Gestern habe ich mich spontan dazu entschieden eine Tagestour zu einem der sieben Weltwundern, den Maya-Ruinen von Chichen Itza zu machen. Gebucht habe ich die Tour in einem kleinen Kiosk in Cancún Downtown. Mit dem Verkäufer Manuel habe ich ein wenig Small Talk auf Spanisch gehabt und für 70 Euro hab ich dann angeblich einen guten Preis bekommen. Ob das nun stimmt wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber für mich Stand am Ende des Tages fest, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat.
Chichen Itza ist eine der bedeutendsten Ruinenstätten auf der Yucatan-Halbinsel und ich wollte mir das unbedingt live und in Farbe anschauen. Los ging alles um 6:50 Uhr in der früh. Ich wurde von einem Shuttle-Bus abgeholt, der mich dann zu einem Sammelpunkt gebracht hat, wo alle Teilnehmer der Tour zusammengekommen sind. Der Bus war pünktlich am Hostel und 20 Minuten später war ich dann am Sammelpunkt.




Hier hatte man noch einmal die Chance Sachen einzukaufen, an die man nicht gedacht hat. Badeklamotten, Handtücher, T-Shirts und weiteren Touristenkram. Es gab dann noch so ein süßes Brot und Kaffee gratis, was ich dankend angenommen habe, weil gefrühstückt hatte ich natürlich noch nicht um diese Uhrzeit 😅. Dann wurden wir in unsere Buse verladen und es ging auch schon los. Schon am Anfang ist mir aufgefallen, dass ich der einzige Nicht-Latino auf dieser Tour war und es stellte sich dann relativ schnell heraus, dass hier nur Spanisch auf der Tagesordnung stand. Ich weiß nicht, ob Manuel, dass mit Absicht so veranlasst hat. Ich kann mir vorstellen, dass er mich vielleicht in eine spanische Gruppe gesteckt hat, weil ich mir gut vorstellen kann, dass die um einiges lustiger sind als die Touren für die Amis, die überhaupt kein Spanisch sprechen. Unsere erste Station lag etwa 2,5 Stunden Busfahrt von Cancún entfernt. Wir durften bei einem traditionellen Schamanen-Ritual der Maya zuschauen und haben hier einiges über die Bräuche der Maya lernen können.


Während der Vorführung durften leider keine Fotos gemacht werden. Es wurde eine zufällige Teilnehmerin aus unserer Reisegruppe ausgewählt. Diese musste 2 Obsidian-Steine jeweils in eine Hand nehmen und vor ihrem Oberkörper halten. Der Schamane hat nun angefangen ihre Persönlichkeit zu deuten, hat ihre Charaktereigenschaften beschrieben und etwas zum Verhältnis zu ihrer Familie und ihrem Freund zu erzählen. Habe mir erstmal nicht so viel dabei gedacht, weil jeder weiß wie oberflächlich solche Analysen in der Regel sind. Er wurde allerdings relativ detailliert in seinem Beschreibungen und als die Frau dann angefangen hat zu weinen, war ich mir nicht mehr so sicher ob der Maya-Schamane zufällig richtig lag oder wirklich was auf dem Kasten hat. War auf jeden Fall sehr interessant. Anschließend gab es dann ein extrem gutes Mittags-Buffet und man konnte für einige Pesos neben diesen bereits erwähnten Steinen eine Vielzahl an interessanten Gegenständen auf einem kleinen Maya-Markt ergattern.




Auch hier konnte ich schnell Kontakt zu den anderen Mitreisenden knüpfen. Ich stand nur ein paar Sekunden am Buffet nachdem ich mir den Teller aufgefüllt hatte und schon gleich hat mich ein anderer Mitreisender zu seinem Tisch gewunken. Mit ihm und 2 weiteren Teilnehmern konnte ich dann nochmal etwas Spanisch üben. Zurück am Bus wurden wir dann mit eiskaltem Bier oder anderen Getränken versorgt, alles all-inclusive. Hab natürlich das Bier genommen, um die deutschen Klischees aufrechtzuerhalten. Also wieder rein in den Bus um 40 Minuten weiterfahren zu einer Ceynote. Das sind sind so kleine Höhlen gefüllt mit Wasser in denen man baden gehen kann. Dort angekommen wurde sich umgezogen, geduscht und mit Rettungsweste ging’s dann runter zum Wasser.


Von weiter unten konnte ich leider keine Fotos machen, weil ich nicht mit meinem Handy da runter gehen wollte. Aber es war auf jeden Fall sehr erfrischend und auch hier waren die Leute sehr gesprächig. Man hatte zu keiner Zeit das Gefühl dass man alleine unterwegs war. Die gesamte Gruppe war echt super freundlich zu mir. Wir sind dann weiter mit dem Bus nach Chichen Itza gefahren, bestimmt noch einmal 40 Minuten oder so. Enrique unser Guide war super nett und hat uns einen schönen Überblick über das gesamte Gelände gegeben. Als die Tour durch war ist er sogar noch mit mir zusammen herumgelaufen und hat mir noch einmal mehr Details zu den Ruinen gegeben.





Dann ging es zurück zum Bus und dann weiter zur letzten Station für den Tag. Nach weiteren 30 Minuten haben wir einen kurzen Stop in der kleinen Stadt Valladolid gemacht. Wir hatten circa 30 Minuten Zeit die Stadt zu erkunden. Im Stadtzentrum befindet ein kleiner Park und in den Straßen um den Park herum gab es viele kleine Geschäfte und ein paar Restaurants sowie eine Kirche. Während der Busfahrt von Chichen Itza habe ich mit 3 Mädels angefreundet, die mir die Stadt gezeigt haben. Eine der 3 war nämlich schon einmal dort und kannte sich aus. Sie sagte auch, dass es eigentlich bis auf dieses Gebiet um den Park herum kaum etwas nennenswertes zu sehen gibt.





Die 3 haben mich auf ein Eis eingeladen und dann mussten wir auch schon wieder zurück in den Bus und nach 2,5 Stunden waren wir dann wieder zurück in Cancún. Während der Busfahrt habe ich mich dann noch ausgiebig mit den anderen Leute im Bus unterhalten können. Zusammengefasst war die Tour jeden Cent wert. Ich war dann gegen 22:00 Uhr wieder am Hostel und bin sofort eingeschlafen. Was mir definitiv gefehlt hat war ein Sonnenhut. Es war zwischenzeitlich extrem heiß. Nächstes mal werde ich mich besser schützen. Auch die Luft ist extrem feucht und man schwitzt extrem viel. Aber da gewöhne ich mich hoffentlich noch dran.

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