich nah. Leider war es mir nicht möglich zu sehen, um welches Tier es sich handelt. Es hätten aber wirklich Affen sein können. Neben Affen lebt hier auch der Jaguar, aber ich glaube die sind nicht so laut unterwegs.
Der Abstieg ging dann etwas schneller und nach knapp einer Stunde war ich wieder im Dorf. Hier traf ich auf eine Gruppe Kinder, die ganz neugierig fragten, was ich denn hier so alleine mache. Ich unterhielt mich ein wenig mit den Kleinen und als ich fragte, ob wir nicht zusammen ein Foto machen wollen, waren sie alle ganz happy. Pünktlich kam dann noch der Hund von dem einen Mädchen vorbei, auf den sie sichtlich stolz war.

Kurz nach 19:00 Uhr kam dann auch mein Bus, der mich zurück nach Sayulita brachte. Dort wartete ich noch kurz auf meinen nächsten Bus, der mich dann nach San Pancho brachte.
Die Wanderung auf den Cerro del Mono ist auf jeden Fall eine Aktivität, die ich jedem Reisenden empfehlen kann, der sich in der Nähe aufhält. Die Natur rund um den Wanderweg ist superschön und die Aussicht vom Berg aus atemberaubend. Empfehlenswert sind auf jeden Fall feste Schuhe, da der Weg teilweise sehr steinig und unbefestigt ist. Auch Wasser sollte man ausreichend einpacken. Es war nämlich trotz der Bäume und Palmen sehr warm und das letzte Drittel des Weges war wirklich anstrengend und ich habe meine gesamten 2 Liter ausgetrunken.

Die letzten beiden Tage in San Pancho
Meinen Aufenthalt in San Pancho ließ ich dann mit 2 eher entspannten Tagen ausklingen. Ich nutzte den folgenden sehr regnerischen Tag dazu meinen Blog weiterzuschreiben und machte es mir dazu im Aufenthaltsraum des Hostels gemütlich. Zwischenzeitlich leistete mir der etwas scheue Hostel-Kater Gesellschaft, der sich mit der Zeit aber an meine Anwesenheit gewöhnte.

Obwohl ich in meiner Zeit in San Pancho relativ viel selbst kochte, kann ich euch doch die ein oder andere Empfehlung zum Essen gehen geben. Wenn ihr auf der Suche nach einem perfekten Platz zum Frühstücken seid, kann ich euch wärmstens das Café Maria`s Restaurant Bar empfehlen. Egal, ob Pfannkuchen, Burritos, Rührei und Omelette in verschiedensten Varianten, Obstsalate, Sandwiches oder mexikanische Klassiker wie Chilaquiles, Burritos oder Fajitas, bei Maria´s bekommt man das alles zu guten Preisen geboten. Außerdem haben sie eine große Auswahl an Café, Smoothies, Säften etc. Die Chilaquiles und der Eiskaffee, den ich bestellte waren super und kosteten mich inklusive Trinkgeld 200 Pesos. Also etwas mehr als 10 Euro. Das sind in der Region aber ganz normale Preise.

Eine weitere Empfehlung, die ich für euch parat habe, ist der Taco Stand Tacos Yeyo, der sich am Plaza La Hermandad auf halber Höhe der Hauptstraße befindet. Die Tacos kosten pro Stück 20 Pesos. Das Besondere an dieser Taqueria ist, dass man sich den Taco mit Ausnahme des Ausgewählten Fleisches selbst belegen kann. Daher auch für dieses Street-Food Restaurant eine klare Empfehlung.


An dieser Taqueria lernte ich zwei lustige Typen aus Guadalajara kennen. Leider habe ich ihre Namen vergessen. Sie fragen mich woher ich komme und wir kamen schnell ins Gespräch. Da wir drei noch nichts weiter für den Abend geplant hatten, entschieden wir uns dazu etwas durch die Straßen zu ziehen. Die beiden reisten mit dem Auto an und hatten in klassischer mexikanischer Tradition im Kofferraum eine große Kühltruhe voll mit Bier dabei. Wir schnappten uns als ein paar kühle Blonde und schlenderten zwischen den Bars und Restaurants San Panchos umher.


Auf den Straßen war eigentlich jeden Tag etwas los. Es waren immer Menschen unterwegs und es gab an vielen Lokalen Live-Musik oder kleine Show- und Tanzeinlagen. Die Lokale waren meistens bis spät in die Nacht geöffnet. Nur die Bar und das Restaurant am Strand machte sehr zeitig (ich glaube es war so gegen 20:00 Uhr) zum Einbruch der Dunkelheit dicht.

Wir machten es uns in der Nähe der Bar Gypsi San Pancho gemütlich. Diese Bar bot jede Nacht Live-Musik und war meistens der Laden, der am längsten aufhatte. Dementsprechend war es dort auch immer sehr voll und zu später Stunde war dies der Hotspot für alle, die ihr Bier/Tequila in Gesellschaft trinken wollten. Wir verbrachten hier noch eine Weile, quatschen ein wenig und verabredeten uns für den Folgetag am Strand.

Und genau dort ließen wir dann auch unseren letzten Tag in San Pancho ausklingen. Wir packten uns ein paar Bier und Snacks ein und verbrachten bis zum Sonnenuntergang ein paar entspannte Stunden am Strand.

Auch an diesem Abend hatten wir mit den Wolken ziemlich Glück und konnten eine schönen Sonnenuntergang beobachten.



Rückreise nach Guadalajara
Am Tag darauf, am 18.03.24, machte ich mich auf den Weg zurück nach Guadalajara. Ich entschied mich einen Tag früher als geplant zurückzufahren, um noch etwas Zeit in Guadalajara zu verbringen. Um von San Pancho zurück nach Guadalajara zu gelangen, muss man zuerst einen Linienbus an der großen Hauptstraße in Richtung Rincón de Guayabitos nehmen. Dort angekommen lässt einen der Busfahrer direkt am Busbahnhof raus und man kann sich dort sein Ticket zur Weiterfahrt nach Guadalajara besorgen. Ich hatte Glück und direkt vor mir parkte bereits ein Bus der bereit zur Abfahrt war. Ich konnte also direkt umsteigen und mein Ticket direkt im Bus besorgen. Die fast 6-stündige Fahrt mit dem Busunternehmen Pacifico kostete mich knapp 400 Pesos. Im Gegensatz zu den bisherigen Busunternehmen, waren die Busse von Pacifico nicht ganz so gemütlich und ich fand den Preis von 400 Pesos doch ziemlich hoch dafür, dass man eigentlich sehr wenig Komfort geboten bekam. Der Bus fuhr zudem den größten Teil der Strecke auf Landstraßen, da die Busunternehmen sich so die Maut auf den Autobahnen sparten. Ich würde daher eher empfehlen etwas mehr auszugeben und eine schnellere (3,5 Stunden) und komfortablere Busfahrt mit Primera Plus für 600 Pesos zu buchen.
Die letzten 2 Tage in Guadalajara
Für die letzten beiden Nächte buchte ich mir ein Zimmer im Schlafsaal des Hostels Hospedarte Chapultepec in der Nähe des Stadtzentrums. Mir gefiel es hier sehr gut und ich kann das Hostel jedem empfehlen, der ein ruhiges entspanntes Hostel in Zentrumsnähe sucht. Die Betten waren gemütlich und sauber und auch die sanitären Anlagen waren im guten Zustand. Es gab zudem jeden Morgen ein gutes Frühstück mit Säften, Müsli, Brot, Früchten, Kaffee und ein paar Keksen, also ziemlich reichhaltig für ein Hostel-Frühstück. Dieses war im Preis pro Nacht von 12 Euro sogar mit inbegriffen.



Am Abend meiner Ankunft machte ich mich dann noch schnell auf die Suche nach etwas zu essen. Auf Empfehlung meines Zimmerkollegen ging ich zum nicht weit entfernten Taco-Restaurant Tomate Taqueria. Ich würde sagen, dass dies die mit Abstand besten Tacos waren, die ich bisher gegessen habe. Man hat die Auswahl sich einzelne Tacos zu bestellen oder gleich einen ganzen Teller voller Fleisch und bekommt dann so viele Maistortillas an den Tisch gebracht wie man möchte. Diese werden in einer kleinen Tasche serviert, sodass sie immer warm bleiben und nicht austrocknen. Der Service war auch wirklich sehr gut. Das Essen war schnell da, obwohl das Restaurant randvoll war. Wenn man in Guadalajara gute Tacos sucht, ist man hier goldrichtig.


Den Tag darauf drehte ich nach meinem Frühstück noch eine Runde in der Stadt. Ich kam an einer Studenten-Abschlussfeier vorbei und besichtigte die ein oder andere Kirche, die sich auf meinem Weg ins historische Zentrum befand.




Die letzten Stunden vor Sonnenuntergang ließ ich im Café Boutique Teatro Degollado bei einem Kaffee ausklingen. Von diesem Café aus hat man einen super Blick auf die Kathedrale von Guadalajara und den davor befindlichen Plaza de la Liberacion. Ich spazierte noch eine Weile im historischen Zentrum umher und begab mich dann zurück zum Hostel, um meinen Rucksack für die Abreise nach Kolumbien am nächsten Tag zu packen.

Der Flug nach Kolumbien
Nach meinem Frühstück im Hostel machte ich mich auf den Weg zum Flughafen in Guadalajara. Ich entschied mich dazu ein Uber zu nehmen, obwohl dieses knapp 300 Pesos kostete. Die Alternative war eine 1.5-stündige Busfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aber davon riet mir jeder ab, den ich fragte wie ich denn am einfachsten zum Flughafen kommen könnte.

Der Flughafen in Guadalajara ist sehr übersichtlich und die Abfertigung ging sehr fix. Nach 2.5 Stunden Wartezeit war es dann so weit, ich stieg in meinen Flieger nach Bogotá. Für mein Flugticket zahlte ich mit Aufgabegepäck 250 Euro. Das geht sicher auch um einiges günstiger, aber ich hatte leider nicht ganz so viel Glück mit den Preisen und buchte auch etwas zu spät. Ich denke aber für einen knapp 5-stündigen Flug ging der Preis dann schon in Ordnung.

Abschließende Worte zu Mexiko
Damit verließ ich Mexiko nach fast genau 6 Monaten. Ich hätte auch nicht länger bleiben können, da mein Touristenvisum, welches maximal 6 Monate gültig ist, am 24.03. abgelaufen wäre. Ursprünglich hatte ich gar nicht geplant, so viel Zeit in Mexiko zu verbringen, aber im Laufe der Zeit lernte ich Mexiko wirklich zu schätzen und es gefiel mir unfassbar gut. Jeder der insgesamt 17 Bundessstaaten, den ich besuchte, war auf seine Weise einzigartig und ich konnte immer wieder etwas Neues entdecken. Ich lernte in dieser Zeit so viele liebe Menschen kennen und habe auf meiner ersten großen Etappe meiner Lateinamerika-Reise auch viel über mich selbst gelernt. Ich habe wirklich kein schlechtes Wort für Mexiko übrig. Ich machte fast ausschließlich gute Erfahrungen und fühlte mich zu jeder Zeit sehr sicher, egal in welchem Bundesstaat ich unterwegs war. Die Mexikaner sind wirklich ein unfassbar freundliches und fröhliches Volk. Vor allem, wenn man etwas spanisch spricht, wird man immer mit offenem Herzen empfangen, das kann ich wirklich ausnahmslos so sagen. Auch kulinarisch ist Mexiko einfach unschlagbar. Es gibt so viele verschiedene Gerichte und in jedem Staat findet man irgendetwas Neues. Nach diesen 6 Monaten kann ich euch auch bestätigen, dass das was in Deutschland oder auch in Österreich als mexikanische Küche verkauft wird, leider kaum etwas mit dem zu tun hat, was mexikanische Küche ausmacht. Ich kann euch nur empfehlen dieses Land zu besuchen und euch ein eigenes Bild von Mexiko zu machen. Es ist wirklich anders als das Bild, welches einem in den Medien vermittelt wird. Falls ihr darüber nachdenkt eine Reise zu machen, aber vielleicht unsicher seid und fragen habt, schreibt mir gerne und ich teile gerne meine Erfahrungen mit euch.
Mit Kolumbien erreichte ich also das zweite Land meiner Reise. Ich verbrachte vorerst ein paar Tage in Bogotá bevor ich anschließend nach Medellín weiterreiste.

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