Meine Reise nach Guatapé
Am 08.04.24 machte ich mich auf zu meiner ersten Tagestour, da ich natürlich nicht nur Medellín selbst anschauen wollte. In der näheren Umgebung gibt es nämlich eine Reihe von kleinen Orten zu entdecken, die es wert sind einmal zu besuchen. Zu einem dieser Orte zählt auch Guatapé. Dieser Ort ist für seinen riesigen Stausee und den riesigen Monolithen El Penol.
Von Medellín gelangt man ganz einfach mit dem Bus nach Guatapé. Dafür nimmt man einfach die U-Bahn Linie A und steigt an der Station Caribe aus. Dort angekommen geht man nur noch über eine kleine Brücke und gelangt über diese direkt in die Busstation Terminal del Norte Medellín.


Dort angekommen gibt es eine Reihe von Verkaufsterminals der verschiedenen Busunternehmen. Man sucht dort einfach nach dem Terminal des Unternehmens Sotrasanvicente oder fragt am einfachsten einen der Sicherheitsbeamten, wo sich dieser befindet. Es sind nämlich über 30 Stück und es kann eine Weile dauern, bis man die richtige Verkaufsstelle findet.


Morgens fahren die Busse im Halbestundentakt ab und nach 11:00 Uhr dann nur noch jede volle Stunde. Wenn man vorhat sich lediglich den Ort anzuschauen und auf den Monolithen zu steigen, würde ich empfehlen so früh wie möglichst zu starten, da man das nämlich gut an einem Tag schafft, wenn man früh da ist. Man kann natürlich auch eine Nacht dort verbringen und es etwas entspannter angehen. Es gibt nämlich außer dem Monolithen noch ein paar weitere interessante Sachen zum Besichtigen. Aber dazu später mehr.
Ich kaufte mir ein Ticket für 20.000 Pesos (5 Euro), nahm den Bus um 10:00 Uhr und machte mich auf die 2-stündige Reise nach Guatapé. Pünktlich um 12:00 Uhr kam ich dann auch an. Wenn man nach Guatapé kommt, hat man die Möglichkeit direkt am Fuße des Monolithen herausgelassen zu werden oder weiter in die Stadt zu fahren. In meinem Fall wies der Fahrer zumindest darauf hin, dass die nächste Station, die Station ist, welche sich am nächsten am Berg befindet. Dort stieg ich auch aus und begann meine Tagestour.


Über Guatapé
Guatapé wurde im Jahr 1811 offiziell gegründet, als eine Gruppe von Spaniern unter der Führung von Don Francisco Giraldo y Jiménez das Gebiet besiedelte. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Guatapé zu einer Gemeinde, die hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Handel lebte. Die Bewohner betrieben Ackerbau, Viehzucht und Fischerei und nutzten die natürlichen Ressourcen der Region für ihr tägliches Leben.
Guatapé liegt etwa 80 km östlich von Medellín und hat circa 7000 Einwohner. Also wirklich ein kleines Dörfchen. Heute ist Guatapé bekannt für seine bunten Häuser, seine reiche Geschichte und seine malerische Landschaft. Viele Häuser sind mit aufwändigen Fresken und farbenfrohen Verzierungen geschmückt, die die Geschichte und Kultur der Stadt widerspiegeln. Ich habe natürlich so viele Ecken wie möglich für euch fotografiert, um euch einen Eindruck davon zu vermitteln, wie es dort aussieht.
Unter Touristen ist Guatapé aber nicht nur wegen seiner schönen Architektur, sondern für allem für den Monolithen El Penol und den Stausee El Penol-Guatapé bekannt. Der Monolith hat eine Höhe von 220 Metern und besteht vollständig aus Granit. Im Jahr 1954 wurden 740 Stufen in die Wand des Monolithen gemeißelt, um Besuchern den Aufstieg zu ermöglichen. Oben angekommen, gibt es eine Aussichtsplattform, die einen spektakulären Blick auf den nahe gelegenen Stausee und die umliegende Natur bietet.

Der Stausee El Peñol-Guatapé entstand durch den Bau eines Staudamms am Fluss Guatapé in den 1970er Jahren. Der Damm wurde erbaut, um Wasser für die Energieerzeugung und Bewässerungszwecke zu speichern. Der Stausee erstreckt sich über eine Fläche von etwa 68 Quadratkilometern und bietet eine beeindruckende Wasserfläche, die von den umliegenden Bergen und Wäldern umgeben ist.
Aufstieg zum Piedra
Von der Busstation hat man zwei Möglichkeiten zum Eingangsbereich des Monolithen zu gelangen. Man kann sich mit einem Tuk-Tuk hochkutschieren lassen oder steigt eine Treppe hinauf. Ich saß ja nun schon 2 Stunden auf meinem Hintern und wollte mich auch etwas bewegen, daher ging ich zu Fuß hinauf. Der Weg ist zwar schon relativ steil, aber man braucht auch nur knapp 15 Minuten, bis man oben am Eingang angekommen ist. Dort wird wird man erst einmal vom Standardprogramm begrüßt: Tourenanbieter, Souvenirshops und Restaurants.



Bevor man sich allerdings auf den beschwerlichen Weg über die insgesamt 740 Stufen machen darf, zahlt man natürlich noch einen Eintritt. Das sind aber nur knapp 25.000 Pesos, also halb so wild. Dann ging es also los nach oben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend ist, aber ich glaube ich habe ganze 4 Pausen gebraucht, bis ich ganz oben war. Die Stufen sind nämlich wirklich steil.


Ich war aber zum Glück nicht der einzige dem der Aufstieg zu schaffen machte. Man wird aber bereits auf dem Weg nach oben mit einer tollen
Ausblick auf den Stausee belohnt.

Oben angekommen hat man dann wirklich eine toll Aussicht auf den gesamten Stausee.




Es gibt außerdem Stände, an denen man sich eine Erfrischung gönnen kann. Ich gönnte mir eine Michelada und machte mich nach einer knappen halben Stunde wieder auf den Weg nach unten. Runter ging es dann um einiges schneller. Ich begab mich zurück zur Bushaltestelle, um von dort aus einen Bus in das Dorf zu bekommen. Auch hier kann man die bequemere Variante nehmen und einfach in ein Tuk-Tuk steigen. Für die knapp 5-minütige Fahrt wollten die Fahrer aber 15.000 Pesos von mir haben und ich wartete ein paar Minuten auf den nächsten Bus nach Guatapé der mich nur 2000 Pesos kostete.
Das Pueblo
Im Dorf angekommen spazierte ich gleich los in die ersten Gassen und konnte mir ein erstes Bild von den farbigen Straßen machen. Es sieht hier wirklich ganz schick aus. Auffällig waren in der Tat die ganzen Verzierungen auf den Hauswänden.




Ich schlenderte also durch die Straßen und dachte mir, dass ein Kaffee doch jetzt ganz schön wäre. Immerhin war ich jetzt schon eine Weile unterwegs und das Einzige was ich mir bisher gönnte war die Michelada auf dem Felsen. Ich entdeckte eine schicke Gasse und entschied mich dort einzubiegen. Ein nettes Paar half mir dabei ein Foto zu machen.


Es dauerte nur ein paar Minuten, da rief auch schon eine nette Dame aus einem kleinen Café zu mir rüber, ob ich nicht einen Kaffee haben möchte. Ihr könnt sie sogar hinten auf dem rechten Bild schon sehen. Ich sagte natürlich zu. Im Café sin P begrüßten mich zwei Damen in einer traditionellen Tracht. Als sie bemerkten, dass ich spanisch spreche, waren sie ganz glücklich und fragten mich regelrecht nach meiner Reise aus. Ich erzählte den beiden natürlich gerne, wo ich mich bisher so rumtrieb. Yamile und Yalimar sind Freundinnen und kommen beide aus Venezuela. Hier in Guatapé haben sie sich einen Wunsch erfüllt und ein Café eröffnet. Und das meiner Meinung nach mit Erfolg, denn der Café war sehr gut und auch die traditionellen Backwaren, die sie anboten, waren sehr gut. Wenn ihr in Guatapé seid, stattet den beiden auf jeden Fall einen Besuch ab. Sie werden euch mit offenen Armen empfangen und euch einen klasse Kaffee servieren.




Nach einer guten halben Stunde machte ich mich dann wieder auf den Weg und begab mich Richtung Zentrum. Guatapé hat ein wirklich nettes Zentrum mit vielen Restaurants, Bars und einer großen Kirche. Ich drehte hier eine Runde und begab mich anschließend auf den Weg in die etwas abseits gelegenen Straßen. Viele dieser Gassen waren ebenfalls mit diesen Fresken verziert und waren sehr farbenfroh.






Nach meiner Runde im Dorf machte ich auf Empfehlung der beiden Damen aus dem Café einen kleinen Schlenker zu einem Aussichtspunkt, der sich etwas außerhalb des Ortskernes befinden sollte. Mein Weg führte mich dabei durch ein Wohngebiet, welches direkt hinter dem Zentrum lag. Ich quatschte ein wenig mit den Bewohnern und fragte, wie ich denn am einfachsten zu diesem Aussichtspunkt kommen würde. Die Menschen dort waren sehr nett zu mir und sagten mir genau, wo ich langzugehen habe. Auffällig war, dass es hier nicht mehr ganz so bunt wie im Zentrum war, auch wenn man immer mal wieder ein paar schicke Häuser und coole Graffiti finden konnte.







Nach gut 20 Minuten kam ich dann an dem besagten Mirador de Luis an, war aber dann doch etwas enttäuscht, da man nicht wirklich weit sehen konnte. Aber vielleicht habe ich auch nicht die richtige Stelle gefunden. Direkt vor Ort befindet sich nämlich eine Touren-Agentur und eine kleine Finca. Vielleicht muss man auch dort aufs Gelände gehen, um einen besseren Ausblick zu haben.


Danach begab ich mich langsam wieder in Richtung Dorf. Ich hatte jetzt noch insgesamt 2 Stunden bevor mein Bus nach Medellín abfuhr. Ich begab mich noch einmal ins Zentrum und besuchte einige Straßen, die ich bisher ausgelassen hatte. Dort entdeckte ich eine Gasse mit vielen aufgehängten Regenschirmen, die ich bereits auf Social Media während meiner Reisevorbereitung schon einmal gesehen hatte.

In dieser Gasse und in der Straße dahinter befinden sich zahlreiche Souvenirshops und Läden mit handgefertigter Kleidung, Süßigkeiten, Schmuck und so weiter. Im Anschluss wollte ich noch Essen gehen und suchte mir ein nettes Restaurant aus. Ich hatte mich im Voraus nicht darüber informiert, wo man gut essen gehen kann und ging einfach ins erst beste Restaurant.

Im Restaurant Tia Pastora bestellte ich mir eine Bandeja Paisa, das Traditionsgericht aus Medellín. Das ist eine große Platte mit verschiedenen Fleischsorten (in meinem Fall Hackfleisch), Chorizo, Reis, Salat, Bohnen, Avocado, Ei, Arepa und frittierter Banane. Für alles zahlte ich hier knapp 40.000 Pesos. Mit der Zeit entwickelte sich die Bandeja Paisa zu einem meiner Lieblingsgerichte, da man auf jeden Fall satt wird und mir die Kombination der verschiedenen Zutaten echt gut gefällt.

Nach dem Essen drehte ich noch eine kleine Runde im Stadtzentrum und genoss die gemütliche abendliche Atmosphäre am Parque Principal de Guatapé.





Danach ging ich dann zur Busstation. Diese befindet sich direkt am Parque Principal und zwar genau hier. Ich kaufte mein Ticket bereits zur frühen Stunde, da in meiner Erfahrung die Tickets bereits 1 Stunde vor Abfahrt häufig ausverkauft waren. Man sollte beim Kauf der Tickets auch stets sein Reisepass dabeihaben, da dieser beim Kauf vorgezeigt werden muss. Man bekommt dann auch einen persönlichen Sitzplatz zugewiesen und kann sich nicht einfach irgendwo hinsetzen. Es reicht allerdings auch ein Foto vom Reisepass auf dem Handy. Während meiner gesamten Reise in Mexiko als auch in Kolumbien hat dies stets ausgereicht. Aus Sicherheitsgründen hatte ich meinen echten Reisepass auch nie dabei. Nach 2 Stunden war ich dann wieder zurück in Medellín und begab mich mit der U-Bahn zurück in mein AirBnB.
Weitere Aktivitäten rund um Guatapé
Guatapé bietet neben der Besteigung des Monolithen noch weitere Aktivitäten und es kann sich auf jeden Fall lohnen eine Nacht in Guatapé zu verbringen und die Umgebung noch mehr zu erkunden. Man kann zum Beispiel eine Bootsfahrt auf dem El-Penol-Guatapé Stausee machen, um die umliegende Landschaft und die kleinen Inseln zu erkunden oder Wassersportaktivitäten wie Kajakfahren, Stand-up-Paddle-Boarding und Jet-Ski fahren ausprobieren. Außerdem gibt es zahlreiche Wanderwege, die man erkunden kannst. Es gibt Spaziergänge entlang der Uferpromenade oder Wanderung durch die umliegenden Hügel und Wälder. Man kann auch einen Rundflug in einem Helikopter über den Stausee machen. Dieser Rundflug kostet knapp 100 Euro.
Mein Fazit zu Guatapé
Mir hat Guatapé sehr gut gefallen und ein Besuch des Dorfes mit seinem Monolithen lohnt sich auf jeden Fall. Der Ausblick vom Monolithen auf den Stausee ist wirklich atemberaubend. Das Dorf an sich ist auch ein Highlight. Es ist super bunt und es gibt viel zu entdecken. Zudem ist Guatapé sehr einfach mit dem Bus zu erreichen. Man ist vom Medellín aus schnell dort und wer das Dorf kennenlernen möchte, kann dies locker an einem Tag schaffen. Auch kulinarisch gibt es viel zu entdecken. Rund um das Zentrum findet man zahlreiche Restaurants und Cafés in denen man lokale Spezialitäten probieren kann.

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